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Lüneburgs älteste Fußgängerzone ist schwer in die Jahre gekommen. Nun gibt es Geld für die Sanierung. Foto: t&w
Lüneburgs älteste Fußgängerzone ist schwer in die Jahre gekommen. Nun gibt es Geld für die Sanierung. Foto: t&w

Einkaufsmeile wird geliftet

us Lüneburg. Die Große Bäckerstraße soll schöner werden, das fordern die dort ansässigen Händler schon seit langem. Bald ist es so weit, der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung hat grünes Licht für den Ausbau des ersten Abschnitts gegeben, der an der Kleinen Bäckerstraße anschließt und sich bis zur Apothekenstraße erstreckt. 250000 Euro hat die Stadt dafür veranschlagt, von Juli bis Oktober sollen die Arbeiten dauern.

Doch nicht aus optischen, sondern aus abwassertechnischen Gründen will die Stadt das Projekt jetzt in Angriff nehmen, erläuterte Uta Hesebeck vom Bereich Straßen und Ingenieurbau bei der Vorstellung der Pläne: „Der vorhandene Mischwasserkanal in der Großen Bäckerstraße wurde zwischen 1865 und 1905 gebaut, entsprechend schlecht ist der bauliche Zustand.“ Die stadteigene Abwassergesellschaft AGL beabsichtige deshalb eine Modernisierung. Aber auch die hohe Verkehrsbelastung durch Lieferfahrzeuge habe zu Versackungen und Verdrückungen geführt, wodurch sich bei starken Regenfällen immer wieder Pfützen bildeten. Darum soll auch die Gehwegfläche der Straße erneuert werden.

Geplant ist, das Oberflächenmaterial der Kleinen Bäckerstraße fortzusetzen. Anders als dort aber sollen in der Großen Bäckerstraße zwei Gossen entstehen. „Die Straße ist nicht nur breiter, auch das Straßengefälle wäre bei nur einer Gosse stärker“, sagte Uta Hesebeck ein Problem, das Rollstuhlfahrern oder Senioren mit Rollatoren immer wieder zu schaffen mache. „Dadurch erhalten wir in der Mitte zwischen den Gossen eine Fahrgasse, links und rechts davon je eine Gehgasse“, verdeutlichte Hesebeck. Durch entsprechendes Verlegen der Steinplatten soll dies erkennbar werden.

Verlegt werden soll chinesischer Granit, der zwar optisch mit schwedischem Granit nicht ganz mithalten könne, bei Kosten von 100 Euro pro Quadratmeter aber deutlich unter den 230 Euro des schwedischen Pendants liege. Auch Seriosität und Verlässlichkeit der Chinesen sei per Internetrecherche und entsprechende Qualitätssiegel gewährleistet, glaubt ­Hesebeck.

„Wir sind froh, dass es endlich los geht“, sagte Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburg City Management (LCM). „Von Juli bis Oktober brennt hier im Handel zwar die Hecke, aber da müssen wir jetzt durch, und das wollen wir auch gemeinsam umsetzen.“

Birte Schellmann bereiten die schweren Lieferfahrzeuge Probleme, die bereits jetzt täglich den Drogeriemarkt in der Großen Bäckerstraße anfahren. „Machen die uns nicht alles wieder kaputt?“, fragte die Liberale und stieß damit bei der Stadt auf offene Ohren. „Wir suchen da bereits nach einer Lösung“, sagte Uta Hesebeck. Christian Burgdorff vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt gab zu bedenken, dass das jetzige Pflaster gerade mal 30 Jahre gehalten habe, „eine ziemlich schnelle Verfallsdauer“. Er hoffe, dass das neue Pflaster länger halten und nicht in 30 Jahren wieder aus modischen Erwägungen erneuert werden müsse. Zu der Zwei-Gossen-Variante gab er zu bedenken: „Das sollte am Ende nicht aussehen wie der Elbe-Seitenkanal.“ Er regte deshalb an, den Fahrweg mit leichten Verschwenkungen zu gestalten.

Eberhard Manzke von der CDU empfahl, ähnlich wie beim Ausbau der Grapengießerstraße bei der Ausschreibung eine feste Bauzeit und eine Pönale festzusetzen. „Auch eine Prämie bei früherer Fertigstellung hatte sich damals für alle Beteiligten sehr bewährt.“

Ende Februar will die Stadt bei einer Bürgerversammlung über das Projekt informieren. Von April bis Juni sollen dann Arbeiten zum Rohrvortrieb für die Erneuerung der Kanalisation ausgeführt werden, hierzu sind drei Baugruben zwischen Markt und Kleiner Bäckerstraße geplant. Diese sollen dann bis zum Lüneburger Stadtfest, das vom 21. bis 23. Juni stattfindet, abgeschlossen sein. Erst danach sollen dann die eigentlichen Baumaßnahmen für den ersten Bauabschnitt auf der Flaniermeile beginnen.