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Was junge Lüneburger bewegt, wissen (v.l.) die IGS-Schüler Zoë Ruge, Henning Wildbret, Clara Grefe, Jan Malte Baumann, Jannik Mütze und der Lüneburger Partizipationsbeauftragte Hubertus Heinrich. Foto: t&w
Was junge Lüneburger bewegt, wissen (v.l.) die IGS-Schüler Zoë Ruge, Henning Wildbret, Clara Grefe, Jan Malte Baumann, Jannik Mütze und der Lüneburger Partizipationsbeauftragte Hubertus Heinrich. Foto: t&w

Mehr auf Jugendliche hören

mm Lüneburg. Haben Jugendliche in Lüneburg genügend Mitspracherechte? Wie können sie sich an Entscheidungsprozessen beteiligen? Und was sind überhaupt ihre Anliegen? Diese Fragen wollen 16 Masterstudenten der Leuphana klären, und zwar durch das Uni-Projekt „Lünesco Lüneburg Network for a Sustainable Community“. Sie wollen für einen besseren Austausch zwischen Stadtverwaltung und Jugendlichen sorgen. Dafür brachten sie nun Verantwortliche der Stadt und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg an einen Tisch.

Im Dezember 2013 fanden bereits erste Diskussionsrunden statt. Schüler der IGS sowie Vertreter von Stadt und Lüneburger Jugendeinrichtungen überlegten getrennt voneinander, wie die Jugendbeteiligung künftig aussehen könnte und sollte. In zusätzlichen Interviews mit den Beteiligten wurde klar: Kommunikationsformen müssten überdacht werden, eine stärkere Vernetzung der Stadtteile und bessere Integration der Schulen erfolgen. Die Jugendlichen sind unsicher, mit wem sie über ihre Anliegen sprechen könnten, zweifeln des Öfteren, ob diese auch erhört werden. Am runden Tisch ging es nun um gemeinsame Ziele und weitere konkrete Handlungsschritte.

Neuntklässlerin Zoë Ruge fühlte sich bisher oft übergangen. Die Diskussion auf Augenhöhe gefiel ihr: „Hier zählt unsere Meinung“, erklärte sie. Die studentischen Moderatorinnen Julia Zimmermann und Friedericke Klöckner warfen unter anderem die Frage auf, wie die Verwaltung herausfinden könnte, was die Jugend gerade bewegt. Dafür hatten die Teilnehmer eine Idee: An der IGS soll eine Pinnwand aufgestellt werden, an der Schüler ihre Ideen anbringen, beispielsweise die Sportplätze in Kaltenmoor öffentlich zugänglich zu machen. Aufgabe der Schulsozialarbeiterin soll es sein, die Ideen an die Stadt heranzutragen.

„Es soll eine Kommunikationskette entstehen“, verdeutlichte Friedericke Klöckner. Die Jugendlichen wünschten sich, direkt angesprochen zu werden. Davon könnten wiederum die Stadtteilrunden profitieren. Bürgermeisterin Regina Baumgarten (CDU) schlug vor, Termine für Treffen an die Schulen zu kommunizieren. Die Teilnehmer waren sich auch einig, dass Zeitprobleme von Jugendlichen und Verantwortlichen bewältigt werden müssten. An der IGS sollten Lehrer mehr zeitliche Kapazitäten bekommen, die Stundenzahl der Schulsozialarbeiterin aufgestockt werden.

Hubertus Heinrich, Partizipationsbeauftragter der Stadt und Ansprechpartner für die Studenten von Lünesco, versprach, die Ergebnisse in den Jugendhilfeausschuss zu tragen. Doch nicht nur er ist Übermittler, über die Ideen wollten auch die Verantwortlichen der Jugendarbeit in ihren Einrichtungen sprechen, die Schüler ihre Klassenkameraden informieren.