Donnerstag , 29. September 2016
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Wer gerne feiert oder in Hamburg ein Konzert besucht hat und dann mitten in der Nacht nach Hause möchte, freut sich über das neue Angebot der Metronom-Gesellschaft. Die ist zufrieden: Der Nachtzug werde gut angenommen. Foto: A/t&w
Wer gerne feiert oder in Hamburg ein Konzert besucht hat und dann mitten in der Nacht nach Hause möchte, freut sich über das neue Angebot der Metronom-Gesellschaft. Die ist zufrieden: Der Nachtzug werde gut angenommen. Foto: A/t&w

Ein guter Zug für Nachtschwärmer

hön Lüneburg. Lange hatten Lüneburger auf ihn gewartet. Seit einem Monat ist er nun im Einsatz – der Wochenend-Nachtzug aus Hamburg. Durchschnittlich 300 Fahrgäste haben die Züge um kurz nach drei Uhr genutzt. „Wir haben den Bedarf schon lange gesehen und freuen uns umso mehr, dass viele Lüneburger das Angebot nutzen“, berichtet Björn Pamperin von der Metronom-Eisenbahngesellschaft. Auch an diesem Wochenende lockt nicht nur die Aussicht auf das eigene Bett manchen Fahrgast.

Vier junge Frauen haben, vom Feiern erschöpft, schon früh eine der eisernen Stuhlreihen am Gleis okkupiert. Ein Mann Anfang 20, mit schwarzer Fliege und leichtem Jacket versucht vergeblich, die Tür des wartenden, noch dunklen Zuges zu öffnen. Es ist kalt auf dem Bahnsteig. Doch Rettung naht bald durch Fahrgastbegleiter Rouven Höhne. „Konzertgänger mussten ja bisher bis in den Morgen hier ausharren. Da ist das neue Angebot schon sehr praktisch.“

Obwohl laut einer Forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr sich immerhin noch knapp jeder zehnte Nutzer in öffentlichen Verkehrsmitteln „wenig sicher“ fühle, sind die meisten Passagiere an Bord des Metronom einhellig der Meinung: Der Nacht-Zug macht Bahnfahren sehr attraktiv.

Fahrgast Ronny Süßmilch kommt von seiner verspäteten Weihnachtsfeier, lächelt und sagt: „Ich konnte heute mein Auto stehenlassen. Gerade für zukünftige Konzertbesuche in Hamburg, schätze ich das Angebot.“ Florian Schmidt entschied sich vor allem wegen des Zeitpunktes für den ÖPNV: „Es ist halt die perfekte Mitte um von einer Geburtstagsfeier nach Hause zu fahren – nicht zu früh, nicht zu spät.“ Zwei Damen mit buntem Haarschmuck, ergänzen, dass sie zwar zum ersten Mal, aber sicher nicht zum letzten Mal mit diesem Zug fahren würden. Unangenehme Mitfahrende seien ihnen nicht aufgefallen.

Mittlerweile wurde auch die Gültigkeit des Niedersachsentickets dem neuen Fahrplan angepasst. So sind Freitags-Tagestickets nicht mehr nur bis 3 Uhr des Folgetages gültig. Die meisten Passagiere haben sich inzwischen in ihre Schals und Jacken gewickelt und schlummern friedlich. Einige Handy-Wecker sind gestellt worden, sodass die richtige Haltestelle nicht verschlafen wird.

Pünktlich fährt der Zug in Lüneburg ein. Höhne weckt den letzten Tiefschläfer, dann hat er Feierabend. Stört es ihn nicht, so spät noch zu arbeiten? „Das gehört bei dem Job nun mal dazu. Ich könnte mir sogar vorstellen bis nach Uelzen zu fahren.“ Das neue Angebot über die Endstation Lüneburg hinaus auszuweiten, sei bereits von Fahrgästen gewünscht worden.

One comment

  1. In Ihrem Beitrag heißt es: „Mittlerweile wurde auch die Gültigkeit des Niedersachsentickets dem neuen Fahrplan angepasst. So sind Freitags-Tagestickets nicht mehr nur bis 3 Uhr des Folgetages gültig.“

    Das liest sich in den offiziellen Beförderungsbedingungen der Niedersachsentarif GmbH (NITAG, Stand 01.01.2014) anders. Dort heißt es nämlich: „Ein Niedersachsen-Ticket gilt an dem auf der Fahrkarte angegebenen Geltungstag für beliebig viele Fahrten, und zwar Montag bis Freitag ab 9.00 Uhr des angegebenen Geltungstages bis 3.00 Uhr des Folgetages; Samstag und Sonntag sowie an den in ganz Niedersachsen gültigen gesetzlichen Wochenfeiertagen ab 0.00 Uhr des angegebenen Geltungstages bis 3.00 Uhr des Folgetages.“

    Demnach ist ein am Freitag gelöstes Niedersachsen-Ticket für den am Sonnabendmorgen um 3:12 Uhr startenden Nachtzug nicht gültig.

    Anders ist das übrigens bei HVV-Tageskarten. Sie sind bis zum Betriebsschluss gültig. Als Betriebsschluss gilt 6:00 Uhr des Folgetages.