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Das gelb umrandete Gebiet zeigt die Fläche der ehemaligen Schlieffenkaserne, auf dem die Stadt Wohnraum im Geschossbau entwickeln möchte. Das Gebiet grenzt an Ostumgehung und Bleckeder Straße. Karte: stadt
Das gelb umrandete Gebiet zeigt die Fläche der ehemaligen Schlieffenkaserne, auf dem die Stadt Wohnraum im Geschossbau entwickeln möchte. Das Gebiet grenzt an Ostumgehung und Bleckeder Straße. Karte: stadt

Bundespolizei zieht aus

as Lüneburg. Beharrlichkeit zahlt sich aus. Seit mehr als einem Jahr war Oberbürgermeister Ulrich Mädge mit dem Bund im Gespräch über die Freigabe von Restflächen auf dem Areal der ehemaligen Schlieffenkaserne. Noch Anfang des Jahres sah es so aus, als wenn das frühestens 2016 möglich werden könnte. Nun teilte Bundesinnenminister Thomas de Mai­zière dem Lüneburger Stadtoberhaupt in einem Brief mit, dass die Bundespolizei den Standort Schlieffenkaserne aufgibt. Mädge zeigt sich hoch erfreut, dass damit die Flächen frei werden, ,,und die Hansestadt dort Platz für dringend benötigten Wohnraum schaffen kann“.

Die Nachfrage nach Grundstücken für Geschossbauten in Lüneburg ist groß. Doch die einzige zusammenhängende Fläche, die insbesondere für Geschosswohnungsbau in Frage kommt, befindet sich im östlichen Teil der ehemaligen Schlieffenkaserne. Gleich nebenan entwickelt sich das Hanseviertel in den ersten beiden Bauabschnitten bereits prächtig. Auch mit Blick auf die wachsenden Einwohnerzahlen hatte sich die Stadt mit Unterstützung der Ratspolitiker dafür stark gemacht, dass die Restflächen der ehemaligen Schlieffenkaserne möglichst schnell freigegeben werden. Doch noch im vergangenen November war Mädge in einem Schreiben aus dem Bundeskanzleramt mitgeteilt worden, dass die Flächen für die Unterbringung der Bundespolizei bei Castor-Einsätzen benötigt würden. Das ließ Mädge so nicht gelten, er setzte nicht nur in Gesprächen mit Berlin nach. Bei einem Treffen im Januar war sich Mädge mit der Lüneburger SPD-Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze und ihren SPD-Bundestagskollegen Kirstin Lühmann und Lars Klingbeil einig: Nach Verabschiedung des Standortauswahlgesetzes dürften keine Castoren mehr nach Gorleben rollen, damit bräuchte die Bundespolizei auch die Kasernenblöcke nicht mehr. Die SPD-Bundestagsabgeordneten versprachen, sich in Berlin für die Freigabe einzusetzen. Lotze hatte sich daraufhin an Bundesinnenminister de Maizière gewandt. Und auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols setzte sich für die Freigabe ein, führte zuletzt noch im Februar mit dem zuständigen Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Ole Schröder, dazu Gespräche, wie er sagt. Dabei hatte sich Pols im vergangenen November noch skeptisch gezeigt und darauf verwiesen, dass die Bundeswehrreform erst 2015 greife. Frühestens 2016 würden die Flächen der Theodor-Körner-Kaserne frei, auf die die Bundespolizei dann solle.

Nach der Bekanntgabe, dass die Bundespolizei den Standort aufgibt, kündigt Mädge an: ,,Wir werden nun zügig mit der Eigentümerin der Flächen, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, in Verkaufsverandlungen treten.“ Es sei Ziel der Hansestadt, die etwa 22 Hektar große Fläche im Jahr 2016 baureif zur Verfügung zu stellen. Im dritten Bauabschnitt des Hanseviertels könnten laut Mädge 500 Wohneinheiten entstehen ,,und zwar auch mit bezahlbaren Mieten“. MdB Pols gab gestern aber zu bedenken, seiner Kenntnis nach sei ein konkreter Zeitpunkt für die Freigabe noch unklar.
Mädge dankt nicht nur den MdBs Lotze, Lühmann und Pols für ihre Unterstützung, ,,sondern auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, Ministerpräsident Stephan Weil und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel“.