Dienstag , 27. September 2016
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Wie Fliegenpilze aussehen, wissen (v.l.) Pina, Kaya und Pawel ganz genau: Natürlich mit Armen, gern auch mal mit Augen, Mund und Nase. Kinderbuchautorin Sarah Opitz (2.v.r.) freut sich über die Phantasie der Erstklässler der St.-Ursula-Schule. Foto: t&w
Wie Fliegenpilze aussehen, wissen (v.l.) Pina, Kaya und Pawel ganz genau: Natürlich mit Armen, gern auch mal mit Augen, Mund und Nase. Kinderbuchautorin Sarah Opitz (2.v.r.) freut sich über die Phantasie der Erstklässler der St.-Ursula-Schule. Foto: t&w

Wenn Fliegenpilze Arme haben

us Lüneburg. Seit wann haben Fliegenpilze Arme? Für Sarah, Pawel und Kaya ist das überhaupt kein Problem. Die Drei haben sich auch für Augen, Mund und Nase entschieden und sind damit schon ziemlich dicht dran an „Putz“, dem Vorbild von Sarah Opitz. Die Lüneburger Kinderbuchautorin und -gestalterin hatte gestern Platz genommen auf einem der kleinen blauen Schulstühle, ihren Malblock mitgebracht und gemeinsam mit den 26 Schülern der Klasse 1b der St.-Ursula-Schule Fliegenpilze gezeichnet.

„Ich fange immer mit dem Gesicht an“, erklärt Sarah Opitz. Wichtig sei es, die Augen nicht ganz auszumalen, „dann bekommen sie mehr Glanz.“ Den Glanz hat auch „Putz“ in seinen Augen. Er ist die Hauptfigur in dem Kinderbuch „Putz und der alte Grummel“, das Sarah Opitz Anfang des Jahres veröffentlicht hat. „Daraus habe ich heute Morgen in der Schulbibliothek vorgelesen, nun lassen wir unserer Phantasie auf dem Papier freien Lauf.“

Pawel (6) macht sich zum ersten Mal daran, einen Fliegenpilz zu malen. Er mag die roten „Mützen“ gern und muss aufpassen, auch noch ein paar weiße Punkte freizulassen. Die Farbe Rot hat es auch Franziska angetan, sie hat ihren vier Pilzen „das sind alles Freunde“ extra rote Wangen verpasst. „Ich hab auch schon mal welche im Wald gesehen, aber die darf man nicht essen“, weiß die Siebenjährige. „Die braunen schon, aber wie die heißen, weiß ich nicht, die sammelt immer mein Papa.“ „Champignons“, will Pina (7) wissen. „Nee, die sind doch weiß“, ruft Kaya dazwischen.

„Man bekommt an solchen Tagen so viel zurück“, freut sich Sarah Opitz, die zuvor bereits in einigen Kindergärten und kürzlich auch in der Montessori-Schule vorgelesen hat. Die Mal-Aktion war jetzt etwas Besonderes, „ich wollte es gern mal ausprobieren.“ Das wollte auch die Schulleitung, die ihr vorschlug, Buchlesung und Malstunde zu kombinieren. „Das ist gut angekommen, die zweiten Klassen haben sich auch schon angemeldet“, berichtet Manuela Müller, sie leitet in der St.-Ursula-Schule die Bibliothek.

Aktuell arbeitet Sarah Opitz an ihrem zweiten Kinderbuch. Darin wird es um einen kleinen Drachen gehen, der unter Wasser in einem tiefen See lebt und gern Dinge erfindet, „die aber leider niemand gebrauchen kann.“ Dass es dann natürlich doch noch gut ausgeht, versteht sich bei einem Kinderbuch von selbst, nur wie, das will die junge Autorin noch nicht verraten.