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Beim Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt in Kaltenmoor entwickeln Mädchen und Jungen eigene Ideen für einen attraktiveren Stadtteil.
Beim Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt in Kaltenmoor entwickeln Mädchen und Jungen eigene Ideen für einen attraktiveren Stadtteil.

Wunsch nach Fußballtoren und eigener Feuerwehr

sp Lüneburg. Sie haben mit der Schule zu tun, den Freizeitmöglichkeiten vor Ort, den Plätzen vor der Tür oder mit den Nachbarn die Anliegen, die viele Kinder und einige Jugendliche bei der jüngsten Mitbestimmungsrunde mit Vertretern der Stadtverwaltung vorbrachten. „Sei schlau, bestimm mit“, lautete das Motto des Beteiligungsprojekts, das jetzt in Lüneburgs bevölkerungsreichstem Stadtteil Kaltenmoor in eine aktuelle Runde ging. Einen ganzen Ordner voll mit Anregungen und teils auch ganz konkreten Schritten zur Umsetzung produzierten die 44 Teilnehmer, da­­­­­­­­­­­­runter diesmal 29 Grundschüler und vier Jugendliche.

Neue Fußballtore für die Anne-Frank-Schule sind solch ein Anliegen. Der Wunsch ist immerhin so stark, dass eine Handvoll Kinder mit Schulsozialarbeiterin Susanne Schneider-Niebuhr verabredet hat, darüber „nach den Osterferien ein Klärungsgespräch mit der Schulleitung“ zu führen. Danach ist klar, ob und zu wann es gegebenenfalls etwas werden kann mit den Toren. Und damit keiner der Beteiligten das Thema bis dahin aus dem Blick verliert, ist es in einer elektronischen Dokumentation erfasst, die allen Teilnehmern zugänglich ist.

Quartiersmanager Uwe Nehring erklärt das Prinzip des Beteiligungsprojekts: „Alle zwischen 8 und 18 Jahren, die dabei sind, können ohne Vorgaben sagen, was sie wurmt, was sie ändern möchten, was sie sich für das Viertel wünschen. Im nächsten Schritt wird geguckt, was sich in die Tat umsetzen lässt und wer sich darum kümmern kann.“ Da Ansprechpartner wie Stadtjugendpfleger Thorsten Treybig und Mitarbeiter aus dem örtlichen Jugendzentrum dabei sind, lässt sich manches ohne große Mühe vereinbaren. Wie die Idee, im Jugendzentrum eine neue Tanzgruppe anzubieten geht ab sofort los, immer dienstags, von 16 bis 17.30 Uhr im Café des Hauses. Eine andere Gruppe will noch einmal mit offenen Augen, Zettel und Stift durch das Viertel gehen und notieren, wo Straßenlaternen kaputt sind, damit sie bald repariert werden können.

Über andere Fragen wird erst ausführlicher zu reden sein, zum Beispiel über Wünsche nach mehr Tischtennisplatten oder neuen Spielplätzen. Nehring erklärt: „Es geht auch um die Erfahrung, dass nicht alle Anliegen auf Knopfdruck erfüllt werden können. Aber wir können erklären, welche Schritte notwendig sind, wie Zuständigkeiten geregelt sind, wo das Geld herkommt. Und wir können Prioritäten erarbeiten.“ Befürworter fand die Idee einer Kinder- und Jugendfeuerwehr-Gruppe für Kaltenmoor. Auch sie wird durch gute Gedanken allein noch nicht wahr aber immerhin: Die Kinder treffen sich demnächst mit der Jugendabteilung der Feuerwehr und besprechen, was möglich ist.

Der Partizipationsbeauftragte der Stadt, Hubertus Heinrich, ist beeindruckt von den 18 Vorhaben, die die Kinder und Jugendlichen in Angriff nehmen wollen. Er ist überzeugt: „Wenn sie es schaffen, ihre Anliegen umzusetzen, werden sie ihre Umgebung mit ganz anderen Augen wahrnehmen und Kaltenmoor für sich zum Hit machen.“