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Das Team von Black Mamba (v.l.): Jan Hentze, Jörg Schulz und Max Düwel starten mit dem von ihnen entworfenen Mini-Rennwagen zum ersten Mal beim Formel 1-Nordmetall-Cup. Foto: t&w
Das Team von Black Mamba (v.l.): Jan Hentze, Jörg Schulz und Max Düwel starten mit dem von ihnen entworfenen Mini-Rennwagen zum ersten Mal beim Formel 1-Nordmetall-Cup. Foto: t&w

Erster Start für Black Mamba

us Lüneburg. „Die Fotos sind super, schön aggressiv“, sagt Jörg Schulz und legt eines davon auf die große grüne Pappe, auf der mit dicken Lettern „Black Mamba“ prangt. „Die ist wichtig für unsere Präsentation am Sonnabend und geht mit in die Gesamtwertung ein“, ergänzt Jan Hentze. Der Zehnjährige ist Konstruktionschef des dreiköpfigen Teams, zu dem neben ihm und Jörg auch noch Teamchef Max Düwel gehört. Seit August letzten Jahres bereiten sich die drei Schüler des Gymnasiums Oedeme auf den großen Tag in Stade vor, wo am morgigen Sonnabend die Landesmeisterschaft Niedersachsen beim diesjährigen „Nordmetall-Cup Formel 1 in der Schule“ ausgetragen wird.

Ihr schwarz-grün lackiertes Fahrzeug wiegt knapp 75 Gramm, ist etwa 20 Zentimeter lang, der Rumpf komplett aus Balsaholz, die Räder aus Kunststoff „mit extra leichten Radlagern“, wie Konstrukteur Jan ergänzt. Angetrieben wird der Flitzer von einer Gaskartusche, die in das Fahrzeug von hinten hineingeschoben wird und beim Start per Knopfdruck ausgelöst wird. „Durch den hohen Gasdruck sind die Wagen zu Beginn am schnellsten“, erklärt Max. 20 Meter lang ist die Strecke, die vom Rennwagen zurückgelegt werden muss, rund eine Sekunde brauchen die Flitzer dafür. Gewonnen hat, wer als Erster die Ziellinie überquert. Das Rennen selbst aber ist nur ein Teil des Wettbewerbs. Teamstand, Design, Logo und Team-Präsentation sind weitere Faktoren, die in die Gesamtwertung einfließen und in dem vom Ausrichter vorgegebenen strengen Regelwerk festgelegt sind.

„Wir sind zum ersten Mal dabei“, sagt Jan, doch von Aufregung ist bei ihm nicht viel zu spüren. „Wir wollen gewinnen“, schiebt er selbstbewusst nach. Die Aussichten sind nicht mal schlecht, denn das „Black Mamba“-Team hat einen Heimvorteil: Mit dem Team von „Dark Chance“ stehen ihm sechs Gleichgesinnte zur Seite, ebenfalls Schüler des Gymnasiums Oedeme und zum dritten Mal Teilnehmer beim Nordmetall-Cup. „Natürlich helfen wir den Junioren“, sagt Marcel Hackbarth. Zusammen mit Jago Schoonbergen ist er Leiter der AG Formel 1-Rennen und Teamchef von „Dark Chance“.

Zwar haben beide Teams das gleiche Ziel, doch gegeneinander antreten müssen sie zum Glück nicht. „Wir gehören zu den Senior-Teams, Black Mamba zu den Junior-Teams“, sagt Lina Hallensleben. Die Dreizehnjährige ist das einzige Mädchen im „Dark Chance“-Team, nachdem ihre Freundin Jana, die noch beim letzten Mal mit dabei war, wegen Schulwechsels aussteigen musste. Die sechs Schüler rechnen sich gute Chancen für einen der vordersten Plätze aus. „Bei den anderen Teams sind viele Newcomer dabei, außerdem waren wir schon mal Beste beim Boxenstand“, sagt Marcel. Einziges Handycap: In der Gruppe der Senioren-Teams sind sie die jüngste Mannschaft, „bei den anderen sind auch mal Abiturienten dabei“, weiß Laurits Schaepe.

Doch entmutigen lassen sie sich davon nicht. In ihren schwarzen Flitzer haben sie ihre Erfahrungen aus den letzten beiden Rennen einfließen lassen, haben die Räder optimiert und den Luftwiderstand im virtuellen Windkanal immer und immer wieder verbessert. „Unser Ziel war, es möglichst leicht zu machen, um Reibungsverluste zu minimieren“, erklärt Jan Richter. Etwa 25 Stunden hat er am Computer gesessen, um aus dem vorgegebenen Konstruktionsblock ein rennschnittiges Fahrzeug zu machen.

Am Freitag Mittag starten sie in Richtung Stade, am Nachmittag stehen die Testrennen auf dem Programm. Dann werden sie zum ersten Mal ihre Fahrzeuge in Aktion erleben. „An den Wagen dürfen wir dann nichts mehr ändern“, sagt Marcel, „aber wir können die Starts üben.“ Die sind, das wissen die Senioren, nicht ganz unwichtig. „Hier kommt es auf ein gutes Zeitgefühl und Reaktionsschnelligkeit an.“ Wie bei der richtigen Formel 1 werden nacheinander fünf Lampen grün aufleuchten „ne, war das nicht andersrum?“, wirft Laurits ein. „Egal, Sonnabend werden wir es wissen“, sagt der 14-Jährige und macht sich wieder an die Arbeit.