Mittwoch , 28. September 2016
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Eine Streuobstwiese soll nahe der Kastanienallee in Kaltenmoor entstehen. Initiator Helmut Muhsmann (l.) und OB Ulrich Mädge freuen sich auf weitere Spender. Uwe Nehring (3.v.r.) und Peter Zurheide kümmern sich um die Umsetzung. Foto: sp
Eine Streuobstwiese soll nahe der Kastanienallee in Kaltenmoor entstehen. Initiator Helmut Muhsmann (l.) und OB Ulrich Mädge freuen sich auf weitere Spender. Uwe Nehring (3.v.r.) und Peter Zurheide kümmern sich um die Umsetzung. Foto: sp

Äpfel und Birnen für Kaltenmoor

sp Lüneburg. Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen so vielfältig soll es in einigen Jahren zur Erntezeit auf der Streuobstwiese in Kaltenmoor aussehen. Die Wiese soll neben der Kastanienallee nahe dem Jugendzentrum in Kaltenmoor entstehen. Das wünscht sich der frühere Ratsherr und Bürgermeister, Helmut Muhsmann, seit Jahrzehnten Kaltenmoorer. Die ersten Mitstreiter für seine Idee hat er bereits gewonnen, darunter Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der selbst im bevölkerungsreichsten Lüneburger Stadtteil wohnt. Wenn genügend Bäume zusammen gekommen sind, soll es ein gemeinsames Pflanzfest mit allen Spendern geben.

Helmut Muhsmann kann sich noch gut erinnern, wie in seiner Jugend in Bad Lauterberg die Straßenbauämter einmal im Jahr die Früchte öffentlicher Bäume für kleines Geld versteigert haben. „Viel später habe ich auf Reisen in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz Streuobstwiesen kennengelernt. Die Idee, auch bei uns im Viertel eine solche Wiese einzurichten, ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, berichtet der 84-Jährige und kündigt an: „Die ersten zehn Obstbäume spende ich.“ Als weitere Spender konnte er Anneliese Siekmann, ehemaliges Mitglied im Lüneburger Seniorenbeirat, gewinnen.

Auch Mädge beteiligt sich mit einem aus seinem privaten Budget finanzierten Baum und in offizieller Funktion: „Streuobstwiesen bieten Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum und helfen die Artenvielfalt zu schützen. Allerdings würden wir als Verwaltung die Früchte heutzutage eher nicht verkaufen, sondern zum Beispiel zusammen mit Schülern als Paten ernten und verwerten. Das wäre dann nachhaltig im besten Sinne.“

Eine Fläche für die gute Idee war schnell gefunden: Im westlichen Teil Kaltenmoors befindet sich zwischen der sogenannten Kastanienallee und der Goldbeek eine zwei Hektar große Grünlandfläche, die sich seit vielen Jahren „relativ naturnah entwickelt“, wie Fachleute es nennen. Auf der Wiese wachsen einige Laubbaumarten. 25 bis 30 Obstbäume kann die Fläche nach Meinung von Peter Zurheide, Leiter der städtischen Grünplanung, gut vertragen. Ein kräftiger Obstbaum kostet rund 150 Euro. Zur Auswahl für mögliche Spender stehen neben Apfelbäumen Kirsch-, Pflaumen- und andere Obstbäume.

Wer Interesse hat, einen Baum zu spenden, ob Familie, Firma oder Hausgemeinschaft, kann Kontakt mit Quartiersmanager Uwe Nehring aus dem Bürgertreff aufnehmen, unter %858666 oder per E-Mail an uwe.nehring@stadt.lueneburg.de. Er notiert alle notwendigen Angaben, informiert über das Prozedere und organisiert die Umsetzung zusammen mit dem Bereich Grünplanung.

Eine Streuobstwiese samt Lehrpfad gibt es in Lüneburg bereits in der Kleingartenkolonie Kirchsteig im Stadtteil Mittelfeld. Der Lüneburger Streuobstwiesenverein hatte sie vor einigen Jahren angelegt und hegt und pflegt sie auch heute noch.