Dienstag , 27. September 2016
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Unverzichtbarer Parkplatz oder wäre hier doch eine verkehrsberuhigte Grünfläche besser? Die Meinungen gehen auseinander. Über eine mögliche Änderung der Nutzung des Marienplatzes diskutierte jetzt der Verkehrsausschuss.
Unverzichtbarer Parkplatz oder wäre hier doch eine verkehrsberuhigte Grünfläche besser? Die Meinungen gehen auseinander. Über eine mögliche Änderung der Nutzung des Marienplatzes diskutierte jetzt der Verkehrsausschuss.

Parkplatzfreier Marienplatz?

us Lüneburg. Autos in der Stadt sind den Grünen generell ein Dorn im Auge, besonders dann, wenn die Fahrer auf der Suche nach einem Parkplatz unnötig viele Wege zurücklegen. Um die Parkplatzsuchverkehre, wie der Fachbegriff dafür lautet, eindämmen zu können, stellt die Grünen-Fraktion den Marienplatz als Parkplatz in Frage Dort befinden sich 38 Stellplätze, darunter sechs für Menschen mit Behinderungen. Mit einer Anfrage an die Stadt erhofften sich die Grünen eine Einschätzung, ob eine Änderung der Nutzung möglich ist.

Nach Angaben der Stadt haben die Parkplätze am Marienplatz ebenso wie die umliegenden Parkplätze Hinter der Bardowicker Mauer und in der Reitenden Diener Straße insgesamt rund 120 Plätze eine wichtige Bedeutung für Kurzparker. Sie nutzten den Platz, um Behörden oder Geschäfte in der Innenstadt aufzusuchen, auch für die Marktbeschicker seien die Parkplätze wichtig, erläuterte Verkehrsdezernent Markus Moßmann jetzt im Verkehrsausschuss.

Er erinnerte daran, dass der Parkraum am Marienplatz im Zuge der Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplans Anfang der 90er-Jahre als „Kompromisslösung“ für die weggefallenen Parkplätze am Lambertiplatz bewusst beibehalten worden sei.

Eine Studie des Lüneburger Verkehrsexperten Prof. Dr. Peter Pez aus dem Jahr 2003 habe zudem ergeben, dass sich nach der Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans „eine höhere Zufriedenheit“ eingestellt habe, da die Innenstadt weiterhin mit dem Auto erreichbar sei. Einer jüngeren Pez-Studie zufolge sei sogar deutlich geworden, dass der Parkplatzsuchverkehr in den vergangenen Jahren abgenommen habe. Bei Wegfall der Parkplätze am Marienplatz sei hingegen mit einem Anstieg des Verkehrs zu rechnen, da Autofahrer länger nach einem freien Stellplatz suchen würden, argumentiert die Verwaltung.

Eine Sperrung der Straße Hinter der Bardowicker Mauer für den Durchgangsverkehr auch das war Teil der Anfrage sei aus Sicht der Stadt ebenfalls „nicht zielführend“, da diese Straße von bis zu 800 Fahrzeugen pro Tag genutzt werde.

Während sich Jens Kiesel (Rentnerpartei) für eine grundsätzliche Sperrung des Marienplatzes für den Verkehr aussprach, waren für Dr. Gerhard Scharf (CDU) die Argumente der Verwaltung „schlagend“. Für Claudia Schmidt (Grüne) wiederum war es nicht nachvollziehbar, weshalb es für die Parkplatz-Nutzer am Marienplatz nicht zumutbar sei, das Parkhaus am Graalwall zu nutzen, wie die Stadt ausführte, während den Nutzern mehrerer Buslinien zugemutet werde, sonnabends bis zur Bushaltestelle am Reichenplatz gehen zu müssen, da dann die Straßen Am Berge, Rosenstraße, An den Brodbänken und Bardowicker Straße wegen des Wochenmarktes gesperrt seien.

Helmut Dammann vom BUND erinnerte daran, dass die „Herumfahrerei“ eigentlich durch das Parkleitsystem unterbunden werden sollte, was aber dadurch ad absurdum geführt worden sei, da Parkplätze im Randbereich nicht wie geplant abgeschafft worden seien. Michèl Pauly (Die Linke) fand, dass autofreie Straßen und Plätze den „Reiz Lüneburgs“ ausmachten, er plädierte deshalb für ein generelles Parkverbot auf dem Marienplatz. „Einen solchen Beschluss haben wir im Nachhinein noch nie bereut.“

Zu einem Beschluss kam es in der Sitzung nicht, der Ausschuss nahm die Ausführungen der Verwaltung lediglich zur Kenntnis. Zumindest vorerst bleibt der Marienplatz also ein Parkplatz.

One comment

  1. Die „grüne Politik“ im Lüneburger Stadtrat erscheint mir selten von einem gesunden Menschenverstandund und den Bedürfnissen/Wünschen der Bürger und auch Kaufleute gelenkt. Dafür umsomehr durch fast fanatische Ideologie. Ich kann diese Ratsfraktion deshalb auch nicht für voll nehmen. U.a. auch wegen der vor kurzem bekannt gewordenen internen Machtquerelen, die mich eher an einen Kindergarten erinnern.

    Die Strassen „Hinter der Bardowicker Mauer“, „Reitende Diener Strasse“ und der Marienplatz sind unverzichtbare Kurzparkzonen für alle, die gezielt kurze Erledigungen bei den Ämtern der Stadtverwaltung, dem Amtsgericht oder bei Kaufleuten in der Innenstadt vornehmen wollen. Die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt ist absolut ausreichend. Was darüber noch hinaus gehen sollte, halte ich für unzumutbar. Wenn Autofahrer immer mehr aus Innenstädten verdrängt werden darf man sich auch nicht wundern, dass der Internethandel ständig zunimmt. Das „liebe Grünen“ bedeutet dann auch ein Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen und noch mehr Leerstände in der Innenstadt. Ob das attraktiv wirkt? Bei dieser Diskussion schließe ich mich doch lieber der Auffassung der CDU Stadtratsfraktion an.