Dienstag , 27. September 2016
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Auf nach Afrika: Marcus Holm-Petersen alias Clown Mathieu reist im April nach Marokko. Er tritt in Casablanca und Marrakesch in Schulen und Kinderkrankenhäusern auf, um Menschen zum lachen zu bringen, ihr Leid zu lindern. Foto: t&w
Auf nach Afrika: Marcus Holm-Petersen alias Clown Mathieu reist im April nach Marokko. Er tritt in Casablanca und Marrakesch in Schulen und Kinderkrankenhäusern auf, um Menschen zum lachen zu bringen, ihr Leid zu lindern. Foto: t&w

Clown aus Liebe zum Leben +++ Mit LZplay-Video

emi Lüneburg. Marcus Holm-Petersen atmet „sich“ aus. Während er wieder tief einatmet, setzt er die rote Nase auf. Sein Ritual lässt aus Marcus Clown „Mathieu“ werden: „Das Spiel beginnt.“ Tänzelnd begibt sich „Mathieu“ in die Lüneburger Fußgängerzone, seinen abgewetzten, braunen Koffer unter den Arm geklemmt. Wo auch immer er auftaucht, erntet er ein Lächeln. Und das will er bis nach Afrika tragen. Vom 4. bis 13. April reist der Barnste-dter mit „Patch“ Adams und 60 anderen Clowns aus aller Welt nach Marokko, um die Botschaft seines Vorbilds zu verbreiten: „Humor mit Spiel und Freude an Orte bringen, an denen Leid herrscht.“

Patch Adams ist ein amerikanischer Arzt und Clown. Sein Leben diente als Vorlage für den gleichnamigen Hollywoodfilm mit Robin Williams in der Titelrolle. Mit 18 Jahren wollte Patch Adams sich umbringen, er landete mehrmals in der Klinik. Nach seinem letzten Aufenthalt beschloss er, Medizin zu studieren und eine Revolution der Liebe zu starten. Zudem gab er sich das Versprechen, nie wieder schlecht drauf zu sein. 1972 gründete er das „Gesundheit! Institute“ im US-Bundesstaat Virginia, das zwölf Jahre lang als kostenlose Einrichtung bestand. Seit 1985 führt er regelmäßig Clown-Reisen durch, derzeit baut er das „Teaching Center & Clinic“ in West Virginia auf.

Marcus Holm-Petersen lernte Patch Adams 1999 auf einem Kongress kennen eine Begegnung, die sein Leben veränderte. „Er hat mich als Mensch nicht mehr losgelassen, er ist eine männliche Mutter Teresa.“ Zwei Jahre später entschied Holm-Petersen, selbst Clown zu werden. „Aus Sehnsucht. Und aus Liebe zum Leben, zum Menschsein.“ Was den Barnstedter am Clownsein reizt, ist die Freiheit. Die Abwesenheit von Regeln und Gesetzen. Das Spiel.

Bevor der 41-Jährige das Clownspiel entdeckte, reiste er rastlos durch die Welt. „Auf der Suche nach mir, nach dem, was ich machen möchte.“ Im Jahr 2001 kam der Wendepunkt. Der Barnstedter begann, parallel zum Clowndasein, ein Studium der Sozialpädagogik und Musiktherapie.

Derzeit ist Holm-Petersen vor allem „freiberuflicher Musiktherapeut und Vater zweier Söhne“. Doch die Arbeit als Clown will er nicht ganz aufgeben: „Sie gibt mir Leichtigkeit, Kreativität, Lebendigkeit und Mut.“ Und mit diesem Lebensgefühl möchte er die Menschen in Marokko anstecken. Er tritt dort in Altenheimen, Waisenhäusern, Schulen, Kindergärten und auf öffentlichen Plätzen auf, um Fremde für einen Moment ihre Sorgen vergessen zu lassen. Denn Lachen ist schließlich die beste Medizin.

Die Reise nach Afrika liegt dem Barnstedter deshalb am Herzen. Doch sie ist teuer. Allein die Clownstour kostet rund 1300 Euro, Flug nicht mit eingerechnet. Geld, das Marcus Holm-Petersen nicht allein aufbringen kann. Er hofft deshalb auf Spenden und Sponsoren.

Wer den Clown unterstützen möchte, erreicht ihn telefonisch unter der Telefonnummer 0151 / 585 66 838 oder schreibt ihm eine Mail an dr.marcuse@icloud.com.