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Das Großfeuer am Stint im Dezember hat die Feuerwehr arg gefordert, bis zu 500 Kräfte waren gleichzeitig im Einsatz. Foto: be
Das Großfeuer am Stint im Dezember hat die Feuerwehr arg gefordert, bis zu 500 Kräfte waren gleichzeitig im Einsatz. Foto: be

Mehr Geld und Unterstützung

us Lüneburg. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lüneburg können sich freuen: Erstmalig soll künftig jedes aktive Mitglied 100 Euro Aufwandsentschädigung pro Jahr erhalten. Einen entsprechenden Beschluss fasste gestern einstimmig der Feuerwehrausschuss des Rates. „Ehrenamt kann man nicht bezahlen, aber es ist ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit, die von den Mitgliedern der Lüneburger Feuerwehr geleistet wird“, sagte die Ausschussvorsitzende Irmgard Hillmer (CDU). Nicht zuletzt der verheerende Brand am Stint habe vor Augen geführt, wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr ist, „auch wenn man nicht selbst betroffen ist.“

Beschlossen wurde auch die Erhöhung der Aufwandsentschädigungen für Funktionsträger, diese Gruppe vom Jugendfeuerwehrwart über den Löschzugführer bis zum Stadtbrandmeister hat für ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch bislang schon entsprechende Zuwendungen erhalten. Die pauschale Zahlung der Aufwandsentschädigung ist allerdings an zwei Voraussetzungen geknüpft: So müssen die Anspruchsberechtigten mindestens sechs Monate eines Kalenderjahres in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Lüneburg tätig sein und an mindestens 50 Prozent der Dienste teilgenommen haben.

Mit der neuen Regelung, die als eigene Satzung beschlossen wurde, wird der Haushalt der Stadt jährlich mit insgesamt 38800 Euro zusätzlich belastet. Davon entfallen 22500 Euro auf die neu eingeführte 100-Euro-Pauschale, 16300 Euro auf die Erhöhungen der Aufwandsentschädigungen für die Funktionsträger. Die Stadt geht davon aus, die zusätzliche Belastung durch höhere Einnahmen bei der Feuerschutzsteuer und kostenpflichtigen Einsätzen der Feuerwehr ausgleichen zu können. Das Inkrafttreten der neuen Satzung und damit die Zahlung und Erhöhung der Aufwandsentschädigung steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Haushalts 2014 durch das Land Niedersachsen. Hintergrund ist der zwischen Stadt und Land geschlossene Entschuldungsvertrag, der eine Begrenzung bei den freiwilligen Leistungen der Stadt vorsieht.

Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft berichtete im Ausschuss auch noch einmal über den Einsatz beim Großbrand am Stint im Dezember. Insgesamt 1100 Feuerwehrkräfte waren bei dem Großschadensereignis im Einsatz, neben 168 Kräften aus Lüneburg waren mehr als 700 Feuerwehrmänner und -frauen aus dem Landkreis und auch vier Kräfte aus Hamburg hinzugezogen worden, „in Spitzenzeiten waren bis zu 500 Kräfte gleichzeitig an der Einsatzstelle“, berichtete Diesterhöft. Er hob die gute Unterstützung durch THW, Polizei, ASB und DRK, aber auch durch die Lüneburger AGL und das Hotel Bergström hervor, „es gab auch mal Kaffee und Kuchen“.

Als positiv wertete der Stadtbrandmeister, dass es gelungen sei, die weitere Ausbreitung des Brandes trotz der schwierigen Lage vor Ort zu verhindern, und dass es zu keinen nennenswerten Schäden an Personal oder Material gekommen sei. Aber auch Defizite führte Diesterhöft auf: Zu wenig Personal, Schwächen in der Stabsarbeit und bei den Kommunikationseinheiten, teilweise veraltetes Gerät und Material, zu geringe Reichweiten bei den Wasserwerfern, fehlende Slipanlagen für Wasserfahrzeuge sowie logistische Probleme, darunter auch die unzureichende Müllentsorgung. „Manches musste improvisiert werden, und auch wir müssen noch üben“, räumte Diesterhöft selbstkritisch ein und kündigte die Aufarbeitung der erkannten Defizite an. Dezernent Markus Moßmann machte in der Sitzung deutlich, dass die Feuerwehr dabei auf die weitere Unterstützung der Stadt hoffen dürfe.