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Seniorin Ingrid Lintl lässt sich von den Schülerinnen Samira Scheid (l.) und Vanessa Schneider zeigen, wie man an einem Computer mit dem Betriebssystem Windows arbeitet. Foto: t&w
Seniorin Ingrid Lintl lässt sich von den Schülerinnen Samira Scheid (l.) und Vanessa Schneider zeigen, wie man an einem Computer mit dem Betriebssystem Windows arbeitet. Foto: t&w

Verschlüsselte Nachrichten lesen

mm Lüneburg. Vor Jürgen Chromik liegen hochgerüstete Geräte. Der 73-jährige Lüneburger besitzt ein Smartphone, einen Tabletcomputer und einen Laptop. Zusammen mit den Schülerinnen Leonie Preuß und Lea Sophie Werner von den Berufsbildenden Schulen (BBS I) Lüneburg lädt er gerade eine Applikation zum Zeitungslesen auf sein Tablet. Chromik hat auch ein Schreiben eines deutschen Telefonanbieters dabei, in dem er aufgefordert wird, sein E-Mail-Konto so einzurichten, dass er Nachrichten mit einer Verschlüsselungstechnik lesen kann. „Eine Anleitung, wie man entschlüsselt ist zwar dabei, aber ich dachte, ich frage lieber mal bei den Experten nach“, sagt Chromik. Die Experten sind Schüler aus der elften Klasse, die Senioren im Umgang mit Computern schulen.

Die Schulung gehört zum Projektunterricht der Elftklässler, die an der BBS ihre einjährige Berufsfachschule mit dem Schwerpunkt Bürodienstleistungen absolvieren. „Sie sollen praktische Erfahrungen sammeln“, verdeutlicht Klassenlehrer Daniel Hartmann. Davon profitierten nun 15 Senioren. Von der Bedienung einer Maus oder Tastatur über das Verschicken von E-Mails und dem Umgang mit dem Windows-Betriebssystem, die Schüler können von den Teilnehmern mit ganz individuellen Fragen gelöchert werden. Die hatte auch Hans Schollenberger. Er recherchiert oft in Archiven von Bibliotheken, Museen oder anderen Institutionen. Doch seit einiger Zeit musste der 82-Jährige feststellen, dass er auf schriftliche Anfragen keine zufriedenstellenden Antworten mehr bekam. „Ständig erhalte ich nur Hinweise, wo ich im Internet suchen kann“, sagt Schollenberger. Wie man eine Internetrecherche in öffentlich zugänglichen Archiven betreibt, ließ er sich nun zeigen. Für die Schüler sei es anfangs eine Herausforderung, sich auf die Probleme einzulassen, ,,doch sie merken schnell, dass sie weiterhelfen können, das gibt ihnen ein positives Gefühl“, verdeutlicht Hartmann.

Ein positives Gefühl bekam auch Senior Chromik. „Wir schwimmen auf einer Wellenlänge“, sagte er in Richtung seiner beiden „Lehrerinnen“, die zeigten ihm auch, wie er einen QR-Code, das sind rechteckige Kästchen mit schwarzen Punkten und Linien auf analogen Produkten, in sein Mobiltelefon einscannen und dann den digitalen Inhalt lesen kann. Die Schulung sollte eigentlich wöchentlich wiederholt werden, findet Chromik.