Dienstag , 27. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Mode, Models und Museum + + + Mit Fotogalerie + + +
Wenn Mode auf Kultur trifft, kommen schon mal barocke Hochsteckfisuren dabei heraus. Die präsentierten Tänzerinnen einer Hamburger Schauspielschule und der Gruppe Electrix.
Wenn Mode auf Kultur trifft, kommen schon mal barocke Hochsteckfisuren dabei heraus. Die präsentierten Tänzerinnen einer Hamburger Schauspielschule und der Gruppe Electrix.

Mode, Models und Museum + + + Mit Fotogalerie + + +

mm Lüneburg. Jan-Erik Mullikas hat seine Nachtruhe verpasst. Seine Augen verraten Müdigkeit. Die Nacht über bis zum Sonntagvormittag mussten die Abläufe der Modenschau „Lüneburg goes fashion“ festgezurrt werden. Noch jetzt, kurz bevor der erste Durchlauf startet, herrscht backstage Hektik. Regisseur Mullikas ist aber trotz seines Schlafentzugs hellwach und wird es auch bleiben. Gleich wird Mullikas, der seit 50 Jahren Mode macht, den Models sein „Go“ geben, „sie loszuschicken, mache ich auch zum ersten Mal“, verrät er.

80 Meter ist der Laufsteg lang, er führt durch drei Räume des neuen Lüneburger Museums. „Bis Donnerstag wurde hier noch gebaut, jetzt ist es überwältigend zu sehen, wieviele Leute gekommen sind“, sagt Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder. Die Modenschau ist der erste Leckerbissen im Museum, bis zu seiner Eröffnung dauert es allerdings noch, anberaumt ist der Spätherbst.

Was Besucher dann erwartet, zeigten schon mal dreidimensionale Objekte antiken Ursprungs, die an die Wände projiziert wurden. Im Rampenlicht standen gestern aber Models und Dressmänner, sie zeigten 180 verschiedene Outfits von 30 Lüneburger Modegeschäften. In drei Durchläufen zogen sie Blicke von 1800 Besuchern in ihren Bann, mehr ging nicht, die Tickets für die Modenschau waren ausverkauft.

Ein halbes Jahr habe die Vorbereitung in Anspruch genommen, sagt Heiko Meyer vom Lüneburger Citymanagement e.V, das zusammen mit Stadtmarketing, Museum und Lüneburger Einzelhändlern die Modenschau auf die Beine stellte. Sie hatten ein gemeinsames Ziel, nämlich „Lüneburg und seine Modevielfalt präsentieren“. Dazu zeigten sich die Models in aktueller Sommer- und Bademode, in Business- und Freizeitoutfits oder halbnackt in Lederhosen.

Aber auch in historische Gewänder schlüpften sie, die sind über 150 Jahre alt und wurden nun wieder modisch aufgehübscht. Ungewöhnlich muteten auch barocke Hochsteckfrisuren eines Lüneburger Friseurspezialisten an, für Doris Kost und Tochter Camilla war dessen Präsentation der Höhepunkt der Modenschau. „Deswegen kamen sie auch am Ende, die Schau hat sich die ganze Zeit über gesteigert, unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagen sie. Der Mix aus Mode, Tanz, Musik und Sketchen die gab Schauspieler Burkhard Schmeer mit seiner Ehefrau zum Besten sei entscheidend gewesen.

Anderthalb Stunden dauerte ein Durchgang, bei dem die Models je sechs Mal den Laufsteg betraten. „Zum Umziehen haben wir zwei bis drei Minuten Zeit“, erzählt Model Fanny Rosenberg. „Es ist anstrengend, aber nach einem Lauf ist man gut drauf, weil es Spaß macht“, sagt die 30-Jährige, die Outfits von Marc O`Polo, Benetton und Mias smart room, präsentierte. Mehr Lampenfieber als das erfahrene Model verspürten wohl die Kinder-Models, die zum Ende ihres Walks merklich Tempo aufnahmen. Mit ihrem süßen Winken, hatten sie die Zuschauer aber ohnehin schon vereinnahmt. Und sicher auch Jan-Erik Mullikas.

>>>FOTOGALERIE