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Hypnose

Gute Vorsätze in Trance verwirklichen

emi Lüneburg. Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze, zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören. Um den Wunsch in die Tat umsetzen zu können, entscheiden sich einige für Hypnose. Mehrere Therapeuten in Lüneburg bieten diese Form der Raucherentwöhnung an, eine davon ist Monika J. Stalling. Die Heilpraktikerin und Hypnose-Therapeutin behandelt in Lüneburg das ganze Jahr über unter anderem Patienten mit Angststörungen und Depressionen sowie Menschen in Lebenskrisen.

Jeweils zum Jahresbeginn verzeichnet sie einen Anstieg der Zahl an Klienten, die sich vorgenommen haben, das Rauchen aufzugeben. „Sie nehmen oft den Jahreswechsel als zeitlichen Einschnitt zum Anlass, um etwas zu verändern“, sagt die 64-Jährige. Die Trance soll ihnen dabei helfen, „ihre eigenen Kräfte und Ressourcen wiederzuentdecken“. Vorausgesetzt, sie selbst wollen wirklich etwas ändern.

Das erste, was an Monika J. Stalling auffällt, ist ihre beruhigende Stimme. Mit langsamen, fließenden Bewegungen hebt sie einen Kugelschreiber hoch. „Konzentrieren Sie sich jetzt bitte auf diesen Punkt am Stift“, sagt sie in einem angenehmen Tonfall. Um in Trance zu geraten, müsse der Patient sein Bewusstsein auf einen Punkt fokussieren, beispielsweise eben einen Stift anschauen, bis die Augenlider allmählich schwer werden. Bei manchen reiche schon ein Tippen an einer bestimmten Stelle des Kopfes, um sie „in einen Zustand zwischen Wachen und Schlafen“ zu versetzen. „Dann wird alles um den Menschen herum unwichtig“, sagt Stalling. „Geräusche und Eindrücke treten in die Ferne, so wie man es kurz vor dem Einschlafen kennt.“

Ihre Lüneburger Kollegin Birgit Sasse erklärt den Trancezustand so: „Vielleicht kennen Sie das, wenn Sie lange Zeit auf der Autobahn fahren und plötzlich denken: ,Wo war ich die letzten 15 Minuten‘. Das Gefühl für Zeit und Raum verschwindet, das ist ein typisches Kennzeichen.“ Im Trancezustand sei das Bewusstsein abgelenkt und nehme seine übliche Filterfunktion der Sinne nicht wahr, schreibt der Hypnose-Verband Deutschland auf seiner Homepage. Das erleichere den Kontakt zum Unterbewusstsein, man könne direkt mit ihm kommunizieren.

Heilpraktikerin und Hypnose-Therapeutin Birgit Sasse gibt ihren Klienten zum Beispiel positive Sätze vor, setzt bei der Raucherentwöhnung auf positive Bilder. Das macht auch Monika J. Stalling. „Ich führe die Menschen in der Hypnose in ihre rauchfreie Zukunft: Wie fühlt sich die Situation an? Wie ist es jetzt, tief durchzuatmen und sich zu bewegen? Wie ist das Gefühl, das Ziel erreicht zu haben?“

Dass manche Menschen Angst haben, in Trance manipuliert zu werden, ist beiden Therapeutinnen bewusst. Die Abläufe würden vorher erklärt, versichern sie. Auch Hypnotiseurin Jutta Königsdorff, ebenfalls aus Lüneburg, kennt die Vorwürfe. Sie beruhigt: „Niemand tut in der Hypnose etwas, das er nicht auch im Wachzustand tun würde.“ Und Kollegin Stalling betont: „Jede Hypnose ist Selbsthypnose. Wenn jemand nicht bereit ist, kann er die Trance jederzeit beenden.“

Wie hoch die Chancen sind, dass jemand nach der Hypnose tatsächlich mit dem Rauchen aufhört, vermag Monika J. Stalling nicht zu sagen. „Aber man schätzt, dass es etwa 85 Prozent sind.“ Einig sind sich alle drei Therapeutinnen aus der Hansestadt Lüneburg aber in einem Punkt: „Der Wille zur Veränderung muss da sein. Wenn jemand nur geschickt wurde und eigentlich gar nicht aufhören möchte, hat die Hypnose keinen Erfolg.“