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Rote Hände als Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten: (v.l.) Inga, Zoë, Vanessa, Lilli, Samira und Maxima sowie (h.,v.l.) Timo und Jannik. Foto: t&w
Rote Hände als Protest gegen den Einsatz von Kindersoldaten: (v.l.) Inga, Zoë, Vanessa, Lilli, Samira und Maxima sowie (h.,v.l.) Timo und Jannik. Foto: t&w

Signal Richtung Politik

mm Lüneburg. Inga und Zoë halten eine Farbrolle in der Hand. Eifrig bemalen sie die Hände ihrer Mitschüler, die drücken sie dann auf Papier. Auf einer Glasscheibe kleben über 300 rote Hände ein Sig-nal in Richtung Politik. Die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg in Kaltenmoor engagierten sich unter dem Motto „Deine Hand zählt!“ beim weltweiten „Red Hand Day 2014“ gegen den Einsatz von Kindersoldaten in den Krisenregionen dieser Erde.

Die UN-Kinderrechtskonvention verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren als Soldaten in Kriegen und Konflikten. Nach Schätzung der Vereinten Nationen gibt es weltweit 250000 Kindersoldaten, die meisten davon in Afrika. „Uns stört, dass es nach wie vor Kindersoldaten gibt. Oft müssen die sogar ihre eigenen Familien töten“, sagen Jannik und Jakob, die gerade ihren Abdruck hinterlassen haben.

Organisiert wurde der Aktionstag an der IGS Lüneburg von Schülern des Kinderrechteteams mit Unterstützung von Lehrer Ludger Wessels. Mit Flyern zogen die Neuntklässler durch die Schulklassen und warben bei ihren Mitschülern um Unterstüzung. Die jüngeren Schüler der fünften und sechsten Klassen setzten sich im Religions- und Gesellschaftslehreunterricht mit der Problematik auseinander.

Dass Kinder gegen ihren Willen in den Krieg geschickt werden, beschäftigt auch Bürgermeister Eduard Kolle (SPD). „Das ist eine große Schweinerei. Kinder müssen ihr Kinderleben haben und dürfen nicht missbraucht werden. Sie sind sonst für den Rest ihres Lebens geschädigt und entwickeln ein hohes Potenzial an Aggressivität. Das können Psychologen dann nicht mehr auffangen“, sagt Kolle und drückte seinen klaren Worten gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Grüne) einen roten Handstempel auf.

Staudte findet es „hervorragend, dass Kinder sich freiwillig neben Unterricht mit der Einhaltung von Kinderrechten beschäftigen“. Ihr Anliegen sei es, dass „Deutschland alle Möglichkeiten nutzt, betroffenen Familien hier Zuflucht zu gewähren“. Und weiter: „Die rot-grüne Landesregierung wird erstmalig in Niedersachsen ein Trauma- und Behandlungszentrum für traumatisierte Flüchlinge aufbauen. Dafür wurden Mittel im Haushalt 2014 eingestellt. Mit dem Aufbau wird das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge beauftragt.“

Nächste Woche wird der Lüneburger Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols (CDU) die Protesthände einsammeln und mit nach Berlin nehmen, um sie dort Bundespräsident Joachim Gauck zu überreichen, der soll sie dann an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon weiterleiten. Im vergangenen Jahr erreichten die Vereinten Nationen über 350000 Protesthände aus aller Welt.