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Chumin Chen betreibt den Kulturtreff Rote Rosen an der Altenbrückertorstraße. Für heute steht die Zwangsräumung an. Von Verbindlichkeiten in Höhe von 90¿000 Euro ist die Rede.
Chumin Chen betreibt den Kulturtreff Rote Rosen an der Altenbrückertorstraße. Für heute steht die Zwangsräumung an. Von Verbindlichkeiten in Höhe von 90¿000 Euro ist die Rede.

Verblühen Rote Rosen am Altenbrücker Tor?

ca Lüneburg. Chumin Chen steht vor dem Aus, heute soll sie aus ihrem Kulturtreff Rote Rosen zwangsgeräumt werden. Die Sängerin und Wirtin ist verzweifelt: Nur wenn sich jemand findet, der für sie eine Sicherungsleistung von 30000 Euro beim Amtsgericht hinterlegt, würde sie einen Aufschub erreichen und könnte bleiben. Doch dass plötzlich ein Retter auftaucht, ist unwahrscheinlich. Vollstreckt der Gerichtsvollzieher den Räumungstitel, weiß die 42-Jährige nicht, wohin sie mit den beiden ihrer vier Kinder soll, die noch bei ihr leben.

Die Künstlerin zeigt ein daumendickes Konzept, von dessem wirtschaftlichen Erfolg sie überzeugt ist. Darin führt sie auf, dass sie Einnahmen mit dem Hotel erzielen will. Zudem bietet sie das ehemalige Lokal, dass ältere Lüneburger noch als Hotel Zur Eisenbahn und als Altenbrückertor kennen, als Kulturtreff an. Regelmäßig treten dort Künstler auf. Auch Chumin Chen steht als ausgebildete Sängerin häufig mit auf der Bühne. Nun klingt alles nach einem Abschiedskonzert.

Die Geschichte, die sie erzählt und mit Gerichtsschreiben belegt, hört sich abenteuerlich an: Der Komplex an der Ecke Altenbrückertor- und Ilme­naustraße habe ihrem Ex-Mann gehört. Der habe diese und andere Immobilien einer Verwaltungsgesellschaft übergeben. Die habe alles verkauft zu einem ungewöhnlichen Preis: Ein Gutachten aus dem Jahr 1996 habe einen Wert von 2,2 Millionen Mark, also etwa 1,1 Millionen Euro ergeben. Verkauft wurden die beiden Gebäude mit Hotel und Lokal 2011 für 271000 Euro. In dem beim Notar aufgesetzten Vertrag heißt es zudem, dass der Verkauf erst wirksam werde, wenn der Ex-Mann von Chumin Chen dem zustimme. Sie sagt, auch sie hätte dazu Ja sagen müssen. Doch weder sie oder ihr Mann hätten dies getan.

Vor dem Landgericht ist sie in einem Prozess gescheitert, nun liege der Fall beim Oberlandesgericht in Celle. Sie hoffe, Recht zu bekommen und so vielleicht im Haus bleiben zu können.

Gleichwohl musste Chumin Chen Miete zahlen. Und die scheint sie schuldig geblieben zu sein, denn im Kaufvertrag von 2011 ist von Verbindlichkeiten von fast 90000 Euro die Rede. Sie bestreitet die Forderungen, spricht von einem Wasserschaden im Jahr 2009 und Verdienstausfall, habe die Miete daher gekürzt. Die Einwände haben das Amtsgericht offenbar nicht überzeugt, denn es hat der Räumungsklage der neuen Eigentümer stattgegeben.

Jetzt hofft die Mutter auf ein Wunder, sodass die Familie das Haus nicht verlassen muss. Und ihre Gäste auch nicht, denn sie hat mehrere Zimmer an Touristen vermietet.

3 Kommentare

  1. Rote Rosen – Fragwürdig ist, wenn der Immobilie Restaurant-Hotel Rote Rosen für 271.000 Euro verkauft würde obwohl ein Schätzung von 1.1 Million vorliegt von 1996. Jede normal denkender findet das hier vielleicht nochmal nachgeschaut werden sollte.
    Frau Chumin Chen hat sich für ein Kulturinsel in der Innenstadt eingesetzt mit viel Elan .. Es gab mehere besondere Events. Von Klassik bis Jazz. Ich hoffe sie bleibt uns Kulturschaffenden erhalten und kann diese Kunst und Musik Oase sich nicht in ein Fatamorgana verwandeln .
    Jan Balyon – freischaffender künstler .

    • Da kann ich mich meinem Vorschreiber in allem nur anschließen –
      vor allem darin, warum das Hotel für einen verschwindend geringen Beitrag
      so verhökert werden soll, wenn Schätzungen um ein Vielfaches höher ausgefallen sind?

      Chumin Chen muss bleiben!!!!!!!!!!!!!!

      Angela P. Freigeist

  2. Kossallek, Emil

    Da wird doch offensichtlich einiges zurückgehalten. Warum gibt denn der Ex-Mann diese wunderbar gelegene Immobilie an eine „Verwaltungsgesellschaft“ ? Und warum hat diese die Vollmacht, zu einem unkontrollierbaren Preis diese Immobilie vollkommen unter Wert zu verkaufen ? Hätte sie das auch für einen symbolischen Euro machen können ? War der Ex-Mann vielleicht überschuldet ? Ich habe den Eindruck, dass die LZ hier ohne größere Recherche Aussagen widergibt, die keiner Prüfung standhalten. Wenn ein solcher Passus im Vertrag steht, warum hat er dann keinen Bestand ?? Das stinkt doch von allen Seiten her.