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Bei der Alten- und Pflegekonferenz im Huldigungssaal des Lüneburger Rathauses waren unter anderem dabei (v.l.) Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker, Thomas König, Elke Stange, Matthias Körte, Matthias Naß, Edda Hermann und Petra Günter. Foto: t&w
Bei der Alten- und Pflegekonferenz im Huldigungssaal des Lüneburger Rathauses waren unter anderem dabei (v.l.) Amelinghausens Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker, Thomas König, Elke Stange, Matthias Körte, Matthias Naß, Edda Hermann und Petra Günter. Foto: t&w

Besseres Image für Altenpflege

pet Lüneburg. Die Aufgaben, die in der Zukunft zu bewältigen sein werden, sind gewaltig. Immer älter wird die Bevölkerung, im Bundesgebiet ebenso wie in und um Lüneburg. In der Region steigt der Anteil der über 65-Jährigen von 16,59 Prozent (2003) auf fast 19 Prozent im Jahr 2016. 2,15 Millionen betrug die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland im Jahr 2001, im Jahr 2020 wird die Zahl auf 2,83 Millionen steigen, auf 3,22 Millionen im Jahr 2030. Etwa eine halbe Million Pflegekräfte, so besagen es Prognosen, würde dann fehlen. Um die Problematik auch in der Region anzugehen, wurde im Frühjahr 2013 die ,,Alten- und Pflegekonferenz“ von Hansestadt und Landkreis Lüneburg ins Leben gerufen nach fast einem Jahr legten die vier Projektgruppen jetzt im Rathaus Lüneburg erste Ergebnisse vor.

Vier Arbeitsgruppen waren in der konstituierenden Sitzung der Alten- und Pflegekonferenz gebildet worden: ,,Wohnen im ländlichen Raum und in der Hansestadt Lüneburg“, ,,Mindestanforderungen Wohnen“, ,,Informationspolitik und Netzwerke bilden“ sowie ,,Ausbilden und binden von Pflegekräften“. Geleitet wird die Konferenz von Elke Stange, die zugleich Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Gesundheit im Lüneburger Kreistag ist.

Über ein spezielles Internetportal für Senioren hatte die Projektgruppe Informationspolitik und Netzwerke bilden ausführlich diskutiert. ,,Augenfreundlich, übersichtlich, mit Piktogrammen versehen und gut strukturiert“, forderte Dr. Arnd Hill vom Sozialpsychiatrischen Verbund, einer der Sprecher der Gruppe. Neben dem Thema ,,Wohnen“ wird sich die Projektgruppe von Helmut Völker, Bürgermeister der Samtgemeinde Amelinghausen, vor allem den Bereichen Ehrenamt, Mobilität und Versorgung widmen.

Aus der Projektgruppe ,,Ausbilden und binden von Pflegekräften“ berichtete deren Sprecher Matthias Körte, Geschäftsführer des Kreisverbands Lüneburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die unattraktive Bezahlung angesichts der großen Verantwortung, die starke physische und psychische Belastung der Beschäftigten, Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste, eine Ausbildungsdauer von bis zu fünf Jahren bei Hauptschulabsolventen all das und vieles mehr habe man als maßgebliche Gründe für das schlechte Image des Pflegeberufs in der Gesellschaft ausgemacht.

Unter anderem dies sei aber nicht auf kommunaler Ebene zu ändern das ist allen Experten aus Einrichtungen, Verbänden, Politik und Verwaltung bewusst. Aus dieser Erkenntnis heraus resultierte ein konkretes Ergebnis der Alten- und Pflegekonferenz: Noch vor den Sommerferien sollen die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus der Region in die Konferenz eingeladen werden, zum Ende des Jahres soll mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) diskutiert werden. Bis dahin müssen die rund 40 Mitglieder der Alten- und Pflegekonferenz aber weiter Hausaufgaben in ihren Projektgruppen machen. Martin Wiese, Leiter des Fachbereichs Soziales beim Landkreis Lüneburg: ,,Es muss genau geklärt werden, welches Thema mit wem erörtert werden soll.“

Viele dicke Bretter werden zu bohren sein, um den Auswirkungen des demografischen Wandels zu begegnen. Aber den Kopf in den Sand stecken, das kommt nicht in Frage, meinte Thomas König von der Gesundheitsholding Lüneburg, der Sprecher der Projektgruppe Mindestanforderungen Wohnen ist.

Er hält es mit dem berühmten irischen Dramatiker George Bernard Shaw, der einmal gesagt hat: ,,Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?“