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Mit einer Schiffsparade startet das Freibad Hagen in die Saison. Links ist die Sir Lancelot unterwegs, rechts die Kyle Rhea. Knud Hildebrand und Uwe Heitmann steuern die Modelle. Foto: t&w
Mit einer Schiffsparade startet das Freibad Hagen in die Saison. Links ist die Sir Lancelot unterwegs, rechts die Kyle Rhea. Knud Hildebrand und Uwe Heitmann steuern die Modelle. Foto: t&w

Volldampf voraus in die Saison

ca Lüneburg. Das Bassin verwandelte sich gestern in ein Hafenbecken: Segel- und Rennboote kreuzten, Binnen- und Küstenschiffe schoben sich durchs Wasser kein Platz für Schwimmer. Die können von heute an wieder im Pool im Freibad Hagen ihre Bahnen ziehen. Mit einem Fest startete das Bad gestern in die Freiluftsaison. Auf den Liegewiesen drängten sich Besucher, die an Flohmarktständen stöberten. Schwimmmeister Stephan sagte: „Wir haben rund 150 Aussteller. Und über den Tag kommen Tausende Besucher.“ Er freute sich über das sonnige Wetter, das sicher viele zu einem Bummel lockte.

Die Schiffsschau hatte zum achten Mal der Schiffs-Modell-Club Lüneburg mit seinen zwei Dutzend Mitgliedern organisiert. