Donnerstag , 29. September 2016
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Noch sind die beiden Sportplätze auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne (links unten und rechts oben) der Bundeswehr vorbehalten. Doch die Begehrlichkeiten angesichts rarer Fußballfelder in der Hansestadt sind groß. Neben dem Flugplatz könnten bald die Spieler des LSK oder auch die anderer Lüneburger Vereine kicken. Foto: A/boldt
Noch sind die beiden Sportplätze auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne (links unten und rechts oben) der Bundeswehr vorbehalten. Doch die Begehrlichkeiten angesichts rarer Fußballfelder in der Hansestadt sind groß. Neben dem Flugplatz könnten bald die Spieler des LSK oder auch die anderer Lüneburger Vereine kicken. Foto: A/boldt

Die begehrten Sportplätze

as Lüneburg. ,,Es freut uns, dass die rot-grüne Ratsmehrheit endlich unsere Idee aufgreift. Bereits 2012 hatten wir im Zusammenhang mit dem Erhalt des Flugplatzes einen Antrag gestellt, dass im östlichen Teil der Theodor-Körner-Kaserne eine Sportarena geschaffen werden könnte als neue Heimat für den LSK Hansa, aber auch zur Nutzung von anderen Vereinen oder für Konzerte“, sagt Eckhard Pols. Damals habe Oberbürgermeister Ulrich Mädge noch gesagt, dass er sich keine Sportstätten zwischen Chemiefabriken und Flugplatz vorstellen könne, erinnert der CDU-Fraktionschef. Nun beschäftigt das Thema einmal mehr den Rat, der am Donnerstag, 6. Februar, 17 Uhr, im Huldigungssaal des Rathauses tagt.

Die Linke bringt eine Resolution ein, wonach der Bund aufgefordert wird, Teilflächen in der Theodor-Körner-Kaserne (TKK) zum ,,Zwecke der Sportförderung günstig zu verpachten und mittelfristig die Flächen der Hansestadt zu überlassen“. Der bestehende Sportplatz könnte von Lüneburger Sportvereinen genutzt, vor allem aber dem insolventen LSK Hansa eine neue Heimat bieten, schlägt der Linke Rainer Petroll vor. Der ist bekennender LSK-Fan und befürchtet, dass wenn der Verein ab April als Gast auf dem Bardowicker Sportplatz spielen muss, dies das Aus des LSK Hansa bedeuten könnte.

Mitspielen bei dem Thema möchte auch Rot-Grün, aber nach ihren Regeln. Nachdem der Rat in schöner Einstimmigkeit mit Mädge bereits Ende des vergangenen Jahres auf die Freigabe der Restflächen der Schlieffenkaserne gepocht hatte, fordert die Mehrheitsgruppe in einem Änderungsantrag zur Linken-Resolution nun die Bundesregierung auf, ,,nicht mehr benötigte Flächen auf dem Gelände der TKK zeitnah für die Nachnutzung vorhandener Sportanlagen und für zusätzliche Gewerbeflächen durch die Stadt zu veräußern“. SPD-Chef Heiko Dörbaum und Grünen-Chef Andreas Meihsies betonen, dass man sich zum Änderungsantrag entschlossen habe, weil die Linke bevorzugt den LSK auf dem Gelände ansiedeln wolle. ,,Wir möchten aber auch anderen Vereinen Spielkapazitäten zur Verfügung stellen“, ist sich Dörbaum mit Meihsies einig. Außerdem sei zu prüfen, inwieweit dort Gewerbeflächen entstehen könnten.

Wirtschaftsförderer Jürgen Enkelmann hatte im September 2012 im Wirtschaftsausschuss erläutert, dass bis 2025 ein Bedarf von rund 60 Hektar Gewerbegebietsflächen in der Region Lüneburg bestehe. Eine rechtzeitige Entwicklung sei wichtig für den Wirtschaftsstandort Lüneburg. Um Platz für die Ansiedlung von Firmen zu schaffen, geriet auch der Flugplatz ins Visier. Ein neuer Pachtvertrag zwischen Stadt und Luftsportverein Lüneburg (LVL) sollte ein Sonderkündigungsrecht enthalten, falls es einen positiven Ratsbeschluss für die Entwicklung des Flugplatzes zum Gewerbegebiet geben sollte. Allerdings gab es für den Vertrag auch im zweiten Anlauf am 20. September 2012 im Rat keine Mehrheit.

