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Peter Oehser, ACE-Kreisvorsitzender aus Bardowick, nimmt im Lünepark die Stellplätze für Mütter mit Kindern unter die Lupe  alles vorbildlich, auch die Notrufanlage. Am Ende reicht es für 93 Punkte. Foto: t&w
Peter Oehser, ACE-Kreisvorsitzender aus Bardowick, nimmt im Lünepark die Stellplätze für Mütter mit Kindern unter die Lupe  alles vorbildlich, auch die Notrufanlage. Am Ende reicht es für 93 Punkte. Foto: t&w

Nur zwei erreichen Testurteil „gut“

ahe Lüneburg. Die Top-Note haben die Tester in Lüneburg nicht vergeben, allerdings auch kein „mangelhaft“ verteilen müssen: Der Auto Club Europa (ACE) hat gestern Lüneburgs Parkhäuser unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Zweimal vergaben die Tester die Note „gut“, fünfmal ein „befriedigend“.

„So intensiv wie wir hat noch keiner die Parkhäuser in Lüneburg getestet“, ist Matthias Cordts sicher. Der Regionalbeauftragte des ACE für Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein war zusammen mit ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern unterwegs, um mit kritischem Blick die Stärken und Schwächen der einzelnen Standorte unter die Lupe zu nehmen und Punkte zu verteilen. Am besten schnitt in der Gunst der Tester das Parkhaus Lünepark ab, das mit 93 Punkten knapp vor dem City-Parkhaus mit 92 Punkten landete, am schlechtesten das Parkhaus am Klinikum mit 74 Punkten, „nach Schulnoten wäre das gerade noch eine Drei“, verdeutlicht Cordts.

Sind die Stellplätze breit genug? Reicht die Zahl der Behindertenparkplätze aus? Ist die Beleuchtung hell genug? Gibt es Toiletten? Wie sieht es mit einem Aufzug aus? Ist ständig ein Ansprechpartner vor Ort? Sind Notausgänge ausreichend ausgeschildert? Das sind nur einige der Kriterien, die in das Testurteil mit einflossen. Dabei verließen sich die Prüfer nicht nur auf ihren geübten Blick, sondern holten immer wieder auch das Maßband raus, um genau zu kontrollieren, ob die Stellflächen den ständig wachsenden Fahrzeugbreiten und -längen noch gerecht werden. Gerade das sei in Parkhäusern immer wieder ein Problem. Denn ein Golf sei zwischen 1974 und 2009 um fast 50 Zentimeter in der Länge und um 17 Zentimeter in der Breite gewachsen. Insgesamt 150 Punkte gibt es gemäß Kriterienkatalog zu erreichen, für ein „sehr gut“ müssen es schon 121 sein, für ein „gut“ mindestens 91 Punkte. Die Preise, das stellen die Tester auch klar, spielen bei der Benotung keine Rolle.

Beim Sieger des Lüneburg-Vergleichs, dem Parkhaus Lünepark, fielen den ACE-Testern unter anderem die gute Beleuchtung, die vielen, zahlenmäßig über der Mindestanforderung liegenden Behindertenparkplätze, die Fahrbahnbreite und die Sauberkeit positiv auf. Auch dass es Toiletten gibt oder vor den Kassenautomaten Vorkehrungen gegen ein mögliches Ausrutschen getroffen wurden, brachte Pluspunkte. Bemängelt haben die Tester zum Beispiel, dass es keinen Aufzug gibt und nicht permanent ein Ansprechpartner vor Ort ist, und die Wegweisung zum nächsten Fußweg könne besser sein. Etwas knapp bemessen sei die maximale Durchfahrtshöhe mit 2,10 Metern. „2,15 Meter oder mehr wären schon besser, gerade weil Lüneburg ja auch für Touristen interessant ist, die ja auch mal mit SUV und Dachbox unterwegs sind“, verdeutlicht Cordts.

Beim immer noch befriedigenden Testverlierer Lüneburgs am Klinikum gebe es auch Vorbildliches, zum Beispiel die Ausstattung der Familienparkplätze. Doch im Vergleich zu den anderen Standorten gab es auch mehr Kritik. Die Beleuchtung sei gerade für ältere Autofahrer nicht ausreichend, wenn man tagsüber ins Parkhaus hinein fahre, auch gibt es keine Toiletten. Cordts hat aber noch einen viel gravierenderen Kritikpunkt: „Beim Stockwerkwechsel wird es dort sehr eng, da kann schon mal eine Felge dran glauben müssen.“ Im Karstadt-Parkhaus seien Stolperfallen und die Enge negativ ins Gewicht gefallen. Weil es aktuell umgebaut wird, kam das Parkhaus Stadtmitte am Wohnpark Nordlandhalle nicht mit in die Wertung.

Lüneburg war für die ACE-Tester die erste Station, in den kommenden Wochen und Monaten sollen unter anderem Tests in Stade, Hamburg, Kiel und Lübeck folgen. Auf einer noch einzurichtenden Internetseite sollen dann alle Ergebnisse veröffentlicht werden. Angemeldet hatte die ACE-Crew ihre Untersuchung übrigens nicht. Doch einige Betreiber haben sie im Anschluss über ihr Ergebnis informiert. So habe zum Beispiel der Betreiber des Parkhauses am Klinikum zugesagt, dass die Beleuchtung besser werden und auf LED-Technik umgerüstet werden soll. In etwa zwei Jahren können die Prüfer kontrollieren, ob das Versprechen eingehalten worden ist, dann wollen sie ihren Parkhaus-Test in Lüneburg wiederholen.