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Lärm, Staub und Lkw-verstopfte Straßen  droht Häcklingen ein solches Szenario? Viele Bürger warnen vor einer Situation wie dieser und fordern eine direkte Anbindung des Kiesabbaugeländes an die B4. Foto: A/t&w
Lärm, Staub und Lkw-verstopfte Straßen  droht Häcklingen ein solches Szenario? Viele Bürger warnen vor einer Situation wie dieser und fordern eine direkte Anbindung des Kiesabbaugeländes an die B4. Foto: A/t&w

Front gegen Lkw-Lawine steht

us Lüneburg. Der nach Berlin ausgesandte Hilferuf aus Häcklingen um Unterstützung bei der Lösung des drohenden Lkw-Problems ist offenbar angekommen. Gleich nach Bekanntwerden der Kiesabbau-Pläne der Otto Dörner GmbH & Co. KG aus Hamburg hatten sich die Lüneburger Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols (CDU) und Hiltrud Lotze (SPD) des Themas angenommen und sich mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg in Verbindung gesetzt.
„Im Gespräch mit Dirk Möller, dem Leiter der Behörde, ist mir signalisiert worden, dass es durchaus Gesprächsbereitschaft seitens der Behörde gibt“, teilte Eckhard Pols mit. Ähnlich äußerte sich auch Hiltrud Lotze. Ihr gegenüber habe die Straßenbaubehörde mitgeteilt, dass der Vorschlag noch geprüft werde, „ein eindeutiges Nein gebe es aber noch nicht“, so die Bundestagsabgeordnete.
Wie berichtet, hatten Häcklinger Bürger nach Bekanntwerden der Pläne des Hamburger Unternehmens, in Häcklingen Kies abzubauen, die drei hiesigen Bundestagsabgeordneten um Unterstützung gebeten. Sie erhoffen sich Hilfe bei ihrem Anliegen, eine direkte Zufahrt zur Bundesstraße 4 zu schaffen, um die Belastung des beim Kies-Abtransport anfallenden Lkw-Aufkommens für Anwohner und Umwelt möglichst gering zu halten.
„Die kritische Haltung der Anwohner in Häcklingen kann ich gut nachvollziehen. Lärmende Lkw in so hoher Taktung können für den Ort und die Menschen eine erhebliche Belastung sein. Dem Vorschlag zur direkten Anbindung an die B4 sollte unbedingt nachgegangen werden“, sagte Lotze.
Allerdings habe die Straßenbaubehörde auch deutlich gemacht, dass es aus straßenbaurechtlichen Gründen nicht so einfach sei, eine direkte, zusätzliche Auffahrt auf die Bundesstraßen B209 oder B4 zu errichten. Vorrangig müsse das untergeordnete Straßennetz, also die Gemeindestraßen, genutzt werden.
Eine direkte Anbindung aber war von den Anwohnern gefordert worden, nachdem bekannt wurde, dass für den Abtransport der Kiesmengen stündlich mit durchschnittlich sechs Lkw zu rechnen sei. Als von allen Beteiligten sinnvollste Lösung wurde dabei die direkte Zuwegung zur benachbarten B4 ins Auge gefasst, dem aber nach bisheriger Einschätzung der Stadt von der Straßenbauverwaltung wohl nicht zugestimmt werde (LZ berichtete).
„Ich habe an Bundesverkehrsminister Dobrindt geschrieben mit der Bitte zu prüfen, ob nicht in Häcklingen alle Voraussetzung erfüllt sind, statt des untergeordneten Straßennetzes direkt die Bundesstraße einzubinden“, teilte Hiltrud Lotze mit. Auch bei Dr. Julia Verlinden, Bundestagsabgeordnete der Grünen, ist das Thema angekommen: „Wenn wir Verkehr und damit verbundene Belastungen wie Lärm, Staub und Emissionen vermeiden können, dann sollten wir das nach Möglichkeit tun.“ Sie habe deshalb Kontakt mit der grünen Landtags- und Kreistagsfraktion aufgenommen, um zu klären, „welche Möglichkeiten es gibt, die präferierte Zuwegung zu realisieren bzw. welche Probleme es konkret gibt.“
Um den Verkehr aus Häcklingen herauszuhalten, ist jetzt auch die Stadt aktiv geworden. „Es wäre wirklich für alle die beste Lösung, wenn die mit Sand beladenen Lkw direkt neben der Sandgrube auf die Bundesstraße 4 fahren würden“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Es sei sogar schon eine kurze Auffahrt vorhanden, die, wenn sie noch ein wenig ausgebaut würde, genutzt werden könne. „Ich habe bereits einen Brief an den zuständigen niedersächsischen Wirtschaftminister Olaf Lies geschrieben und ihn um Prüfung gebeten“, so Mädge.
Die Stadt bemüht sich auch um Klärung der Frage nach der Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses auch das war ein Thema bei der Bürgerversammlung. Hier will sich die Verwaltung Unterstützung von außen holen. „Wir werden einen externen Fachanwalt beauftragen. Der soll genau prüfen, ob der Beschluss aus dem Jahr 2000 noch rechtskräftig ist oder ob sich der Zweck so geändert hat, dass eine neue Entscheidung nötig wäre“, informierte Mädge.
Um zu prüfen, welche Lösung letztlich für alle Beteiligten akzeptabel ist, schlägt Pols vor, sowohl die Anwohner als auch das Unternehmen und die zuständigen Behörden an einen Tisch zu holen. „Wir müssen einen Weg finden, dass die Lebensqualität der dortigen Anwohner möglichst nicht beeinträchtigt wird“, so Pols. Er erklärte sich bereit, hierbei zu vermitteln.
Die Stadt kündigte an, erneut eine Bürgerversammlung einzuberufen, sobald sie „in ihren Recherchen weitergekommen ist.“

One comment

  1. Schamlos!
    Man muß die Selbstbedienung dieser „Kümmerer“ immer vor dem Hintergrund von Harz 4 sehen.
    Da haben sie sich also pro Person mal eben doppelt so viel ZUSÄTZLICH genehmigt, wie einem Menschen nach ihrer Vorstellung zum auskömmlichen Leben insgesamt zu genügen hat.
    DOPPELT SO VIEL! ZUSÄTZLICH!
    Und absolut brauchen diese „Kümmerer“ aber unbedingt ZWEIUNDZWANZIG mal Soviel, wie dem gewöhnlichen Bürger HÖCHSTENS zuzugestehen sei.
    ALLES Mehr, wie etwaige Aufwandsentschädigungen, Geschenke und so werden ja Verrechnet.
    Ja dafür, kann man natürlich mal ein echtes KÜMMERN simulieren.