Donnerstag , 8. Dezember 2016
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So könnte sich die Rekonstruktion des Lösecke-Hauses wieder in die Stintmarkt-Kulisse einfügen. Montage: kleinebrahm
So könnte sich die Rekonstruktion des Lösecke-Hauses wieder in die Stintmarkt-Kulisse einfügen. Montage: kleinebrahm

Auferstanden aus Ruinen

ca Lüneburg. Von außen sind die Veränderungen gering, die Rekonstruktion des Lösecke-Hauses am Stintmarkt wird sich wieder in das Ensemble einpassen und die hässliche Brandlücke schließen. Doch im Inneren verändern sich Deckenhöhen, bietet ein Fahrstuhl mehr Komfort, werden die aktuellen Brandschutzvorgaben erfüllt. Das macht die Last größer, deshalb sollen 60 Bohrpfähle durch die fast ein Meter dicken Mauern des erhaltenen Kellers getrieben werden, um dem Haus ein stabiles Fundament zu liefern. Diese Pläne stellte Architekt Henryk Reimers jetzt im Bauausschuss des Rates vor.

Es ist eines der prominentesten Bauprojekte, die in Lüneburg in den kommenden Monaten umgesetzt werden sollen. Wie berichtet, haben die Architekten im Auftrag von Eigentümer Michael von Hartz einen Bauantrag eingereicht. Doch da­rüber hat die Stadt noch nicht entschieden. Offen sind unter anderem Brandschutzfragen. Gleichwohl nahmen die Ausschussmitglieder die Pläne zustimmend und lobend zur Kenntnis. Akzeptiert die Bauverwaltung die Vorstellungen, soll im Sommer mit dem Bau begonnen werden, Ende 2015 könnte der Neubau fertig sein, der wie sein Vorgänger mit einem Fachwerk aus Eichenholz anmuten soll.

Schöner werden soll der Park am Schifferwall. Das Thema beschäftigt die Politik bereits seit 2008. Es gab verschiedene Pläne, Bürger wurden eingeladen, alles im Rahmen der Sanierungspläne für das Wasserviertel. Dafür fließen Zuschüsse von Bund und Land. Das heißt, die Stadt muss lediglich ein Drittel der Kosten selber tragen. Am Ende stand eine Konzeption, die mit 330000 Euro zu Buche schlagen sollte. Nach einem Kommentar in der LZ und Kritik von Bürgern vor einigen Wochen kam man im Rathaus auf die Idee: „Es geht auch billiger.“ Bereichsleiterin Uta Hesebeck erklärte, wie: Wege werden schmaler, Einfassungen werden nicht gesetzt, statt zwei Spielplätzen gibt es nur noch einen. Spart 75000 Euro.

Auf die Frage von Ratsfrau Birte Schellmann (FDP), ob überhaupt Kinder da sind, die dort spielen, antwortete Stadtbaurätin Heike Gundermann, der Park soll von Menschen aus dem angrenzenden Viertel genutzt werden. Dort gebe es Bedarf, das habe man berechnet: „Man kann nur Angebote machen und hoffen, dass diese genutzt werden.“ Ulrich Löb von den Grünen wollte alles lieber schieben, das Geld in den Kurpark stecken, der offensichtlich genutzt werde, im Gegensatz zum Park auf der Bastei. Doch Gundermann konterte: „Das müssen wir jetzt machen, es ist eine einmalige Chance.“ Denn wenn jetzt nicht gebaut werde, flössen keine Zuschüsse mehr. Am Ende gab es Zustimmung, lediglich zwei Ausschussmitglieder enthielten sich.

Zur Kenntnis nahm der Ausschuss mehrere Projekte, über welche die LZ berichtet hatte: Zwischen Hochhaus und den Zeilen aus sechs Gebäuden am Pulverweg soll der Flachbau verschwinden, ein Investor möchte ein vierstöckiges Gebäude mit 24 Appartements errichten, die Wohnungen sind zwischen 22 und 24 Quadratmeter groß, Parkplätze entstehen auf dem Hof. Im Hanseviertel sollen an der neuen Tartuer Straße rechts und links zwei Blocks mit 127 Wohnungen wachsen, davon 34 barrierefrei, 14 davon auch rollstuhlgerecht. Parkflächen sollen unter anderem in einer Tiefgarage entstehen.

Auch stellte die Verwaltung die überarbeitete Konzeption für das Ursula-Haus vor, das die städtische Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft zwischen Wall- und Ritterstraße errichten will. In dem Gebäude sollen Alten- und Sozialwohnungen entstehen. Nachdem es Kritik an der Ansicht gegeben hatte, sollen Fenstern nun anders geschnitten und die Fassade mit Ziegelstein eingefasst werden. Dieser Entwurf kam besser an. Doch für die CDU regte Eberhard Manzke an, dass in Zukunft der Ausschuss früher in städtische Bauprojekte an prominenten Stellen eingebunden wird, um mehr Einfluss auf die Planung nehmen zu können und Irritationen zu vermeiden.

One comment

  1. Bauer-Ohlberg

    Na ja, von einer Einpassung kann eigentlich nicht die Rede sein. Die Montage der Fassadenabfolge zeigt recht deutlich, dass hier zwei Spitzgiebel die ehemalige Parzellenstruktur darstellen sollte, wie es sich auch aus der Gestaltungssatzung ergibt.