Donnerstag , 29. September 2016
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Das Haus an der Neuen Sülze hat arg gelitten. Ein Teil ist mit Spanplatten vernagelt, die klassizistische Fassade hat Risse, die Farbe blättert. Der Unternehmer Jürgen Sallier will das Gebäude sanieren.
Das Haus an der Neuen Sülze hat arg gelitten. Ein Teil ist mit Spanplatten vernagelt, die klassizistische Fassade hat Risse, die Farbe blättert. Der Unternehmer Jürgen Sallier will das Gebäude sanieren.

Abriss an der Neuen Sülze

ca Lüneburg. Ein Abriss an der Neuen Sülze was ist da los?, fragen sich Nachbarn. Gegenüber dem Jugendzen­trum steht ein sehr angegriffenes Haus. Dorthinter befand sich ein großer alter Schuppen, und den ließ der Eigentümer, die Firma Sallier, abreißen. Auch gestern waren Handwerker mit Bagger und Schaufeln am Werk. Jürgen Sallier sagt: „Wir haben die Remise und zwei Birken wegnehmen lassen. Dafür hatten wir eine Genehmigung der Stadt.“

Das bestätigt das Rathaus und erklärt: Bereits im Herbst vergangenen Jahres war von der vorherigen Besitzerin des Komplexes ein Abbruchantrag gestellt worden. Die Genehmigung für den Abbruch erteilte die städtische Bauverwaltung in Absprache mit der oberen Denkmalschutzbehörde, da das Gebäude in einem baufälligen Zustand gewesen sei. Das Gebälk des ehemaligen Pferdestalls sei so angegriffen gewesen, dass man es nicht wieder verwenden könne. Anders verhalte es sich vermutlich mit dem Mauerwerk, das solle möglicherweise bei einer späteren Restaurierung des Hauses zum Einsatz kommen.

In ihrem Buch ,,Lüneburger Denkmaltopographie“ schätzt Doris Böker vom Landesamt für Denkmalpflege dieses und das ähnlich gehaltende Nachbarhaus als „die bedeutendsten baugeschichtlichen Zeugnisse dieser Straßenseite“ ein, ihre Geschichte reicht vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Sallier will das Haus sanieren. Der Zustand sei von Fachleuten wie einem Statiker und einem Restaurator aufgenommen worden. Noch sei er dabei, Pläne für das Haus zu entwickeln, in Abstimmung mit Stadt und Denkmalpflege. „Das Grundstück hat eine Fläche von 3000 Quadratmetern“, sagt der Unternehmer. Er prüfe, den hinteren Teil bebauen zu können: „Aber es ist noch viel zu früh, etwas dazu zu sagen.“

Ähnlich äußert sich Stadtsprecherin Suzanne Moenck. Welche Pläne der neue Eigentümer mit dem Haus habe, das direkt an der Abbruchkante zur Altstadt und damit in einem hochsensiblen Gebiet steht, sei noch unklar: „Gespräche laufen.“ Allerdings werde die Stadt aufgrund der Lage und des Alters des Ensembles ein besonderes Augenmerk haben.

Vor Jahren beschädigt, nun wird es wieder aufgebaut: das Tor zur Unterwelt an der Frommestraße. Foto: A
Vor Jahren beschädigt, nun wird es wieder aufgebaut: das Tor zur Unterwelt an der Frommestraße. Foto: A
Tor zur Unterwelt
Das Tor zur Unterwelt soll in der kommenden Woche wieder aufgebaut werden. Die Firma Sallier wollte bekanntlich an der Frommestraße bauen. Aufgrund der massiven Senkungsproblematik wurde das Projekt aber gestoppt. Zwei aus Sicht der Stadt einsturzgefährdete Häuser wurden dort abgebrochen. Sallier hatte im Sommer 2011 auf dem Gelände vorbereitende Arbeiten ausführen lassen. Dabei riss ein Bagger das Tor zur Unterwelt um. Es gilt als ein Symbol für den unruhigen Lüneburger Untergrund. Es war 1898 als Gartentor gebaut worden. Durch die gewaltigen Bewegungen schoben sich die Flügel über die Jahrzehnte übereinander. Nun soll der umgestürzte Pfeiler wieder hochgemauert werden. Zudem lässt Sallier das Eckhaus an der Bastionstraße sanieren, es stand lange Zeit leer. Dort sollen Wohnungen enstehen. ca

 

2 Kommentare

  1. renate ohlsson

    Und wann ist es soweit, dass Lüneburg in Sallider-City umgetauft wirdx???=?

  2. Seit dem Abriss der beiden Häuser in der Frommestrasse sieht es dort so aus, als wäre der Krieg gerade zu Ende gegangen. Nur wurde da eben schon aufgeräumt. Es ist ein Schandfleck. Fraglich erscheint mir zudem, ob das „Tor zur Unterwelt“ wirklich versehentlich beschädigt wurde oder die komplette Zerstörung einfach nur mißglückt ist. Könnte ja sein, dass es jemandem „im Wege“ steht. Ein zweiter Versuch wäre natürlich zu auffällig gewesen. Aber beschädigt ist beschädigt und eine Wiederherstellung/Reparatur wird den ursprünglichen Zustand nicht erreichen. Es ist nicht mehr das Original.