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Zum dritten Mal trafen sich Anti-Fracking-Initiativen aus ganz Norddeutschland zum Netzwerktag in Lüneburg, schmiedeten unter anderem einen Aktionsplan für die Zukunft.
Zum dritten Mal trafen sich Anti-Fracking-Initiativen aus ganz Norddeutschland zum Netzwerktag in Lüneburg, schmiedeten unter anderem einen Aktionsplan für die Zukunft.

Nur ein Ziel: Fracking verbieten

off Lüneburg. Der Kampf gegen Fracking hat sie vor einem knappen Jahr zum ersten Mal zusammengebracht: rund 15 Bürgerinitiativen aus ganz Norddeutschland, die sich gegen die umstrittene Erdgasfördermethode engagieren. Seitdem treffen sich die Initativen regelmäßig zu Netzwerktagen in Lüneburg zuletzt am Sonnabend im Lüneburger Grünen-Büro. Drei Themen standen bei dem mehr als fünfstündigen Treffen im Mittelpunkt: Der Erlass-Entwurf der niedersächsischen Landesregierung zum Fracking, das Mitspracherecht der Bürgerinitiativen und ein Handlungsplan für die Zukunft.

Wie berichtet, plant Rot-Grün in Hannover einen neuen Erlass zur Fördermethode „Hydraulic Fracturing“, kurz Fracking. Danach sollen für die Methode zur Erdgasgewinnung zwar strenge Auflagen gelten, das Fracking aber grundsätzlich ermöglicht werden. Eine Entscheidung, die von den Bürgerinitiativen im Land heftig kritisiert wird. „Wir hätten uns ein ganz entschiedenes Nein zum Fracking gewünscht“, sagt Petra Kruse-Runge, Mitglied der Lüneburger Initiative „Wir gegen Fracking“ und Grünen-Mitglied im Lüneburger Kreistag.

Rede und Antwort zum Erlass-Entwurf standen den knapp 30 Frackinggegnern die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Anja Piel, und der Landesvorsitzende der Grünen, Jan Haude. Ein Ergebnis der rund anderthalbstündigen Diskussion: „Wir werden in Zukunft verstärkt die Auseinandersetzung mit Wirtschaftsminister Olaf Lies suchen“, sagt Kruse-Runge. Der Austausch mit Piel und Haude habe ihnen noch einmal deutlich gemacht. Weniger die Grünen als vielmehr die Sozialdemokraten müssten von einem entschiedenen Nein gegen Fracking überzeugt werden.

Wie, auch darüber diskutierten die Frackinggegner in Lüneburg. Und kamen unter anderem zu dem Schluss: „So wie uns die Politik als Bürgerinitiativen beteiligt, geht es nicht“, sagt Kruse-Runge. Hin und wieder würden zwar einzelne Initiativen zu Fachgesprächen nach Hannover eingeladen, „oft ohne feste Tagesordnung oder Thema, manchmal kommt die Einladung erst eine Woche vorher“. Ein Umgang, „der bei vielen von uns Zweifel weckt, wie ernst man es mit der Beteiligung tatsächlich meint“.

Den Kopf in den Sand stecken wollen die Frackingsgegner allerdings nicht. „Wir sind überzeugt, dass unsere Beteiligung sehr sinnvoll sein kann“, sagt Kruse-Runge. „Und deshalb werden wir nun klar signalisieren: Beteiligung, ja. Aber nur, wenn der Rahmen stimmt.“

Ein gutes Jahr lang beschäftigen sich die meisten Inititiativen mittlerweile mit dem Thema Fracking, Auslöser war für viele in der Region das Bekanntwerden von drei Erlaubnisfeldern zur Suche nach Erdöl und Ergas in Nordostniedersachsen. „Wir haben uns intensiv informiert, haben Gespräche mit Ämtern und Behörden geführt“, sagt Kruse-Runge, „jetzt ist die Phase der Informationsbeschaffung abgeschlossen.“

Mit verschiedenen Aktionen wollen die Frackinggegner künftig vermehrt für Aufmerksamkeit sorgen und ihre Botschaft noch deutlicher als bisher machen: „Wenn Grund- und Trinkwasser durch Fracking erst einmal verseucht worden sind, lässt sich das nicht mehr reparieren“, sagt Petra Kruse-Runge. Dabei werden die Anti-Fracking-Initiativen auch in Zukunft an ihrem Konzept festhalten und so oft wie möglich gemeinsam kämpfen.