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Herzlich Willkommen in Ochtmissen: Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (r.) und Oberbürgermeister Ulrich Mädge (2. v. r.) begrüßen beim Neujahrsempfang des Lüneburger Ortsteils zahlreiche Neubürger. Zu ihnen gehören (v. l.) auch Michael Seiffert, Angelika Franz, Renate Uitz-Choi und Eberhard Friedrichs. Foto: be
Herzlich Willkommen in Ochtmissen: Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (r.) und Oberbürgermeister Ulrich Mädge (2. v. r.) begrüßen beim Neujahrsempfang des Lüneburger Ortsteils zahlreiche Neubürger. Zu ihnen gehören (v. l.) auch Michael Seiffert, Angelika Franz, Renate Uitz-Choi und Eberhard Friedrichs. Foto: be

Neubürger sind willkommen

mm Lüneburg. Finden afrikanische Flüchtlinge künftig in Ochtmissen eine Bleibe? Das war nur eine Frage, um die es gestern Morgen beim traditionellen Neujahrsempfang in Ochtmissen ging. Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz hatte in das Lokal „Zum Wikinger“ im neuen Sportlerheim eingeladen. Vertreter der Lüneburger Politik kamen ebenso wie Mitglieder der örtlichen Vereine. Und natürlich waren auch viele Ochtmissener zu Gast. Schultz hieß einige Neubürger willkommen. Auch steckten er und Oberbürgermeister Ulrich Mädge den „Fahrplan 2014“ ab. Ein Punkt: eine mögliche Unterkunft für Flüchtlinge.

„Die Akte Ochtmissen landete bei mir Ende des letzten Jahres im Reißwolf“, eröffnete Mädge seine Begrüßungsrede ironisch. Der Oberbürgermeister meinte damit die scheinbar unendliche Geschichte um den Bau des Sportlerheims. Nun also neue Themen: Bekanntlich muss die Stadt nach Vorgaben der Bundesregierung Flüchtlinge unterbringen, etwa aus Nordafrika und Syrien. Auch in Ochtmissen könnte ein Standort liegen.

„Wir rechnen mit 60 bis 80 Flüchtlingen, die wir in einem Lüneburger Stadtteil unterbringen müssen“, sagte Mädge. Als Unterkunft könnten Container dienen, es werde zwei Sozialarbeiter und einen 24-stündigen Wachdienst geben. Mädge appellierte an die „Willkommenskultur“ der Bürger. Asylbewerber bräuchten Betreuung und Sprachunterricht.

Zudem betonte er, wie wichtig es sei, Bürger an der Politik zu beteiligen. „In diesem Jahr werden wir ab Herbst in den Stadtteilen den Haushalt vorstellen.“ Das erfordere zwar reichlich personellen Einsatz, doch für Mädge ist klar: „Die Bürger können wir nur vor Ort erreichen.“

Michael Gimball freut sich über Besucher im neuen Sportlerheim. „Die Eltern rennen uns schon die Tür ein“, sagte der Erste Vorsitzende des Ochtmissener Sportvereins (OSV). Die Sportangebote für die Jüngsten würden gut angenommen, berichtet er, für die übrigen wünscht er sich noch ein „wenig mehr“ Zulauf. Ein Angebot: Am Freitag, 7. Februar, veranstaltet der OSV einen Schnuppertag zum Kinderturnen für die Altersstufen bis zu 3 Jahre und 4 bis 6 Jahre.

Ortsbürgermeister Schultz begrüßte auch Neubürger, die sich bereits pudelwohl fühlen. Renate Uitz-Choi ist eine von ihnen. Von Buxtehude zog sie mit ihrem Verlobten nach Ochtmissen, die beiden haben ein Haus gebaut. Die Österreicherin verdient ihr Geld in Hamburg, pendelt mit dem Auto zur Arbeit. Sie weiß: „Lüneburg ist die schönste Stadt südlich von Hamburg.“ An ihrer neuen Umgebung schätzt sie besonders die Nähe zur Natur, mit Hund Elsa ist die 35-Jährige oft im Forst unterwegs. Auslauf könnte es für die Hündin bald auch um den Ochtmissener Teich geben. „Das Areal rundum den Teich könnte als Naherholungsgebiet erschlossen werden“, sagte Ortsvorsteher Schultz. Für Hunde gebe es in Ochtmissen seit Neuestem auch eine Hundeschule. „Hier haben sie richtig Auslauf, können sich auch in der Setz- und Brutzeit frei bewegen.“

Uitz-Choi und ihr Verlobter bezogen ihr Haus im vergangenen März. „Eigentlich wollten wir im Sommer auch die zahlreichen Bars in Lüneburg entdecken“, erzählt sie. Stattdessen wurde auf der eigenen Terrasse „gefühlt sechs Mal in der Woche“ gegrillt. So lernte man auch die Nachbarn kennen: „Die sind alle total entspannt.“

Ähnlich begeistert sind Angelika Franz und Michael Seiffert: „Wir haben ein Haus an der Vögelser Straße gekauft und sind am 31. Oktober eingezogen.“ Franz besorgte Süßigkeiten für die an Halloween umherziehenden Kinder: „So lernten wir gleich die Nachbarschaft kennen.“ Lüneburg kenne sie von den Hansetagen, Franz lebte vorher in Lübeck. „Es war gar nicht so leicht, sie dort wegzubekommen“, erzählt Seiffert. Doch die beiden suchten eine „gemeinsame Schnittstelle“, Seiffert arbeitet in Neuengamme. „Wir haben uns bewusst für Lüneburg entschieden.“