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Den spektakulärsten Einsatz hatten die Feuerwehrleute im Dezember bei dem Großfeuer am Stint. Foto: be
Den spektakulärsten Einsatz hatten die Feuerwehrleute im Dezember bei dem Großfeuer am Stint. Foto: be

Werte von 30 Millionen Euro geschützt

ca Lüneburg. Vier Millionen Euro Schaden, aber Werte von 30 Millionen Euro erhalten der Brand am Stintmarkt im Dezember vergangenen Jahres war auf der Jahresversammlung der Lüneburger Feuerwehr immer wieder Thema. Landrat Manfred Nahrstedt, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Regierungsbrandmeister Uwe Schulz und Kreisbrandmeister Torsten Hensel lobten am Freitagabend in der Mensa der Leuphana Universität den Einsatz der Brandbekämpfer, die im Wasserviertel von ihren Kollegen aus dem Landkreis und mehreren Hilfsorganisationen unterstützt wurden. Für Ulrich Mädge, aber auch für Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft war aber ebenso klar, auf diesem Erfolg dürfen sich die rund 240 Aktiven der Wehr nicht ausruhen: In der Struktur, aber auch in den Möglichkeiten der Bekämpfung eines Feuers von der Ilmenau aus bestehe ganz klar Handlungsbedarf.

Mit insgesamt 665 Einsätzen weist die Statistik für 2013 zwar 35 Hilfeleistungen weniger aus als ein Jahr zuvor. Doch gefordert waren die 209 Männer und 30 Frauen immer wieder. Nicht nur beim Elbehochwasser, sondern beispielsweise auch, als im Januar das Heim des Stadtorchesters auf dem VfL-Gelände abbrannte, als im Juni eine Halle in der Goseburg in Flammen stand, als im August ein Mann in einem Haus Auf der Höhe Feuer gelegt hatte und sich dann das Leben nahm, oder etwa bei einem schweren Autounfall an der Hamburger Straße. Damals war ein junger Mann mit seinem Mercedes Cabrio von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die Helfer benötigten zweieinhalb Stunden, um ihn aus dem Autowrack zu befreien.

Volker Gätjens, stellvertretender Stadtbrandmeister, blätterte in der Statistik und nannte auch kuriose Beispiele, bei denen die Feuerwehr gebraucht wurde. Auf Anforderung der Polizei befreite sie im November einen Einbrecher aus einem Tabakladen in der Innenstadt. Der Gauner hatte es nicht geschafft, wieder aus dem Geschäft zu klettern. Blöd lief es auch für zwei Jugendliche, die einen Tag vor Weihnachten über ein Oberlicht ins Schulzentrum Oedeme einsteigen wollten und abstürzten die Festtage verbrachten sie mit gebrochenen Knochen im Städtischen Klinikum.

146 Mal lösten Brandmeldeanlagen aus, nicht immer aus ernstem Grund, sondern weil etwa Staub oder mangelnde Wartung den Alarm in der Leitstelle auflaufen ließen. An der Spitze der Meldungen lagen die Firmen Cartoflex und Pickenpack, gefolgt vom Wichernhaus, einer Einrichtung für Menschen mit seelischen Leiden. 34 Mal befreiten die Helfer Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen. Über vier böswillige, also unnötige Alarmierungen ärgerten sich die Männer und Frauen.

In den vier Lüneburger Wehren Mitte, Oedeme, Häcklingen und Rettmer engagieren sich Freiwillige. Allerdings gibt es in der Wache an der Lise-Meitner-Straße im Lünepark ein Dutzend hauptamtlicher Mitarbeiter, die sich um die Wartung von Fahrzeugen und Gerät kümmern. Die und Kollegen aus der benachbarten Werkstatt der städtischen Servicegesellschaft AGL arbeiten quasi als Wachbereitschaft tagsüber allerdings einen großen Teil kleinerer Einsätze ab. Gleichwohl müssen immer wieder Feuerwehrleute von ihren Arbeitsstellen zum Ernstfall ausrücken. Die Feuerwehr und Oberbürgermeister Ulrich Mädge dankten den Arbeitgebern dafür, dass die ihre Mitarbeiter dann für den Dienst an der Allgemeinheit ziehen lassen.