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Die Herren tragen Stirnbänder, die zum Tanz Awo odori in der Präfektur Tokushima, zu der Naruto gehört, umgelegt werden: Ehrenkommandeur Eduard Kolle, Volker Geball (Deutsch-Japanische Gesellschaft), Kommandeur Roland Imhorst und Seminaris-Chef Klaus Anger in Begleitung von Madame Butterfly (Olga Prokot). Foto: be
Die Herren tragen Stirnbänder, die zum Tanz Awo odori in der Präfektur Tokushima, zu der Naruto gehört, umgelegt werden: Ehrenkommandeur Eduard Kolle, Volker Geball (Deutsch-Japanische Gesellschaft), Kommandeur Roland Imhorst und Seminaris-Chef Klaus Anger in Begleitung von Madame Butterfly (Olga Prokot). Foto: be

Reise ins Reich der aufgehenden Sonne

rast Lüneburg. Traditionell steht bei den Herrenabenden des Schwarzen Korps als flüssige Nahrung Korn auf den Tischen, gestern jedoch wichen die Organisatoren davon ab, stellten das japanische Natio­nalgetränk Sake bereit aus gutem Grund: Der 40. Herrenabend stand im Zeichen der 40-jährigen Städtepartnerschaft Lüneburgs mit Naruto.

Der Abend im Seminaris war ganz nach dem Geschmack der 160 Gäste, die die Küchen-Crew von Hotel-Chef Klaus Anger verwöhnte: Nach einem Möhren-Ingwersüppchen mit Yakitori-Spieß als Appetitanreger gabs gebackene Ente auf Wokgemüse, süß-saure Soße und Gewürzreis. Der Nachtisch Lemon-Ingwer-Mousse mit gebratener Ananas und Tannenhonig bot auch Yasushi Fukagawa nicht den geringsten Ansatz zur Kritik. Der japanische Konsul gehörte ebenso zu den Gästen wie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben. Sie wurden begrüßt von Roland Imhorst, der Kommandeur des Schwarzen Korps der Allgemeinen Schützengesellschaft Lüneburgs führte launig durch den Abend.

Nach dem kulinarischen Genuss war das Köpfchen gefragt bei einem Vortrag über die Städtepartnerschaft und dem anschließenden spannenden Ratespiel, für das Sponsoren wieder attraktive Preise spendiert hatten. Diesen Part gab Roland Imhorst, dessen Japanisch nach eigener Aussage noch ein wenig verbesserungsbedürftig sei, gerne ab an Volker Geball, den Vorsitzenden der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Lüneburg. Und das Quiz hatte es wirklich in sich. Drei Beispiele: Das Weltkriegs-Ende 1945 hielt einen japanischen Leutnant nicht davon ab, auf der philippinischen Insel Lubang weiter seine Stellung zu halten. Denn alle Nachrichten über die Kapitulation Japans hielt er für eine List des Feindes. Erst als sein Kommandeur persönlich zu ihm kam, gab der Soldat auf. Führte er seinen Kampf im Dschungel noch 3, 9, 17 oder 29 Jahre? Da staunten viele der Herren gestern Abend nicht schlecht: Erst 1974, also nach 29 Jahren, legte Leutnant Hiroo Onoda seine Waffen nieder. Da war die Frage schon leichter zu beantworten, welches der vier (General-)Konsulate in Deutschland die meisten Bundesländer betreut. Es ist das Hamburger mit den Ländern Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In der Liste der Träger japanischer Orden und Auszeichnungen im Amtsbereich des Konsulats von Japan in Hamburg findet sich auch eine Person aus Lüneburg. Zur Auswahl standen Burckhardt Dölitzsch, Horst Nickel, Elisabeth Süpke und Alfred Trebchen, alles ehemalige Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Die richtige Antwort: Elisabeth Süpke, sie erhielt 1997 vom damaligen japanischen Generalkonsul Junnosuke Kage den Orden vom Heiligen Schatz am Band.

Bei dem Ratespiel rauchten die Köpfe und danach zog es die Raucher vor die Hoteltüren, wo sie schon darüber diskutierten, was Roland Imhorst ihnen 2015 wohl servieren wird, wenn es um ,,Freitag, den 13.“ geht ein Thema, zu dem es spannende Fragen geben kann.