Donnerstag , 29. September 2016
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Politiker von Rot-Grün sind besorgt: Der Rückbau von Schleusen- und Stauanlagen könnte zum Absinken des Wasserspiegels der Ilmenau führen, das gefährdet auch die Standsicherheit von Häusern im Lüneburger Wasserviertel. Foto: t&w
Politiker von Rot-Grün sind besorgt: Der Rückbau von Schleusen- und Stauanlagen könnte zum Absinken des Wasserspiegels der Ilmenau führen, das gefährdet auch die Standsicherheit von Häusern im Lüneburger Wasserviertel. Foto: t&w

Gefahr fürs Wasserviertel

as Lüneburg. Das Lüneburger Wasserviertel ist bauhistorisch wertvoll, die Häuser rund um den alten Hafen sind wahre Schmuckstücke. Gefahr droht ihnen durch die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, das eine Entwidmung der Ilmenau angekündigt hat. Infolgedessen ist ein Ab- und Rückbau der Schleusen- und Stauanlagen zu befürchten, was zur Absenkung des Wasserspiegels und damit unter anderem zu unabsehbaren Folgen für die Standsicherheit der Häuser im Wasserviertel führen könnte. Das hatte jüngst auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich gemacht. Die rot-grüne Mehrheitsgruppe hakt nun in dieser Sache mit einer Anfrage zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 27. März, nach.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) halte trotz schriftlich vorgetragener Warnungen des Landkreises Lüneburg an der Entwidmung der Wasserstraße Ilmenau und den damit verbundenen Stauabsenkungen fest, kritisiert die rot-grüne Gruppe. Dabei hatten die Landkreise Lüneburg und Harburg sowie Kommunen den Bundesverkehrsminister in einem Schreiben darum gebeten, die Ertüchtigung der Ilmenau-Schleusen schnellstmöglich umzusetzen, um so eine weitere Absenkung des Wasserstandes zu verhindern, die zu dramatischen Folgen für die Natur, aber auch für die historische Bebauung der Hansestadt führe. Doch die Ertüchtigung der Schleusen würde laut einer Studie rund 19 Millionen Euro kosten, das müsste der Bund tragen. Der strebt nun die Entwidmung an, damit fiele die Ilmenau aus dem Eigentum des Bundes.

SPD-Fraktionschef Heiko Dörbaum und Andreas Meihsies, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, machen noch einmal deutlich: ,,Nicht mehr regulierte Wasserstände stellen das seit Jahrhunderten ausgeklügelte System für den Grundwasserspiegel in Frage. Dabei bildet gerade dieses System der sorgfältigen Regulierung des Wasserstandes die Grundlage für die Gründung der an der Ilmenau liegenden Häuser.“ Eine ständige Veränderung des Wasserstandes gefährde die Standsicherheit der Häuser im Wasserviertel. Gleichzeitig seien erhebliche Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die Naturlandschaft der Ilmenau zu erwarten.

Vor dem Hintergrund möchte die rot-grüne Gruppe wissen, in welchem Umfang die Stadt, die an der Ilmenau liegenden Gemeinden sowie die Kreise Lüneburg und Harburg in das vom BMVI eingeleitete Entwidmungsverfahren einbezogen worden sind. Außerdem fragen sie: Sind dem Ministerium die befürchteten Auswirkungen auf das bauhistorisch bedeutende Wasserviertel durch die geplanten Maßnahmen bekannt und mit welcher Begründung lehnt das BMVI die vom Landkreis vorgetragenen Bedenken ab? Die Hoffnung der Politiker ist, dass Stadt und Kreis übers niedersächsische Umweltministerium noch einmal die Bedenken Richtung Berlin geltend macht.

One comment

  1. 19 Mio. Euro würde die Instandsetzung der Schleuse den Bund kosten. Das wird also lieber nicht gemacht und die Besitzer der Gebäude werden dann die viel höhere (?!) finanzielle Zeche zahlen. Die andere Zeche zahlt dann die Natur. Kosten werden so oder so entstehen. Fragt sich nur für wen. Vielleicht sollten alle zusammenlegen und die Schleuse instandsetzen. 😉