Mittwoch , 28. September 2016
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Der Schutt ist weggeräumt, wenn die Stadt den Bauantrag genehmigt, könnte im Sommer der Wiederaufbau des Lösecke-Hauses beginnen.
Der Schutt ist weggeräumt, wenn die Stadt den Bauantrag genehmigt, könnte im Sommer der Wiederaufbau des Lösecke-Hauses beginnen.

Schöne Aussichten

ca Lüneburg. Die Brandlücke im Ilmenau-Panorama kann wieder geschlossen werden, der Bauantrag für das Gebäude am Stintmarkt ist gestellt. Am Montag, 28. April, beschäftigt sich der Bauausschuss des Rates mit dem Thema. Gunnar Schulze vom Architektenbüro Henschke, Schulze, Reimers sagt, der Entwurf orientiere sich natürlich im Wesentlichen an dem Gebäude, das Anfang Dezember von Unbekannten angezündet wurde. Doch das Lösecke-Haus, das nach einem Feuer um 1860 in der Form entstand, die wir kannten, hatte einen Vorläufer und dieses Gebäude hatte ein zusätzliches Fensterband aus der Barockzeit, das nun in die Fassade integriert werden soll. Wenn alles gut läuft, soll der Wiederaufbau im Juli dieses Jahres beginnen, Ende 2015 könnten alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Wie berichtet, war das Lösecke-Haus Brandstiftern zum Opfer gefallen. Inklusive der Beschädigungen an den Nachbargebäuden ging die Polizei von einem Schaden zwischen 3,5 bis vier Millionen Euro aus. Der Täter ist bis heute nicht gefasst. Die Spekulationen über die Motive reichen weit, sind aber bislang nicht belegt, sie reichen von Schutzgelderpressung bis zu Gründen, die ins Mafia-Milieu reichen sollen. Die Polizei hat ihre mehr als 20-köpfige Sonderkommission inzwischen auf ein gutes Dutzend Beamte heruntergefahren. Die arbeiten Spuren ab, haben aber nach eigener Aussage noch keinen Beschuldigten ermittelt. Seit Monaten heißt es von Polizeisprecher Kai Richter: „Zu Details können wir aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.“ Unter der Hand heißt es in Polizeikreisen, es gebe auch noch keine wirklich erfolgversprechende Spur.

Schulze und sein Partner Henryk Reimers arbeiten im Auftrag von Michael von Hartz, dem das Haus gehörte. Er hatte noch während der Löscharbeiten erklärt, dass er das Haus wieder aufbauen möchte. Die Stadt unterstützt ihn dabei, Oberbürgermeister Mädge hat in Hannover erfolgreich dafür geworben, das Sanierungsgebiet Wasserviertel zu erweitern. Das bedeutet, dass von Hartz auch Fördermittel erhalten könnte. Das dürfte eine willkommene Hilfe sein, denn die Arbeiten sind aufwändig. Kleine Bohrpfähle werden gesetzt. Denn erst in zwölf bis 15 Metern Tiefe sei der Untergrund gut tragfähig. Die Pfähle schultern so nicht nur das zusätzliche Gewicht das neue Haus wird schwerer, etwa weil mehr für den Brandschutz getan wird , sondern sie stoppen auch die leichte Bewegung des Gebäudes in Richtung Ilmenau, die sich durch den Untergrund ergibt.

Die Sitzung des Bauausschusses beginnt um 15 Uhr im Traubensaal des Rathauses.