Die CDU-Stadtratsfraktion forderte damals schon den Oberbürgermeister auf, Verhandlungen mit dem Bund über künftig frei werdende Flächen im östlichen Teil der TKK aufzunehmen. Die sollen im Rahmen der Bundeswehrreform frühenstens 2016 aber eher später frei werden. SPD-Chef Dörbaum: ,,Aus unseren Einschätzungen müsste es früher gehen.“ Eckhard Pols, der auch im Bundestag sitzt, sagt: ,,Ich habe inzwischen mit dem zuständigen parlamentarischen Staatssekretär Steffen Kampeter über eine mögliche frühzeitigere Freigabe der Fläche gesprochen.“ Pols gibt aber auch zu bedenken, dass Tim Grünewald, Kommandeur der Lüneburger Aufklärer, erst einmal prüfen müsse, ,,welche Flächen überhaupt freigegeben werden können“.

Oberbürgermeister Mädge sagt, man bemühe sich gemeinsam darum, im Osten der Stadt eine Lösung für den LSK Hansa zu finden. Allerdings müsse der Verein selber sagen, ob er die Option TKK in Betracht ziehe. Er habe dem LSK Hansa signalisiert, ,,dass ich mich bei der neuen Bundesregierung dafür einsetzen werde, möglichst schon früher die Freigabe der Teilflächen zu erreichen, denn wir müssen eine mögliche Umnutzung auch planungsrechtlich absichern“. Das könne zwei bis drei Jahre dauern. Er hält auf dem Gelände außerdem eine Gewerbenutzung für möglich, ,,da es ja sehr groß ist“.

3 Kommentare

  1. Mädge und Meihsies sollen mal lieber ihre Fehler korrigieren und die Zerstörung des Sportgeländes im ehemaligen Naturschutzgebiet Wilschenbruch stoppen. Die Stadtverwaltung ist der Taktgeber das hat auch der Insolvenzverwalter des alten LSK v. 1901 bestätigt. Wenn jetzt mit großem finanziellen Aufwand 2018 aufwärts ein Sportpark in der Kaserne entstehen soll, dann stellt sich doch die Frage warum Mädge und Meihsies die Verwertung der Sportanlagen im Wilschenbruch nicht erst ab 2018 zulassen. Entweder sind das noch größere Dilletanten als man jetzt schon immer annehmen musste oder die wollen tatsächlich einen Sportverein mit exzellenter Jugendarbeit gegen die Wand fahren lassen. Mei Vorschlag wäre, den Wilschenbruch als Sportanlagen erhalten und in der Kaserne sollte ab 2018 für den Stadt-und Landkreissport eine anständige Turnhalle, wo z.B. auch die Volleyballer Bundesliga spielen können und meinetwegen für die Region ein Kunstrasenplatz entstehen.
    Von der LZ als Lokalzeitung erwarte ich hier auch mal kritische Berichterstattung. Als amtliches Mitteilungsblatt braucht man die nicht zu lesen.

  2. Ich bin der festen Überzeugung, dass es dem OB nicht um eine gesicherte Bleibe für den LSK in der TKK geht. Da stecken eher andere Interessen hinter. Wie heißt es gleich im letzten Satz des Artikels? Er hält auf dem Gelände außerdem eine Gewerbenutzung für möglich. Nun wird der arme LSK bei der Bundesregierung vorgeschoben….schließlich geht es ja um die Zukunft der Sportler. Über diesen Umweg kann er dann seine wirtschaftlichen Interessen umsetzen… Frage: Gibt es schon den einen oder anderen Investor für die Erweiterung des Gewerbegebietes? Steht Herr Mädge womöglich unter Zeitdruck, weil er etwas versprochen hat ohne mit den entsprechenden Gremien wie Bundesregierung und Bundeswehr oder dem Eigentümer BImA vernünftig verhandelt zu haben?

  3. Die Äußerungen des OB Mädge im letzten Absatz des Berichts sind verworren. zumindest wohl bewusst irreführend. Es ist doch mindestens seit Mitte 2013 jedermann bekannt, dass das Gelände der TKK als neue Spielstätte für den LSK-Vorstand die erste Option ist. Landeszeitung und Lünepost haben mehrere entsprechende Äußerungen des Sportvorstands Gerald Kayser auch so wiedergegeben. OB Mädge erweckt nun den Eindruck, als habe der Verein die TKK als neue Spielstätte bisher abgelehnt und als habe er, OB Mädge, dem Verein diese Fläche schon immer angeboten. Es war doch genau andersrum und da empfinde ich das Verhalten des OB nicht gerade als wahrhaftig und rechtschaffen.