Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Julian Meyer kontrolliert, ob es den Gästen schmeckt -- und die sind mit dem Frühstücksservive mehr als zufrieden. Foto: kre
Julian Meyer kontrolliert, ob es den Gästen schmeckt -- und die sind mit dem Frühstücksservive mehr als zufrieden. Foto: kre

Mit gutem Frühstück in den Tag

kre Lüneburg. Morgens, halb zehn Uhr in Deutschland: So exquisit wie an den Berufsbildenden Schulen III in Lüneburg gibt es derzeit wohl an keiner anderen Schule in Deutschland ein leckeres Frühstück: Ofenfrische Brötchen, Kaffee, Orangensaft , dazu ein frischer Smoothie…  fein aufgetischt wie in einem guten Sterne-Restaurant. ,,Na ja, fast jedenfalls“, sagt lachend Julian Meyer aus Egestorf.

Der 25-Jährige hat an diesem Morgen seine Augen überall. Wo noch Kaffee nachgefüllt werden muss, wo Aufschnitt oder Marmelade fehlen. Doch so hektisch, wie es eben noch für Küchenpersonal und Service auch war  nach 20 Minuten, mit dem Gongschlag zur dritten Schulstunde, sind die Tische wieder wie leergefegt. Zurück bleiben leere Teller, Tassen und Gläser  und ein zufrieden dreinblickender Julian Meyer.

,,Das hat doch ganz gut geklappt“, findet der Hotelfachmann, und seine Kollegen Eduard Lebsack (24) und Sebastian Meischner (24) können ihm da nur zustimmen. Die drei sind trotz ihres noch jungen Alters bereits gestandene Restaurant- und Küchenprofis. Julian Meyer ist Restaurantleiter in Egestorf, Eduard Lebsack arbeitet als Res-
29taurantfachmann in Adendorf und Sebastian Meischner ist Hotelkoch in Egestorf.

Trotzdem drücken die drei noch einmal die Schulbank. Genauso wie 13 weitere Männer und Frauen. Sie alle besuchen neben ihrem eigentlichen Job in der Gastronomie die dreijährige Hotelfachschule, um sich weiter zu qualifizieren. Denn am Ende der dreijährigen Ausbildung lockt der ,Betriebswirt. ,,Und dafür“, meint auch Restaurantfachmann Sascha Wiedow (25), ,,lohnt es sich doch, sich anzustrengen.“

Die Zusatz-Qualifizierung zum Hotelbetriebswirt bietet die BBS III zum ersten Mal an  und selbst Profis wie Julian Meyer oder Sascha Wiedow merken, wie anspruchsvoll es ist, ein Frühstück komplett für mehr als 50 Personen vorzubereiten: Von der Kalkulation über den Einkauf und die Tischplanung bis hin zur Personaleinteilung. ,,Das liegt dieses Mal alles in der Hand der angehenden Betriebswirte“, sagt Kerstin Hagemann, Fachlehrerin an der BBS III.

Erschwerend kommt für Meyer, Wiedow und Co hinzu, dass Küchen- und Restaurant-Personal nicht, wie sie selbst, schon Profis, sondern noch Schülerinnen und Schüler der Einjährigen Berufsfachschule Gastronomie sind.

,,Da muss man das eine oder andere noch anleiten, was im täglichen Restaurantbetrieb eine Selbstverständlichkeit ist“, weiß Meyer und schiebt nach: ,,Das war heute die Premiere  und die haben das alle prima hinbekommen.“ Lob kommt auch aus der Küche von Sebastian Meischner  dem gelernten Koch  für seine Helfercrew: ,,Letzte Woche beim Probelauf war es hier und da noch etwas schleppend, aber heute hat es prima funktioniert.“

Und die Gäste, die für 2,50 Euro ein leckeres Frühstück genießen durften? Die finden diesen Service sowieso klasse und dürfen sich freuen: Denn am heutigen Mittwoch gibt es die nächste Frühstücksrunde.