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Mini-Regatta mit Drachenbooten

ahe Lüneburg. Noch fehlt der Kopf, auch einen Schwanz suchen Beobachter vergebens. Doch der Rumpf lässt längst erahnen: Hier entsteht ein Boot, das später zu einem Drachenboot werden wird. Es ist das zweite seiner Art, das in einem Qualifizierungsprojekt in der Jugendwerkstatt von job.sozial am Blümchensaal gebaut wird.

Im September vergangenen Jahres erlebte das auf den Namen Ohio getaufte erste Lüneburger Drachenboot seine Jungfernfahrt auf der Ilmenau. Auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung der Firma Nordson war es in der Jugendwerkstatt entstanden, nun also folgt ein erster Nachfolger, diesmal hat Unternehmer Henning J. Claassen, Chef des Beschichtungsspezialisten Impreglon und Hotelier im Wasserviertel, die Finanzierung übernommen. „Er hatte in der Zeitung davon gelesen und war ganz angetan“, berichtet Andrea Exner, eine der Verantwortlichen des Projekts bei job.sozial. In der zweiten Runde sind es bislang sechs Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Anleitung von Fachleuten hobeln, hämmern und sägen. „Weitere Plätze wären aber noch vorhanden“, sagt Exner. Es sind junge Frauen und Männer, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Ausbildungsstelle, keinen Job gefunden haben, zum Beispiel, weil ihnen ein Schulabschluss fehlt oder weil sie schon eine Drogenkarriere hinter sich haben. Beim Drachenbootbau in der Jugendwerkstatt lernen sie nicht nur die handwerklichen Kniffe, sondern auch für eine spätere berufliche Karriere elementare Dinge wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Drei Anleiter und zwei Sozialpädagogen betreuen die jungen Handwerker.

Diesmal hat das Projekt auch internationalen Charakter, job.sozial arbeitet mit ähnlichen Institutionen in Dänemark und Polen zusammen, Vertreter aus beiden Ländern werden heute in Lüneburg erwartet, wo im Hotel Bergström ein erster reger Austausch stattfinden soll. Auch sollen die Lüneburger Jugendlichen im Rahmen des bis Ende Oktober ausgelegten Projektes ins dänische Skive und ins polnische Olsztyn reisen und dort auch praktische Erfahrungen sammeln.

Sichtbares Ergebnis des täglichen Schaffens aber wird vor allem das Drachenboot. Paddel, Kopf, Schwanz alles machen die Jugendlichen selbst. Bis zu 20 Personen werden dann in dem Boot Platz finden. Für den 29. Juni ist die Taufe geplant, im Spätsommer soll es sich in einer Mini-Regatta auf der Ilmenau beweisen und unter anderem gegen den Vorgänger Ohio im Rennen bestehen. Beide Boote werden dauerhaft beim Ruderclub Wiking einen Heimathafen finden und sollen auch ausgeliehen werden können von Jugendgruppen sogar kostenlos. „Derzeit ist noch eine Internetseite in Arbeit, über die dann die Buchungen laufen sollen“, erklärt Andrea Exner.