Mittwoch , 28. September 2016
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Sabine Kock-Kessler, Bereichsleiterin Werkstatt, und Jürgen Meyer, Leiter der Gartenabteilung, stehen am angrenzenden Grundstück, wo die Lebenshilfe gerne ein Teilstück für Neubauten erworben hätte. Foto: be
Sabine Kock-Kessler, Bereichsleiterin Werkstatt, und Jürgen Meyer, Leiter der Gartenabteilung, stehen am angrenzenden Grundstück, wo die Lebenshilfe gerne ein Teilstück für Neubauten erworben hätte. Foto: be

Lebenshilfe braucht mehr Platz

as Lüneburg. Der Standort der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg am Vrestorfer Weg platzt aus allen Nähten. „Deshalb wäre ein Teilgrundstück mit einer Fläche von 6400 Quadratmetern auf dem angrenzenden ehemaligen Edeka-Gelände, dessen Egentümer Dailycer ist, für uns als Erweiterungsfläche ideal“, sagt Frank Müller, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Seit zwei Jahren habe man über den Erwerb verhandelt, seit November 2013 mit der zwischengeschalteten Immobilienfirma Sallier. „Die hat uns vergangenen Dezember signalisiert, dass wir keine Chancen haben, weil ein Interessent das komplette Gelände kaufen möchte und für uns deshalb kein Teilstück in dieser Größe mehr zur Verfügung stehe.“

Jürgen Sallier sagte dazu auf LZ-Anfrage: „Wir vermarkten das Grundstück im Auftrag des Eigentümers Dailycer und zwar auf dessen Wunsch als gesamtes Areal. Inwieweit die Lebenshilfe sich da wiederfindet, ist noch offen.“

Die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg ist mit 951 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region und bietet für mehr als 2100 Menschen mit Behinderung unterschiedliche Dienste sowie Jobs in den Werkstätten an. Wie berichtet, sollte eigentlich eine Erweiterung auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung am Meisterweg erfolgen, doch aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich letztendlich dagegen. „Fakt ist aber, dass wir mehr Platz brauchen“, sagt Geschäftsführer Müller.

Konkret werden mehr Flächen für die Gartenabteilung am Standort Vrestorfer Weg gebraucht, denn diese ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen, „beschäftigt mittlerweile 46 Mitarbeiter, weil wir viele Aufträge haben“, so Müller. Auf dem Erweiterungsgelände solle deshalb ein Neubau entstehen. „Außerdem müssen wir berücksichtigen, dass das Werkstattgebäude an der Bessemerstraße nur noch bis 2017 angemietet ist und man dafür eventuell Erweiterungsflächen braucht.“

Laut Müller wurden seit September 2012 mit dem Insolvenzverwalter der Dailycer Verhandlungen geführt. Nachdem der Verwaltungsrat der Lebenshilfe grünes Licht für den Erwerb gegeben hatte, stand im Mai 2013 ein Teilgrundstück plötzlich nicht mehr zur Verfügung, weil man eine Wertminderung des Restgrundstücks befürchtete. „Hintergrund war, dass die Stadt den Bau einer für die Teilung erforderlichen Verbindungsstraße nicht verbindlich zusagen konnte“, berichtet Müller.

Hoffnung keimte auf, als die Immobilienfirma Sallier im November 2013 mitteilte, dass nun doch die Möglichkeit des Erwerbs eines Teilgrundstücks bestünde, „der Preis aber zwischenzeitlich deutlich höher sei“. Da die Erweiterungsfläche für die Lebenshilfe wichtig ist, gab der Verwaltungsrat erneut grünes Licht. „Doch dann teilte die Firma Sallier mit, dass ein anderer Interessent das ganze Gelände kaufen wird.“ Ein Schlag ins Kontor für die Lebenshilfe. Seit gestern gibt es aber wieder Hoffnung. Müller: „Die Firma Sallier hat uns mitgeteilt, dass unter Umständen ein kleineres Teilgrundstück zur Verfügung stehen könnte.“

One comment

  1. Werner Schneyder

    Man sollte das Geld lieber in Inklusionprojekte stecken. Ein Teil der Lebenshilfe müsste sich doch auflösen.