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Der Lidl-Markt An der Roten Bleiche soll wachsen, Details wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Foto: us
Der Lidl-Markt An der Roten Bleiche soll wachsen, Details wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Foto: us

Mehr Platz für den Discounter

us Lüneburg. Die Lidl-Filiale an der Willy-Brandt-Straße im Roten Feld kann wachsen. Von bislang 1000 Quadratmeter soll die Verkaufsfläche auf künftig 1250 Quadratmeter erweitert werden. Dafür soll das bestehende Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch das Grundstück selbst soll von derzeit 2400 auf 2770 Quadratmeter durch Inanspruchnahme von Flächen der benachbarten H.B. Fuller GmbH vergrößert werden. Zugleich ist für den Lidl-Markt und für H.B. Fuller eine gemeinsame Zufahrt vorgesehen. Dazu soll südlich des Lidl-Geländes eine neue Zuwegung geschaffen werden. Jetzt stimmte der Bauausschuss einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans zu, ebenso der Änderung des Flächennutzungsplans. Letztere war erforderlich geworden, da großflächiger Einzelhandel mit mehr als 1000 Quadratmetern als Sondergebiet ausgewiesen werden muss.

Matthias Eberhard, Stadtplaner bei der Stadt, stellte das Vorhaben im Bauausschuss vor, das der langfristigen Sicherung der Nahversorgung im näheren Umfeld dienen soll. Durch die Vergrößerung der Verkaufsflächen sei mit einer Umsatzumverteilung in Höhe von sieben Prozent zu rechnen, wie entsprechende Gutachten ergeben hätten. Mit anderen Worten: Auf die benachbarten Nahversorgungszentren werde ein Umsatzrückgang in etwa dieser Größenordnung zukommen. „Bis zu zehn Prozent Umsatz-umverteilung wird aber als unschädlich bewertet“, erläuterte Eberhard.

Baulich werde das neue Gebäude dem derzeitigen ähneln, es wird eine „normale Lidl-Werbung“ geben, die auch nicht auf gegenüberliegende Grundstücke abstrahle. Auch Bedenken, der Lidl-Parkplatz könnte künftig von Lkw genutzt werden, die auf eine Zufahrt zum Fuller-Gelände warten, räumte Eberhard aus: „Die Anordnung der Lidl-Stellplätze ist zu kleinteilig, Lkw würden sich dort hoffnungslos festfahren.“ Zum Schutz der Anwohner westlich der Willy-Brandt-Straße soll parallel zum künftigen Lidl-Gelände und zur neuen Zufahrt eine Schallschutzwand errichtet werden. Damit sollen die Auswirkungen des Lkw-Verkehrs zum Fuller-Gelände, „der deutlich zunehmen wird“, wie Stadtplaner Eberhard ausführte, reduziert werden.

Weiterhin wird es 96 Stellplätze geben, die auf dem vergrößerten Gelände neu angelegt und begrünt werden sollen. „Für je fünf Stellplätze wird ein Baum gepflanzt“, erklärte Eberhard. Auch die Grundstücksgrenzen sollen bepflanzt werden. Wie dies konkret aussehen soll, sei im Rahmen des Bauantragsverfahrens zu klären, führte Eberhard aus.

Noch nicht geklärt ist die Ampelregelung an der neuen Zufahrt. Ob dort statt bisher einer künftig zwei Fußgängerampeln stehen werden, blieb am Montag offen. Birte Schellmann (FDP) regte an, dort eine weitere Beeinflussung des fließenden Verkehrs durch Bedarfsampeln zu vermeiden, Ulrich Löb (Grüne) sprach sich dafür aus, dass der Lidl-Markt auch per Fahrrad erreichbar sein sollte.

Als Ausgleich für die Inanspruchnahme und Versiegelung der Flächen sind im Stadtforst bei Böhmsholz 1329 Qua-dratmeter Ausgleichsfläche vorgesehen, dort soll neuer Wald entstehen. Einen Zeitpunkt für den Beginn der Bauarbeiten konnte Eberhard nicht nennen, „dies hängt von den Plänen der Eigentümer ab.“