Dienstag , 27. September 2016
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Schulleiter Wolfang Groth (l.) und der verantwortliche Lehrer Thomas Meier (2.v.r.) stehen zusammen mit den beiden Mechatronik-Azubis Johanna Hesse und Holger Schubotz vor einer CNC-Fräse. Foto: kre
Schulleiter Wolfang Groth (l.) und der verantwortliche Lehrer Thomas Meier (2.v.r.) stehen zusammen mit den beiden Mechatronik-Azubis Johanna Hesse und Holger Schubotz vor einer CNC-Fräse. Foto: kre

Nach Feierabend auf die Schulbank

kre Lüneburg. Sie stehen mitten im Leben. Sie haben ihren Beruf, sind zum Teil schon selbst Ausbilder in ihren Betrieben und drücken jetzt trotzdem nach Feierabend noch einmal die Schulbank. Vier lange Jahre, jeweils zwei Abende in der Woche, außerdem jeden zweiten Sonnabend. Weil sie sich weiterqualifizieren wollen zum ,,Staatlich geprüften Techniker mit dem Schwerpunkt Mechatronik (Automatisierungstechnik). Ein anstrengendes und ehrgeiziges, aber auch spannendes Vorhaben, ,,das den Schülerinnen und Schülern Ausdauer, Disziplin und Einsatzbereitschaft abverlangt“, weiß Studiendirektor Thomas Meier. Aber er sagt auch: ,,Die Mühen lohnen sich, denn gut ausgebildete Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.“ Ab dem Spätsommer 2014 (Schuljahresbeginn ist der 11. September) startet an der Georg-Sonnin-Schule (BBS II) der nächste Durchgang.

,,Eingangsvoraussetzung ist die abgeschlossene Ausbildung als Mechatroniker oder Elektroniker für Betriebstechnik, beziehungsweise Automatisierungstechnik“, klärt Meier auf und fügt hinzu: ,,Außerdem müssen die Interessenten mindestens über eine einjährige Berufserfahrung verfügen.“ Der Vorteil dieser Schulform: Der Besuch der Fachschule und die abschließende Prüfung zum ,,Staatlich geprüften Techniker“ sind kostenfrei.

Dafür wird den Absolventen aber auch einiges abverlangt: Im berufsübergreifenden Bereich stehen neben Deutsch und Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Politik ebenso auf dem Stundenplan wie Betriebswirtschaft, Mitarbeiterführung und wissenschaftliches Arbeiten. ,,Schwerpunkt in der Ausbildung bilden jedoch die Automatisierungs- beziehungsweise die Produktionstechnik“, erläutert Meier. Steuerungstechnik, Fertigungs-, Antriebs,- Regelungs- und Robotertechnik etwa gehören dazu.

Eine Projektarbeit rundet die Ausbildung ab. ,,Die Schüler müssen eine eigene Anlage entwickeln und bauen, und diese Arbeit beschreiben und dokumentieren“, berichtet Schulleiter Wolfgang Groth und fügt hinzu: ,,Hier ist neben Wissen und Engagement vor allem auch Teamarbeit gefragt.“

Die Schüler, die sich für diese Doppelbelastung entscheiden neben dem Beruf noch einmal die Schulbank zu drücken sind in der Regel zwischen Anfang 20 bis Mitte 30. Und längst nicht alle kommen aus dem Lüneburger Raum: ,,Unser Einzugsgebiet reicht von Celle bis Hamburg, von Soltau bis Dannenberg“, listet Meier auf. Wohl auch ein Grund, warum die Abrecherquote gering ist: ,,Wer selbst weite Wege auf sich nimmt, um noch nach Feierabend zu lernen, hat diese Entscheidung ganz bewusst getroffen“, weiß Groth, und Meier ergänzt: Der hält auch durch…“

Interessenten können sich bis zum 28. Februar auf dem Internet-Portal ,,Schüler online“ (www.schueleranmeldung.de) anmelden. Weitere Infos gibt zudem Studiendirekor Thomas Meier (meier@georg-sonnin-schule.de).