Mittwoch , 28. September 2016
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Sichtlich Spaß am Swing haben Tanzlehrerin Friederike Guzy (r.) und Cathleen Heil. Foto: heu
Sichtlich Spaß am Swing haben Tanzlehrerin Friederike Guzy (r.) und Cathleen Heil. Foto: heu

Einfach bouncen + + + Mit LZplay-Video

heu Lüneburg. Einen Swingabend hat die Tanzsportabteilung des VfL Lüneburg jetzt im ehemaligen Offiziers­casino der Schlieffenkaserne veranstaltet. Für Einsteiger bot Tanzlehrerin Friederike Guzy vorab einen Crashkursus an das Interesse war groß. „Das Wichtigste ist das Bouncen“, erklärt sie den Neulingen gleich zu Beginn. Die Teilnehmer lernten im Laufe der Stunde nicht nur, was Bouncen ist ein leichtes Beugen und Strecken der Knie bei gleichzeitigem Heben und Senken der Ferse , sondern auch weitere Grundschritte des Swing. Nach jedem Lied wird gewechselt, denn beim Swing ist es üblich, mit möglichst vielen verschiedenen Menschen zu tanzen. Beim Tanzpaar unterscheidet man außerdem nicht zwischen Mann und Frau, sondern zwischen Leader und Follower.

Swing, das verbindet man mit den „Roaring Twenties“, mit einer Zeit des Aufbruchs. Alkohol war in den USA verboten, der Jazz erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Im Jazz liegen auch die Ursprünge des Swingtanzes, entstanden ist diese Stilrichtung in den 1920er- und 30er-Jahren im New Yorker Stadtteil Harlem. „Jazz ist zeitlos klassisch“, erzählt Friederike Guzy. „Die Interpreten von damals sind auch heute noch vielen ein Begriff: Count Basie, Louis Armstrong oder Ella Fitzgerald.“ Während die Swing-Tänze wie Lindy Hop oder Charleston früher vor allem von der ärmeren Bevölkerungsschicht getanzt wurden, sind sie mittlerweile in der Mittelschicht angekommen. Gerade in den vergangenen Jahren erfreut sich der Swing großer Beliebtheit.

Dass diese Begeisterung auch in Lüneburg ankommt, dafür will die Tanzlehrerin sorgen. Seit einigen Jahren unterrichtet sie Gesellschaftstanz beim VfL. Doch ihre große Leidenschaft gilt dem Swing. Doch was ist eigentlich das Besondere im Vergleich zu anderen Gesellschaftstänzen? Reizvoll seien vor allem die kreative Energie und die Freiheit zu improvisieren. Für viele ist es aber auch eine Art Lifestyle, eine Hommage an das Flair der „Roaring Twenties“, die sie in ihren Outfits und ihren Frisuren zum Ausdruck bringen. „Den meisten in der Szene sieht man es an, dass sie Swing tanzen, sie tragen Rock und Kleid“, sagt Friederike Guzy. „Ich bin aber eher der Jeanstyp, in Röcken kann man sich immer so schlecht bewegen.“

Noch ist Swing kein fester Bestandteil im Programm des VfL, momentan bietet die Tanzsportabteilung des VfL immer mal wieder Wochenendworkshops zum Schnuppern an. Langfristig ist ein wöchentlicher Kursus geplant.

Die junge Tanzlehrerin hofft, dass diese Swingszene bald groß genug sein wird, um ein eigenes „I Charleston“-Video für Lüneburg auf die Beine zu stellen. Diese Videos auf Youtube, in denen Akteure in verschiedenen Städten auf der ganzen Welt tanzen, erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit. Das Potenzial für Lüneburg schätzt Friederike Guzy als sehr gut ein. „Gerade in den Uni-Städten ist die Szene stark vertreten.“ Ein Kursus, den sie an der Leuphana angeboten hatte, habe großen Anklang gefunden. Die aktuelle Begeisterung bei jungen Leuten erklärt sie sich auch durch den Elektroswing, der in vielen Clubs gespielt werde. „Dadurch kommen sie mit dem Swing in Berührung. Dann sehen sie die Videos auf Youtube und denken sich: Die gehen so ab, das will ich auch können.“

Auch für Jörg Nikulka ist es vor allem die Musik, die ihn beim Swingtanz reizt. Gemeinsam mit seiner Frau hat er am Schnupperkursus teilgenommen und war begeistert. Vor einigen Jahren hat sich das Paar bereits an einem Standardtanzkursus versucht, aber bald wieder aufgegeben. Nun wagten sie einen zweiten Versuch. Einfach war es nicht: „Ich hatte so meine Schwierigkeiten, den Takt und den Rhythmus aufzunehmen. Eigentlich bin ich immer noch beim ersten Grundschritt“, gibt er zu. Dennoch könnte sich das Paar gut vorstellen, mit einem Kursus weiterzumachen. Und einfach zu bouncen.

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ScreenshotSwing