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Ernster wird es für die Ausbildungsanwärter beim Speed-Dating. Meike Bergmann von Edeka hat jeweils zehn Minuten Zeit, um sich ein Bild von ihrem Bewerber zu machen. Foto t & w
Ernster wird es für die Ausbildungsanwärter beim Speed-Dating. Meike Bergmann von Edeka hat jeweils zehn Minuten Zeit, um sich ein Bild von ihrem Bewerber zu machen. Foto t & w

Top-Chancen bei „Hidden Champions“

mm Lüneburg. Soll es ein kaufmännischer, technischer oder doch lieber ein sozialer Beruf sein? Junge Leute haben oft ein ungefähre Vorstellung dessen, was sie einmal beruflich machen wollen. Was es aktuell konkret für Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten in der Region gibt, erfuhren sie jetzt bei der von der Agentur für Arbeit und vom Jobcenter organisierten Börse „Azubi gesucht nutze Deine Chance!“. 72 Aussteller informierten in den Räumen der Agentur für Arbeit und im benachbarten Theaterfoyer über ihr Ausbildung-, Weiterbildungs- und Studienangebot, mehr als 120 Berufe konnten nachgefragt werden.

„Die Schüler kommen hier zum ersten Mal mit Ausbildungsmöglichkeiten in Kontakt“, sagt Jeannette Unterberger, Sprecherin der Agentur für Arbeit Lüneburg. Doch auch etwas ältere, die jungen Erwachsene ab 25 Jahren, wurden dieses Jahr gezielt angesprochen. Unternehmen konnten sich über Fördermöglichkeiten für Umschulungen informieren. Hintergrund ist ein drohender Fachkräftemangel. Den gibt es beispielsweise schon in der Milch- und Verpackungsindustrie, in Gesundheitsberufen und der Logistikbranche. Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, spricht bei Berufsbildern wie der Operationstechnischen Assistentin, dem Packmitteltechnologen oder dem Spezialtiefbauer deshalb von den „Hidden Champions“, sie böten hervorragende Jobaussichten.

Passier weiß auch, welche Berufe besonders beliebt sind: „Dazu gehören Industrie- und Bankkaufmann oder solche in Uniform wie bei der Bundes- oder Landespolizei.“ Auf rein quantitativer Ebene sind im Landkreis Lüneburg Ausbildungsstellen zum Kaufmann im Einzelhandel derzeit am stärksten nachgefragt. Im jüngsten Bericht zum Ausbildungsstellenmarkt für den September 2013 gab es hier 71 freie Stellen, ein Anteil von 7,5 Prozent an allen Berufsausbildungsstellen.

Für die jungen Leute gab es bei der Messe auch Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung. Die eigene Bewerbungsmappe konnte bei einem Check auf Vordermann gebracht werden. Munteres Kommen und Gehen herrschte beim Speed-Dating. „Das führt weg vom eigentlichen Bewerbungsprozess, im Vordergrund steht das persönliche Kennenlernen“, erläutert Unterberger. Zehn Minuten Zeit gab es jeweils für ein erstes Beschnuppern.

Carsten Braumann von Ernergielieferanten Avacon hatte gerade einen spanischen Bewerber vor sich sitzen, er zieht sein Fazit: „Der erste Eindruck hat gestimmt. Ich kann so gut abschätzen, ob wirkliches Interesse an einer Stelle besteht.“ Das hat auch der 18-jährige Jonathan Marquardt, aber nicht bei der Avacon, sondern bei der Gesundheitsholding Lüneburg. Er würde gerne eine Ausbildung zum Informatikkaufmann machen. Anderen Menschen helfen, der Kontakt zu Pflegern und Patienten, Umgang mit Computern alles zusammen hat Jonathans Interesse geweckt. Das will auch die Firma Lieb & Meyer für technische Berufe. Dominik Brütt ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr, seine Profession ist Elektroniker für Geräte und Systeme. Der Abiturient sagt, man müsse nicht gleich studieren, auch eine praktische Ausbildung habe ihren Reiz.