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Acht Wasserblüten ist der Titel dieses Kunstwerks. Seit Jahren sprudelt hier kein Wasser mehr. Der Bürgerverein will sich um die Sanierung des Brunnens kümmern. Foto: be
Acht Wasserblüten ist der Titel dieses Kunstwerks. Seit Jahren sprudelt hier kein Wasser mehr. Der Bürgerverein will sich um die Sanierung des Brunnens kümmern. Foto: be

Plätschern auf Bronzeblüten

rast Lüneburg. Er ist ein Schmuckstück inmitten der Westlichen Altstadt, doch seit Jahren läuft kein Wasser mehr in der Brunnenskulptur mit dem blumigen Namen „Acht Wasserblüten“ an der Neuen Straße. Im Sommer soll endlich wieder Wasser über die bronzenen Blütenblätter plätschern. Das Ziel hat sich der vor 50 Jahren gegründete Bürgerverein Lüneburg in seinem Jubiläumsjahr gesetzt. Er hat das Projekt jetzt bei seiner Jahresversammlung im Hotel Scheffler beschlossen, setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit der Hansestadt und dem Arbeitskreis Lüneburger Altstadt, hofft auch auf großzügige Spender. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat die Kosten bereits von der Verwaltung kalkulieren lassen: ,,Die Kostenschätzung beläuft sich auf 40000 bis 45000 Euro, damit der Brunnen im Sommer wieder sprudeln kann.

Die Stadt würde vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien 25000 Euro bereitstellen.“ Bürgervereins-Vorsitzender Rüdiger Schulz weiß: ,,Die Wassertechnik ist komplett kaputt, auch die Pflasterung drumherum muss erneuert werden. Auch die Senkungsschäden haben da einiges kaputt gemacht.“ Schulz nannte den Grund für das Brunnen-Engagement: ,,Das Wasserspiel stammt ja ursprünglich vom Bürgerverein.“

Die 1,60 Meter hohe Skulptur wurde am 10. Oktober 1989, im Jahr des 25-jährigen Vereinsbestehens, eingeweiht. Stark gemacht für den geschmiedeten Bronzebrunnen hatte sich das Vereinsmitglied Klaus Müller-Heidelberg. Er hatte nach eigenen Worten ,,das Bedürfnis, etwas Konkretes für die Stadt tun zu wollen“. Nach langjähriger Tätigkeit im niedersächsischen Innenministerium zog er mit seiner Familie 1962 nach Lüneburg, hier war er als Regierungsvizepräsident tätig. Müller-Heidelberg kannte den Metallbildhauer Lothar Klute aus Waldemai im Sauerland. Im Mai 1989 machte sich eine Gruppe aus dem Vorstand mit dem Vorsitzenden Wolfram Fischer auf in die Galerie des 1946 geborenen Künstlers dessen Ideen überzeugten. Auch die notwendigen Spenden kamen schnell zusammen. Und nach anfänglicher Ablehnung wegen befürchteter hoher Unterhaltungskosten stimmte letztlich auch die Hansestadt dem Brunnen-Projekt zu.

Seinen 50. Geburtstag feiert der Bürgerverein am 29. Juni im Fürstensaal des Rathauses, als Gäste haben sich unter anderem Landtags-Präsident Bernd Busemann und der Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes, Prof. Dr. Hansjörg Küster, angekündigt. Im Jubiläumsjahr gibt es auch ein zweites Brunnen-Fest: Der Verein übergibt am 21. Juni ein Duplikat der Schlöbcke-Büste an Oberbürgermeister Mädge. Der Kopf wird fest auf dem Brunnen am Fuße des Kalkbergs installiert, der an den Kalkberg-Retter Eduard Schlöbcke erinnert.

Während der Versammlung zeichnete Rüdiger Schulz Heide Wilkens für ihr langjähriges Engagement im Verein mit der Ehrennadel aus. Die erhalten auch Enno Finke und Manfred Wilkens. Bei den Vorstandswahlen wurden der 2. Vorsitzende Herbert Glomm und die 3. Vorsitzende Christiane Weber wiedergewählt. Neu im Vorstand sind Ute Guderian als 2. Schriftführerin und Dr. Heinrich Barthel als Kassenprüfer. Eine ganz besondere Ehrung wurde Curt Pomp zuteil, der Vorsitzende des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt wurde zum Ehrenmitglied ernannt er ist das erst achte Ehrenmitglied in der 50-jährigen Vereinsgeschichte.