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Zwei Fotos macht Fotograf Andreas Schindler von den Kandidaten. Seine Erfahrung: Die Unvorbereiteten sind am natürlichsten. Foto: sel
Zwei Fotos macht Fotograf Andreas Schindler von den Kandidaten. Seine Erfahrung: Die Unvorbereiteten sind am natürlichsten. Foto: sel

Komparsen träumen von Roten Rosen +++ Mit LZplay-Video

sel Lüneburg. Ob jung oder alt, blond gelockt oder schwarzhaarig und glatt, ob sportlich oder elegant, klein und zierlich oder groß und breit beim Komparsen-Casting für die ARD-Erfolgsserie „Rote Rosen“ sind alle Typen gefragt. „Wir können fast alle Leute gebrauchen, die sich bewerben“, erklärt Vanessa Möller vom Produktionsteam. Schwierig seien allenfalls „die Vollbärte“, da sie „zu präsent“ seien. Denn wer als Komparse bei den „Roten Rosen“ mitwirkt, wird mehrmals eingesetzt. Mal beim Bummeln durch die Altstadt, mal beim Sonnenbad auf der Parkbank oder beim Schlemmen im Res­taurant. Und auch wenn die Komparsen meistens im Hintergrund bleiben, gilt: „Vollbärte fallen zu sehr auf“, so Möller. „Und wenn wir doch mal einen brauchen, dann suchen wir uns in unserer Kartei den passenden Typen aus“.

Susanne Reimer möchte sich als Komparsin bei den Roten Rosen bedanken: „Für Lüneburg gibt es keine bessere Werbung.“
Susanne Reimer möchte sich als Komparsin bei den Roten Rosen bedanken: „Für Lüneburg gibt es keine bessere Werbung.“

Mittlerweile umfasst die Kartei rund 2850 Bewerber, allein am vergangenen Sonnabend fanden 330 Rosen-Fans den Weg in die Produktionsstätte an der Lilienthalstraße im Gewerbegebiet Stadtkoppel. Unter ihnen beispielsweise die 18-jährige Merle Schneefuß. Sie spielt zwar schon seit acht Jahren Theater am Lüneburger Jugendtheater, aber bei einem Casting sei sie das erste Mal, erzählt die hübsche Gymnasiastin. „Das ist bestimmt eine schöne, neue Erfahrung“, meint sie, bevor Fotograf Andreas Schindler die Kamera zur Hand nimmt. Und vielleicht, so verrät Merle weiter, werde sie später Theaterwissenschaften studieren und irgendwann einmal für Film oder Theater arbeiten, „allerdings hinter den Kulissen“.

Das Foto-Shooting selbst ist schnell vorbei, denn Profi Schindler macht von allen Bewerbern lediglich zwei Fotos ein Porträt und ein Ganzkörperfoto. „Am liebsten sind mir die Kandidaten, die ganz unvorbereitet kommen, die also nicht posen, sondern ganz natürlich bleiben“, erklärt Fotograf Schindler nebenbei. Und klar, zwischendurch gebe es immer mal Bewerber, die überaus fotogen seien. „Die frage ich dann, ob sie schon mal professionell gemodelt haben.“ Vielleicht gibt das ja den entscheidenden Anstoß.

Seit drei Jahren ist Peter Behrens Fan der Serie. „Jetzt möchte ich gern selbst aktiv werden.“
Seit drei Jahren ist Peter Behrens Fan der Serie. „Jetzt möchte ich gern selbst aktiv werden.“

Die meisten der 330 Kandidaten, die den Fragebogen ausgefüllt und sich anschließend ins Fotostudio begeben haben, treibt die Neugier in die Produktionshalle. Fast alle von ihnen sind Rosen-Fans und verfolgen die Serie, sofern es Job und Zeit zulassen, seit Jahren. „Für Lüneburg gibt es keine bessere Werbung als die Roten Rosen“, sagen übereinstimmend Susanne Reimer aus Salzhausen und Joachim Riebicke aus Bienenbüttel, der „30 Jahre lang gegenüber bei Nordson“ gearbeitet hat. „Da habe ich immer aus der Entfernung geguckt, was hier so vor sich geht. Jetzt will ichs mir mal aus der Nähe anschauen.“

Mechthild Hoek hat „eine gewisse Affinität zum Film“. Sie hat 1991 schon mal als Komparsin gearbeitet.
Mechthild Hoek hat „eine gewisse Affinität zum Film“. Sie hat 1991 schon mal als Komparsin gearbeitet.

Eingefleischter Fan ist auch Peter Behrens, auch er lobt die schöne Kulisse, mit der die Serie die Salzstadt darstellt und die Touristen an die Ilmenau lockt. „Ich wollte schon immer wissen, wie es hinter den Kulissen zugeht“, erzählt der 21-jährige Robin Ukat seine Beweggründe, zum Casting zu kommen, während er den Fragebogen ausfüllt. Dort trägt er, wie alle anderen, sein Alter, seine Konfektions- und Schuhgröße ein, beschreibt kurz, wie er zeitlich eingebunden werden kann und ob er „Besonderheiten“ oder „Fähigkeiten“ mit einbringen kann. Möglich, dass bald ein Pianospieler gesucht wird oder jemand mit einem besonderen Händchen für Tiere.

Wer bereits Erfahrungen als Komparse hat, der gibt auch das kurz an. So wie Mechthild Hoek, die bereits bei einem Dreiteiler mitgewirkt hat, für den sie sich 1991 als Komparsin im Bargenturm gemeldet hat. „Ich weiß allerdings nicht mehr, wie der Dreiteiler hieß“, sagt sie schmunzelnd.