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Sie haben das Projekt wohnen50plus - miteinander leben angeschoben und suchen noch Mitstreiter (v.l.): Dieter Lache, Ulla Graßt, Ernst Sanders, Elisabeth Walentowitz, Charlotte Peters und Petra Fricke-Sanders (sitzend). Foto: t&w
Sie haben das Projekt wohnen50plus - miteinander leben angeschoben und suchen noch Mitstreiter (v.l.): Dieter Lache, Ulla Graßt, Ernst Sanders, Elisabeth Walentowitz, Charlotte Peters und Petra Fricke-Sanders (sitzend). Foto: t&w

Aktiv Leben im Alter gestalten

as Lüneburg. Seit Jahren steigt bundesweit die Zahl der Wohnprojekte, mit denen Menschen aktiv und selbstbestimmt ihr Leben im Alter gestalten. Oft geschieht dies auch bewusst mit dem Blick darauf, beizeiten eine Alternative zu Seniorenheimen zu entwickeln. In Lüneburg hat sich eine Gruppe gegründet, die das Projekt „wohnen50plus – miteinander leben“ umsetzen möchte. Entstehen soll stadtnahes Wohnen unter einem Dach mit acht bis zwölf Parteien in einer verlässlichen Nachbarschaft. Ökologisches und ökonomisches Bauen sowie barrierefreies Wohnen stehen dabei im Vordergrund. Die sieben Mitglieder der Initialgruppe suchen noch Mitstreiter.

Ursprünglich hatten sich Ulla Graßt (64) und ihr Mann Dieter Lache (74), die ein Haus in Heiligenthal haben, für das Wohnprojekt LeNa (Lebendige Nachbarschaft) am Brockwinkler Weg interessiert, doch die Wohnungen waren schnell vergeben. Für das Ehepaar stand aber fest: „Wir wollten gerne in die Stadt ziehen, um die Infrastruktur im Alter nutzen zu können.“ Auch gemeinschaftliches Wohnen entsprach ihren Wünschen. Über eine Chiffre-Anzeige suchten sie Interessierte für das Projekt, erst stießen Petra Fricke-Sanders (56) und Ehemann Ernst Sanders (59) dazu, dann Charlotte Peters (62), Elisabeth Walentowitz (64) und Jan Böttcher (56).

Seit Mai des vergangenen Jahres arbeiten sie konkret an dem Wohnprojekt, das Menschen jenseits der 50 unter ein Dach bringen soll, „die sich respektieren und ein gemeinsames, lebendiges, selbstbestimmtes Älterwerden wünschen“, umschreibt Dieter Lache. Und es geht um eine gute, verlässliche Nachbarschaft, die impliziere, dass man sich auch bei den täglichen Dinge helfe, ist sich Elisabeth Walentowitz mit den anderen einig. Allerdings ohne jederzeit für den anderen verfügbar zu sein, das gemeinschaftliche Wohnen soll von einer Balance aus Nähe und Distanz geprägt sein, ergänzt Petra Fricke-Sanders.

Bewusst hat sich die Gruppe für eine kleine Wohnanlage mit Eigentumswohnungen entschieden. Zum einen bleibt dadurch die Anzahl der Mitbewohner überschaubar, zum anderen lässt sich das Projekt so schneller realisieren. Inzwischen wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet, im Gesellschaftsvertrag sind Eckpunkte fürs Projekt fixiert. Auch ein Grundstück hat die Gruppe inzwischen im Blick, freut sich darüber, dass ihr Anliegen bei der Politik und Verwaltungschef Ulrich Mädge auf offene Ohren stößt.

Klar umrissen sind die Vorstellungen für das Gebäude: Geplant ist ein Passiv- oder Aktivhaus, die Wohnungen – zwischen 60 bis 110 Quadratmeter groß – sollen barrierefrei sein, ein Fahrstuhl führt in die oberen Stockwerke. Im Keller könnten Gemeinschaftsräume und ein Fahrradraum entstehen. „Präzisieren werden wir das Ganze mit einem Projektplaner, Architekten und den weiteren Mitstreitern, wenn wir das Grundstück haben“, sagt Ernst Sanders. Dabei ist sich die Gruppe einig: Kompromisse wird man machen müssen, denn nicht alle Parteien können zum Beispiel eine Wohnung in Südwest-Lage haben. Charlotte Peters freut sich wie die anderen auf das Wohnprojekt, „aber ich werde sicher auch einige Tränen weinen, wenn ich mein jetziges Haus aufgeben werde“. Gleichwohl sei es der richtige Schritt für ein eigenständiges Leben im Alter, aktiv und aufgehoben in der Gemeinschaft.

Wer sich für „wohnen 50plus“ interessiert, wendet sich an Ulla Graßt und Dieter Lache unter Tel.: 04135/576 oder per Mail an info@wohnen50plus-miteinander-leben.de.