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Prof. Dr. Christian Maaser ist der Chefarzt der neuen KLinik für Geriatrie am Lüneburger Klinikum. Foto: t&w
Prof. Dr. Christian Maaser ist der Chefarzt der neuen KLinik für Geriatrie am Lüneburger Klinikum. Foto: t&w

Damit alte Patienten mobil bleiben

as Lüneburg. Die Anzahl der älteren Menschen in Deutschland nimmt zu. Viele von ihnen leiden unter mehreren chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herzschwäche und Arthrose. ,,Kommt es dann zu einem akuten Krankheitsfall wie zum Beispiel einem Oberschenkelhalsbruch, kann es aufgrund der chronischen Einschränkungen dazu führen, dass der Patient zunehmend hilfs- und pflegebedürftig wird“, erläutert Prof. Dr. Christian Maaser. Er ist der Chefarzt der neuen Klinik für Geriatrie am Klinikum Lüneburg. Die hat sich zur Aufgabe gemacht, diesem Patientenkreis ihre Eigenständigkeit so gut wie möglich zurückzugeben und sie auf ein selbstständiges Leben nach dem Krankenhausaufenthalt vorzubereiten.

Der Bereich Geriatrie (Altersmedizin) ging 2010 als Station der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie mit sieben Betten an den Start. Seit Anfang Januar ist diese Station in die neu geschaffene Klinik für Geriatrie übertragen worden, sie soll jetzt auf 20 Betten erweitert werden. ,,Das Klinikum investiert dafür rund 300000 Euro“, erläutert Geschäftsführer Dr. Michael Moormann. Der Ärztliche Direktor Dr. Jörg Cramer ergänzt: ,,Das ist aber nur ein Anfang, denn uns ist klar, dass die Anzahl älterer Patienten, die in Folge eines Krankenhausaufenthaltes auf das tägliche Leben daheim vorbereitet werden müssen, weiter zunehmen wird.“

Das Angebot wendet sich an Patienten ab 70 Jahren, die an mehreren Begleiterkrankungen leiden und verschiedene Medikamente nehmen müssen sowie an jeden Patienten ab 80 Jahren, bei dem eine Selbstständigkeit bis zum Klinikaufenthalt vorhanden war. ,,Ein Patient mit Oberschenkelhalsbruch wird zum Beispiel zuerst medizinisch auf der unfallchirurgischen Station versorgt und danach in die Klinik für Geriatrie verlegt“, erläutert Maaser.

Gleich beim Aufnahmegespräch wird abgecheckt: Wie war die Mobilität des Patienten bisher, wie das soziale Umfeld, welche Erkrankungen liegen vor, welche Medikamente werden verabreicht und auf welche könnte man verzichten? Außerdem geht es darum, welche Hilfsmittel der Patient künftig nutzen könnte und ob die Notwendigkeit von Umbauten in Wohnung und Haus bestehen könnte, um Barrierefreiheit zu schaffen.

In der Klinik für Geriatrie kümmert sich ein Team aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Ernährungsberatern und Mitarbeitern des Sozialdienstes um die Patienten. Krankengymnastik steht auf dem Programm, gleichzeitig lernen die Patienten aber auch, alltägliche Dinge wie Waschen oder Anziehen wieder selbst zu bewältigen. Zum Essen trifft man sich in einem Frühstücksraum auch damit der Kranke in Bewegung bleibt. ,,Denn ältere Patienten verlieren innerhalb von drei Tagen bis zu drei Kilo ihrer Muskelmasse“, erklärt Maaser. Damit es dazu gar nicht erst kommt, sollen Patienten möglichst schnell und oft das Bett verlassen.

Der Aufenthalt auf der geri­atrischen Station dauert in der Regel 14 bis 21 Tage. In wöchentlichen Teamsitzungen werden die Behandlungsziele und -erfolge für jeden einzelnen Patienten besprochen. ,,Das ganzheitliche Konzept unserer Arbeit orientiert sich an aktuellen Erkenntnissen auf diesem Gebiet. Dazu gehört auch, dass gemeinsam mit dem Patienten und dessen Angehörigen die geplante Entlassung in eine geeignete Umgebung sowie eine mögliche Anschlussrehabilitation beizeiten besprochen wird“, sagt Maaser, der neben seiner Funktion als Chefarzt der Geriatrie auch in Zukunft die ambulante Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) am Klinikum Lüneburg fortsetzen wird.