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Fred Jörke-Kunath und sein Tommy dürfen  im Anrufsammelmobil (ASM) nicht mehr mitfahren. Das kann der Lüneburger nicht verstehen.
Fred Jörke-Kunath und sein Tommy dürfen im Anrufsammelmobil (ASM) nicht mehr mitfahren. Das kann der Lüneburger nicht verstehen.

Tommy darf nicht mitfahren

ca Lüneburg. Wenn Fred Jörke-Kunath mit seinem „Westi“ das Anrufsammelmobil nutzen möchte, ruft er vorher in der Zentrale an und sagt, dass er auch seinen Hund mitnehmen möchte. „Doch jetzt hat mir der Telefonist erklärt, dass ich den Hund nicht mitnehmen dürfe“, sagt der Rentner. Er wundert sich: „Warum ist das plötzlich so?“ Er sieht sich nicht alleine mit seinem Problem, andere Hundehalter seien betroffen.

Was solle zum Beispiel ein Tierbesitzer machen, der am Wochenende mit einem kranken Vierbeiner überraschend zum Tierarzt müsse? Das ASM sei doch ein öffentliches Verkehrsmittel, vergleichbar mit einem Bus. Einschränkungen könne er ja verstehen, etwa, wenn andere Fahrgäste Angst vor Hunden hätten, oder der Partner mit der kalten Schnauze sehr groß sei. Doch seinen Tommy nehme er auf den Schoß.

Im Rathaus sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck, die Stadt habe diese Frage in ihrem Vertrag mit dem Taxiunternehmen nicht explizit geklärt. Generell sei es in der Praxis nach Rücksprache mit der Firma aber so, dass keine Hunde mitgenommen werden. Hätten sich Fahrer in der Vergangenheit anders verhalten, sei dies wohl aus Kulanz geschehen. Es gebe im Moment keine Möglichkeit aus Sicht der Stadt, in diese Praxis einzugreifen.

Der Vergleich mit dem Bus hinke, denn da gebe es mehr Platz. Das spiele eine Rolle bei der Größe des Tieres oder eben auch bei der Ablehnung, die andere Kunden gegen Hunde haben könnten. Es gebe allerdings eine Ausnahme: Blindenhunde nehme das ASM mit. Eine Alternative für Fahrgäste wie Jörke-Kunath sei es, ein reguläres Taxi zu nehmen und die Hundefrage gleich am Telefon zu klären. Denn manche Chauffeure befördern keine Vierbeiner.

Doch das ist auch eine finanzielle Frage. Das Geld habe nicht jeder, sagt Fred Jörke-Kunath, der auf dem Kreideberg wohnt und für seine Touren etwa ins Stadtzentrum auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Er will sich an die Politik wenden und hofft, dort ein offenes Ohr zu finden.