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In den Berufsbildenden Schulen I werden Schüler gelegentlich zu Lehrern: Björn Striepke (l.) und Mergim Merovci erklären Marlis Schömburg vom Seniorenmagazin Ausblick ein paar Handgriffe für die Arbeit mit dem Computer. Foto: t&w
In den Berufsbildenden Schulen I werden Schüler gelegentlich zu Lehrern: Björn Striepke (l.) und Mergim Merovci erklären Marlis Schömburg vom Seniorenmagazin Ausblick ein paar Handgriffe für die Arbeit mit dem Computer. Foto: t&w

Von Mobbing bis Liebe

ca Lüneburg. Eigentlich ist Marlis Schömburg ein Fuchs am Computer. Seit 1986 arbeitet sie mit den technischen Helfern, sie erinnert sich, wie sie Daten auf Kassetten, Disketten und CDs gespeichert hat. Das war ihr Job in einem chemischen Unternehmen. Nun sitzt die 80-Jährige neben Björn Striepke und Mergim Mervoci, 16 und 17 Jahre alt, vor einem Bildschirm und lässt sich von den beiden angehenden Bürokaufleuten ein paar Handgriffe an der Tastatur erläutern. Die Seniorin strahlt: „Ich lerne gern dazu.“ Die beiden Jungs, die den Schilderungen der alten Dame zugehört haben, lächeln ein bisschen stolz.

An diesem Vormittag ist die Redaktion der Zeitschrift Ausblick in der Lüneburger Berufsschule zu Gast. Das Blatt hat sein Zuhause bei der Volkshochschule (VHS), vor allem Ältere engagieren sich hier, um das Heft zu gestalten und herauszubringen. Für die aktuelle Ausgabe haben die Macher sich das Thema Internet gewählt. Da lag es für Manfred Balzer, Maja Schwaak, Ulrike Kannengießer, Marlis Schömburg und ihre Mitstreiter nahe, auch junge Leute um Beiträge zu bitten. Die Klasse und die Zeitungsleute kennen sich aus einer früheren Zusammenarbeit, da ging es um „Senioren am Computer“.

Zwei Dutzend Schüler gehören zur Klasse, die Hälfte macht bei dem Vorhaben mit, berichten die Klassenlehrer Harriet Hofmann und Daniel Hartmann. Die Schüler sollen lernen, projektorientiert zu arbeiten: Wie geht man es an, eine Zeitung zu erstellen? Welche Informationen muss man zusammentragen? Wie präsentiert man Ergebnisse? Wie koordinieren die Teilnehmer ihre Zusammenarbeit? Die Erkenntnisse sind später auch für Aufgaben in den Firmen zu nutzen.

Die Themen, die die Mädchen und Jungen beackern, beschäftigen sich mit sozialen Netzwerken wie Facebook. Sie beleuchten, wie man sich vor Datenmissbrauch schützt, Mobbing im Netz ist ebenso einen Artikel wert wie die Liebe, die die Jugendlichen in der virtuellen Welt finden können.

Mehrmals waren die Ausblick-Redakteure in der Schule zu Gast, stellten den Jugendlichen mit einer Powerpoint-Präsentation ihr Blatt vor und erzählten von ihren Ideen. In den nächsten Tagen ist Redaktionsschluss, dann geht der Ausblick in die Herstellung. Weil jeder gerne sieht, was er geschaffen hat, treffen sich alte und junge Zeitungsmacher dann gemeinsam in der von Stern’schen Druckerei, um die frischen Exemplare in Empfang zu nehmen.