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Für einen Bürgerpark ist hier kein Platz, finden Nabu und BUND. Foto: nh
Für einen Bürgerpark ist hier kein Platz, finden Nabu und BUND. Foto: nh

Naturschützer in Sorge um Ochtmissens „Goldgrube“

red Lüneburg. Ein Bürgerpark soll in Ochtmissen entstehen, in direkter Nachbarschaft zu Schützenhaus und Sportplatz, mit Minigolf, Boule-Bahn, Grillplatz und Freilufttheater. Auch Jugendliche könnten das Areal nutzen, schließlich gibt es keinen Jugendtreff im Ort. Das wünscht sich die SPD, ein entsprechender Antrag der Fraktion ist jüngst vom Ortsrat befürwortet worden (LZ berichtete). Die Umweltschutzverbände BUND und Nabu sind von der Idee dagegen gar nicht angetan, sie warnen „eindringlich vor Eingriffen in das beeindruckende kleine Biotop“.

Gudrun Bardowicks vom Naturschutzbund verweist da­rauf, dass der dortige See Laichgewässer und Lebensraum für den Kammmolch sei. In unmittelbarer Nähe könne man dort zudem auch immer wieder Blindschleichen, Reptilien und Amphibien beobachten. Volkmar Ziese vom Nabu sind die streng geschützten Arten der dort vorkommenden Fledermäuse sehr wichtig, vor allem die Wasser und Zwergfledermaus. Matthias Fabian vom BUND erinnert an die Vögel, die sich auf dem Areal heimisch fühlen, darunter der Eisvogel, der Zaunkönig, der Buntspecht und das Rotkehlchen. Thilo Clavien verweist auf dort brütende und vorkommende Wasservögel wie das Blässhuhn und die Stockente, auch Storch und Graureiher auf Nahrungssuche habe er dort schon gesehen. Laut der Verbände hätten Anwohner auch von regelmäßigen Rufen eines Uhus berichtet und eine Kreuzotter gesehen.

Ein Teil des angrenzenden Wäldchens sei bereits zugunsten des Fußballplatzes, der Schießsportanlage, des Vereinsheims und der Turnhalle „geopfert“ worden, monieren Nabu und BUND. Weitere Eingriffe, Abholzungen oder Veränderungen, aber auch das „Entenfüttern“ hätten aus ihrer Sicht fatale Folgen für die Fauna und Flora. ,,Momentan besitzt Ochtmissen mit diesem Gebiet eine wahre ökologische Goldgrube, die von Anwohnern auch als Naherholungsgebiet genutzt wird. Dies geschieht momentan in erträglichen Maßen. Dieses kleine Biotop zu verändern beziehungsweise einzuschränken, geht zulasten der dortigen Tier und Pflanzenwelt“, moniert Thomas Mitschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes Lüneburg. Nabu und BUND seien sich einig, dass es hier keinen Platz oder eine Berechtigung für einen neuen Bürgerpark gibt, und fordern die SPD-Fraktion auf, ihren Antrag zurückzunehmen.“

Mitschke plant eine kurzfristige Aufräumaktion auf dem Areal, um Papier, Flaschen und Plastikmüll rund um den See zu beseitigen. Über Hilfe von Anwohnern würde er sich freuen. Sie können sich per E-Mail an die Adresse info@nabu­lueneburg.de melden.

One comment

  1. Also Ochtmisser begrüße ich natürlich eine sinnvolle Nutzung des Areals rund um den Sportplatz. Was ich nicht ganz verstehe, sind die Aussagen in diesem Bericht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass für den Bau der Sportanlagen (zuletzt die Sporthalle), Wälder abgeholzt wurden. Dort wo die neue Sporthalle gebaut wurde, war vorher eine Freifläche, wo die besucher der Sportveranstaltungen parken konnten. Also diese Aussage von BABU und BUND sind absolut falsch und man sollte künftig in Berichterstattungen auf den Wahrheitgehalt prüfen!

    Es geht ja auch nicht darum, Waldflächen zu verkleinern, sondern Brachflächen sinnvoll zu gestalten – so habe ich das zumindest verstanden. Und mehr Freizeitangebote für Ochtmissen wären sicher nicht schlecht, gerade in Anbindung an Sportplatz und Schießanlage.

    Ich bin wirklich gespannt, wann dann Herr Mitschke zum Frühjahrsputz mit seiner Mannschaft kommt, um die Hinterlassenschaften der „Nutzung in erträglichen Maßen“ zu beseitigen. Sicher wird da reichlich Material zu tage gefördert werden. Daher sind Nutzflächen zur Erholung entsprechend zu gestalten, damit eben nicht alles in der Natur herumfließt, sondern gleich in Sammelbehältern landet.

    Grüße aus Ochtmissen
    O. Goergens