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Seite an Seite für eine schnelle Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren kämpfen die Elternvertreter Inga Petersen-Wiswe (Gymnasium Bleckede), Kirsten Nebe (Johanneum), Ute Ertl (Bernhard-Riemann-Gymnasium), Arnd Heimann (Johanneum), Robin Backhaus (Johanneum), Ulrike Fleer (Gymnasium Oedeme) und Michael Schwenke (Herderschule). Foto: t&w
Seite an Seite für eine schnelle Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren kämpfen die Elternvertreter Inga Petersen-Wiswe (Gymnasium Bleckede), Kirsten Nebe (Johanneum), Ute Ertl (Bernhard-Riemann-Gymnasium), Arnd Heimann (Johanneum), Robin Backhaus (Johanneum), Ulrike Fleer (Gymnasium Oedeme) und Michael Schwenke (Herderschule). Foto: t&w

Schnell weg mit dem Turbo-Abi

ahe Lüneburg. 2242 Unterschriften haben sie in den vergangenen vier Wochen schon zusammenbekommen, und ein paar mehr sollen es noch werden. Die Schulelternräte der Gymnasien in Lüneburg und Umgebung kämpfen weiter dafür, dass das Abitur nach 13 Jahren möglichst schnell und für möglichst viele Schüler umgesetzt wird. Zwar ist auch in Hannover inzwischen die Erkenntnis gereift, dass das vor einigen Jahren eingeführte G8, also das achtjährige Gymnasium mit dem Abi nach dem 12. Jahrgang, nicht das Gelbe vom Ei ist, doch die Eltern befürchten, dass die angekündigte Rückkehr zu G9 erst im nächsten Jahr kommen könnte oder vielleicht sogar doch ein G8 bleibt mit abgespeckten Leistungsanforderungen als „Abi light“.

„Die Tür zu G9 steht offen, aber noch wissen wir nicht, wer da wann durchgehen kann“, sagt Arnd Heimann, Elternvertreter am Johanneum. Geht es nach ihm und den anderen Müttern und Vätern, die sich in den schulischen Gremien engagieren, sollten schon im Sommer dieses Jahres mindestens die Jahrgänge fünf bis sieben, eventuell auch die Jahrgänge acht und neun durch diese Tür schreiten. Das ließe sich durch eine gestreckte Stundentafel auch realisieren, ein entsprechendes Konzept hatten die Eltern jüngst vorgelegt.

Die Lüneburger kämpfen Seite an Seite mit Eltern aus anderen Landkreisen, in Uelzen zum Beispiel seien schon 2700 Unterschriften zusammengekommen. Alle Listen werden nun für ganz Niedersachsen in Göttingen gesammelt, sie sollen dann gebündelt an die im Landtag vertretenen Fraktionen übergeben werden. Ulrike Fleer, Elternvertreterin am Gymnasium Oedeme, sagt: „Es hat richtig Spaß gemacht, zu sammeln. Man musste nur G8 erwähnen, schon sind die meisten darauf angesprungen, das ist wohl für viele ein Signalwort. Selbst Eltern von Grundschülern und von jenen Gymnasiasten, die dann schon Abi gemacht haben und deren Kinder es gar nicht mehr betrifft, haben gerne unterschrieben.“

One comment

  1. Werner Schneyder

    Ich bin kein Freund des G8, aber ich wundere mich über diese Politik, die an die badische Springprozession erinnert: Vor 10 Jahren gingen auch Eltern mit Vehemenz mit dem Wunsch an die Öffentlichkeit, es müsse unbedingt G8 kommen. Interessanterweise wurde diese Wucht des Wunsches erst nach den Landtagswahlen offenbar. Seltsam.

    In Niedersachsen gibt es doch den neunjährigen Weg zum Abitur über die IGS. Schleswig-Holstein hat nun beide Wege festgeschrieben, andere Bundesländer wollen nachziehen (Bremen, NRW). Auch in Niedersachsen wird irgendwann die Zweigliedrigkeit kommen. Dann gäbe es sinnvollerweise auch zwei Wege zum Abitur. Wo ist das Problem?