Dienstag , 27. September 2016
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Dr. Ulrich Schenck von der Lawaetz-Stiftung mit Barbara Heidrich (l.) vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, Bildungsbegleiterin Claudia Johnen-Hasenfuß und Dagmar Henseleit (r.), Diakonie Niedersachsen.
Dr. Ulrich Schenck von der Lawaetz-Stiftung mit Barbara Heidrich (l.) vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, Bildungsbegleiterin Claudia Johnen-Hasenfuß und Dagmar Henseleit (r.), Diakonie Niedersachsen.

Ambulante Pflege sichern

as Lüneburg. Die Zahl der alten Menschen wächst, damit nimmt das Risiko der Pflegebedürftigkeit zu. Gab es bundesweit 2010 rund 2,3 Millionen Pflegebedürftige das sind 16 Prozent mehr als vor 15 Jahren , sollen es laut Prognose in 20 Jahren 3,4 Millionen sein. Gleichzeitig droht ein Fachkräftemangel in der ambulanten Altenpflege. Um dem entgegenzuwirken und die Berufsausbildung zu verbessern, starten der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie die Diakonie in Niedersachsen gemeinsam mit der Hamburger Lawaetz-Stiftung das Modellprojekt ,,Bildungsbegleiter in der ambulanten Altenpflege“, das jetzt in Lüneburg vorgestellt wurde.

Waren 2001 knapp 19000 Mitarbeiter, meist in Teilzeit, in der ambulanten Pflege in Niedersachsen im Einsatz, so waren es 2011 bereits 29300. Gründe dafür, dass externe Unterstützung bei der häuslichen Pflege in Anspruch genommen wird, sind unter anderem, dass zum einen Familienmitglieder diese nicht übernehmen können, weil sie nicht vor Ort sind, oder die Pflegenden diese aufgrund des eigenen Alters nicht mehr allein bewältigen können. Der Bedarf an Fachkräften wird auch weiter wachsen. Um den Beruf attraktiv zu machen, bedarf es einer verbesserten Ausbildung, „denn die ambulante Pflege erfordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln“, wissen Barbara Heidrich vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und Dagmar Henseleit, von der Diakonie. Woran es oft hakt, sei eine betriebliche Unterweisung, sagt Ralf Gremmel, Geschäftsführer des Paritätischen in Lüneburg. Er erläutert: ,,Auszubildende gehen mit Fachpflegekräften zu den Pflegestellen und übernehmen nach und nach Teilaufgaben. Dazu kommt die theoretische Ausbildung in der Berufsschule. Wozu in der Regel keine Zeit bleibt, ist eine Reflexion der praktischen Erfahrungen sowie das Einbinden des Theoretischen in die Praxis.“ Mangelnde Reflexionsmöglichkeiten seien ein Grund für die hohe Abbrecherquote in diesem Ausbildungsberuf.

Gremmel begrüßt, dass nun externe Begleiter den Auszubildenden zur Seite gestellt werden sollen. Angeschoben hat das Projekt die Hamburger Lawaetz-Stiftung, die laut Dr. Ulrich Schenck Fördergelder vom Land und der EU eingeworben hat. Als erste Bildungsbegleiterin wird Claudia Johnen-Hasenfuß in Einrichtungen der Verbände im Einsatz sein.

Die examinierte Altenpflegekraft und Lehrerin für Pflegeberufe erläutert ihre Aufgaben: Sie unterstützt bei der Vermittlung theoretischer Lerninhalte, ist Ansprechpartnerin für Auszubildende, wenn es um Fragen bei praktischen Erfahrungen in der täglichen Pflege geht. Sie soll aber auch bei der betriebsinternen Weiterentwicklung der Ausbildung unterstützen. Ziel: Auszubildenden frühzeitig und nachhaltig dafür zu wappnen, selbstständig zu arbeiten.

Das soll die Ausbildungsquote erhöhen und helfen, dass ausgebildetes Personal auch in der ambulanten Pflege bleibt.