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Bis 1971 stand das imposante Badehaus im Norden des Kurparks, dann fiel es der Abrissbirne zum Opfer. Der Kurparkverein Lüneburg möchte das Gebäude nach historischem Vorbild neu errichten. Foto: mac/nh
Bis 1971 stand das imposante Badehaus im Norden des Kurparks, dann fiel es der Abrissbirne zum Opfer. Der Kurparkverein Lüneburg möchte das Gebäude nach historischem Vorbild neu errichten. Foto: mac/nh

Altes Badehaus soll neu erstehen

as Lüneburg. Mit einem Fest im Kurhaus wurde 1907 der Kurpark eingeweiht. Vier Jahre später öffnete im Norden des Geländes das Badehaus – ein imposanter Bau im Barockstil nach Entwürfen des Bardowicker Architekten Wilhelm Mathies. ,,Anfang der 70er-Jahre wurde leider nicht nur das Kurhaus, sondern auch das Badehaus abgerissen“, sagt Hans-Christian Schimmelpfennig. Er ist Vorsitzender des Kurparkvereins Lüneburg e.V., der das Badehaus wieder aufbauen lassen möchte als ,,städtebauliches Glanzstück“ der Hansestadt.

Der Verein zur Förderung des Vorhabens wurde vor eineinhalb Jahren gegründet, zählt zurzeit 35 Mitglieder. Mit einer Plakat-Aktion in den Schaufenstern des ehemaligen PC-Geschäftes an der Grapengießer- sowie Heiligengeiststraße informiert der Verein über das Projekt Badehaus. Schimmelpfennig: ,,Das Badehaus stand dort, wo heute die Front des Kurzentrums zum Kurpark ist.“ Es hatte eine Frontlänge von 45 Metern, das Zentrum bildete eine gut zehn Meter hohe Kuppel, die Vorhalle wurde von vier Säulen getragen. 1971 kam das Aus für das Gebäude, ,,noch bevor der Denkmalschutz greifen konnte. Eine Schande“, finden Schimmelpfennig und seine Mitstreiter. An gleicher Stelle soll ein Nachbau, der sich am historischen Modell orientiert, entstehen und sich an den Vorbau des Kurzentrums anschließen.

Ein ambitioniertes Projekt, das laut Schätzungen des Vereins Kosten im siebenstelligen Bereich verursachen wird. ,,Wir können uns vorstellen, dafür Mittel von großen niedersächsischen Stiftungen und Lüneburger Mäzenen einzuwerben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Ein Lüneburger Architekt hat bereits Pläne, die sich am historischen Vorbild orientieren, entworfen. Gleichwohl hänge alles davon ab, ob die Stadt grünes Licht gibt. Denn Grund und Boden sei in Erbpacht bei der Stadt-Tochter Kurmittel GmbH. Auch macht sich der Verein keine Illusionen, auf die Schnelle sei der Bau nicht umzusetzen.

Für die Stadt sagt Sprecher Daniel Steinmeier, es sei in der Tat sehr bedauerlich, dass das Badehaus abgerissen wurde. ,,Aber wenn es zu einem Neubau käme, müsste dieser in den Kurpark hineingebaut werden. Und das würde einen Einschnitt für den Bürgerpark bedeuten.“ Außerdem sei aus Sicht der Stadt das Projekt finanziell nicht zu stemmen.

Neben dem Wiederaufbau verfolgt der Kurparkverein auch kleinere Ziele. So sollen historische Bänke, wie sie einst auch vor dem Badehaus standen, wieder aufgestellt werden. Ein 2002 erstelltes gartenhistorisches Gutachten, das von der Stadt in Auftrag gegeben worden war, hatte Beispiele geliefert, wie der Kurpark wieder seinem Ursprung als Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens nähergebracht werden kann. Eine Musterbank soll nun in Absprache mit der Stadtverwaltung nachgebaut und dann den politischen Gremien vorgestellt werden.