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Raabe-Schülerin Fenja Günther (l.) aus der 9b hat als Mitglied der Bibliotheks-AG am Aufbau der neuen Schulibliothek kräftig mitgearbeitet. Bibliothekarin Dörte Christensen empfiehlt ihr zur Ablenkung vom Schulstress die Lektüre zum Film Krieg der Sterne. Foto: t&w
Raabe-Schülerin Fenja Günther (l.) aus der 9b hat als Mitglied der Bibliotheks-AG am Aufbau der neuen Schulibliothek kräftig mitgearbeitet. Bibliothekarin Dörte Christensen empfiehlt ihr zur Ablenkung vom Schulstress die Lektüre zum Film Krieg der Sterne. Foto: t&w

Bibliothek neu sortiert

us Lüneburg. „Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen, sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanken, Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden.“ Die Worte Maxim Gorkis, die von Schuldirektorin Christine Hartmann gestern zitiert wurden, bezeichnen treffend die Situation, in der sich die Schulbibliothek der Wilhelm-Raabe-Schule bis vor Kurzem noch befand. Zwar ging es dort alles andere als stürmisch zu, doch nachdem sich viele Jahre niemand so recht um den Buchbestand und die Räume im Keller des Lüneburger Gymnasiums gekümmert hatte, herrschte dort zuletzt ein Wirrwarr, das sowohl von Lehrern als auch Schülern weitestgehend gemieden wurde. Nach gut vier Monaten des Aufräumens, Aussortierens und Neuanlegens wurde gestern die neu eingerichtete Bibliothek ihrer wiedergewonnenen Bestimmung übergeben.

Mehr als 1400 Bücher umfasst die neue Bibliothek, „wir streben aber einen Bestand von 5000 Titeln an“, sagt Hana Weissmann. Die Vorsitzende des Fördervereins „Freunde und Förderer der Wilhelm-Raabe-Schule“ hat nicht nur dafür gesorgt, dass das Projekt überhaupt angepackt wurde, sie sorgte auch für ausreichend Sponsorengelder, um die Bibliothek wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. 17 000 Euro sind dabei zusammengekommen, zu den Unterstützern zählen neben der Sparkasse und der Volksbank Lüneburger Heide zahlreiche Betriebe und Unternehmen aus der Hansestadt. „Uns war wichtig, dabei zu helfen, das Projekt mit auf den Weg zu bringen“, sagte Christine Ruschmeyer von der Sparkasse.

Neben Büchern soll die Bibliothek künftig auch elektronische Medien wie DVDs und Hör-CDs aufnehmen, sagt Schulbibiothekarin Dörte Christensen, hierfür würden in Kürze die erforderlichen Computer installiert. Seit September arbeitet sie in der Bibliothek, jeweils zwei Tage in der Woche. „Es ist bereits die vierte Bibiliothek, die ich eingerichtet habe.“ Wertvolle Hilfe hat es aber auch von der Niedersächsischen Büchereizentrale in Lüneburg gegeben. „Sie unterstützte uns bei der Katalogisierung und der Raumaufteilung sowie bei Fragen des Bestandsaufbaus“, sagte Christensen.

Im September war mit den Arbeiten begonnen worden, rund 700 Arbeitsstunden sind zusammengekommen. Viel Zeit wurde für die Sichtung des ehemals 10 000 Titel umfassenden Bestandes der alten Bibliothek verwandt, von der aber nur wenige Bücher übernommen werden konnten. „Der überwiegende Teil des früheren Bestandes war nicht mehr aktuell und musste ausgesondert werden“, sagt die Bibliothekarin. Unterstützt wurde sie dabei vor allem von den Mitgliedern der Bibliotheks-AG, aber auch viele Eltern hatten ehrenamtlich mitgewirkt, um aus der verstaubten und ungenutzten früheren Bücherei wieder eine richtige Bibliothek zu machen.

„Wir haben eine Etappe erreicht, aber es muss sich natürlich noch weiter entwickeln“, sagt Deutschlehrer Burkhard Wahnschaffe, der das Projekt seitens der Lehrerschaft mit betreute. Und mit Blick auf weitere Arbeiten und Anschaffungen, für die auch weitere Mittel benötigt werden, meint er: „Eine Bibliothek rechnet sich nicht, aber sie zahlt sich aus.“

Schuldirektorin Christine Hartmann lud Schüler und Lehrer ein, die neue Bibliothek intensiv zu nutzen und die frisch renovierten Räume aufzusuchen, um auch mal „absichtslos zu schnuppern“.