Dienstag , 27. September 2016
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Die Vorfreude ist groß: Schubz-Chef Frank Corleis (l.) und Dr. Bernd Hufenreuter, Erster Vorsitzender vom Förderverein des Umweltbildungszentrums, zeiht es ins Anna-Vogeley-Heim. Foto: t&w
Die Vorfreude ist groß: Schubz-Chef Frank Corleis (l.) und Dr. Bernd Hufenreuter, Erster Vorsitzender vom Förderverein des Umweltbildungszentrums, zeiht es ins Anna-Vogeley-Heim. Foto: t&w

Schubz hat bald mehr Platz

mm Lüneburg. Das Umweltbildungszentrum Schubz der Hansestadt Lüneburg kann sich über mangelnde Besucherzahlen nicht beklagen. Mittlerweile nehmen derart viele Schulklassen, Gruppen von Kleinkindern oder Familien an Kindergeburtstagen das naturwissenschaftliche Projektangebot in Anspruch, dass in den bisherigen Räumlichkeiten auf dem Uni-Campus ein Platzproblem entstanden ist.

400 Quadratmeter reichten nicht aus, um mehrere Gruppen gleichzeitig zu beschäftigen, sagt Frank Corleis. Der Leiter des Bildungszentrums verdeutlicht: „Als ich vor zehn Jahren dazugestoßen bin, besuchten uns jährlich 4000 Kinder. Im letzten Jahr waren es über 13000.“ Das bedeutete für 2013 insgesamt 697 Veranstaltungen. Um der Lage Herr zu werden, wechselt das Schubz seinen Standort und zieht von der Scharnhorststraße in das Anna-Vogeley-Heim an der Wichernstraße. Hier sind die Umbauten derzeit in vollem Gange. Bis vor kurzem stand das Umzugsprojekt allerdings noch auf wackeligen Beinen, es mussten noch Kosten von 150000 Euro gedeckelt werden (LZ berichtete).

Nun steht die Finanzierung von insgesamt 450000 Euro – allein die Umbauarbeiten im Untergeschoss der neuen Herberge verschlingen 300000 Euro. Stadt, Landkreis, Sparkassenstiftung und die Klosterkammer Hannover unterstützen den Umzug und die Umbauten mit je 100000 Euro. Dazu kommen noch 50000 Euro des Fördervereins für die Ausstattung. Zudem baut das Schubz auf die Zusage einer Stiftung, für die nächsten 20 Jahre die Kaltmiete fürs neue Domizil zu übernehmen. Der Umzug soll im Mai abgeschlossen sein.

„Das ist ein straffer Zeitplan“, erklärt Klaus Hoppe, Geschäftsführer der Campus Management GmbH, diese vermietet die Räume. Hoppe weiter: „Der Baukostenzuschuss muss noch überwiesen werden, bisher laufen die Abriss- und Elektroarbeiten.“ Ist das Geld überwiesen, folgen die Erneuerung von Fußböden, Wänden und die Installation einer Akustikdecke. 650 Quadratmeter verteilen sich nach der Fertigstellung auf fünf Büros, einen Schülerprojektraum, zwei Seminarräume und zwei Tierräume. In denen finden sich Insekten, Säugetiere und Amphibien. Einst war das Schubz eine Ausleihstation für Tiere und Pflanzen zu Unterrichtszwecken und hatte fünf Mitarbeiter.

In 25 Jahren hatte sich die Anzahl an festen und freien Kräften auf 25 erhöht. Heute ist das Schubz mehr als eine Ausleihstation für Tiere. Das unterstreichen 50 verschiedene Themenangebote in Form pädagogischer Projekte, um bei den Jüngsten die Bildung für nachhaltige Entwicklung vo­ranzutreiben. „Bisher konnten wir in unseren Räumen immer eine Gruppe unterbringen. Nun können zwei parallel arbeiten“, sagt Corleis. In der Vergangenheit sei es häufig vorgekommen, dass Arbeitsgruppen auch auf die nahe gelegene Jugendherberge ausweichen mussten.

Bernd Hufenreuter, Vorsitzender des Fördervereins, erläutert, warum die Wahl des neuen Quartiers aufs Anna-Vogeley-Heim fiel: „Wir haben Wert auf Nähe zu Freilandlabor, Naturraum und Uni gelegt.“ Das Freilandlabor ist ein Holzpavillon, in dem eine Klasse zu Waldthemen forschen kann. Erforscht werden kann am Schubz auch die Bionik – also wie sich Phänomene der Natur auf die Technik übertragen. „Das ist der Renner“, sagt Corleis, und nur „eine von vielen Säulen“. Dazu gehören auch Energielabor und Klimaschutzthemen.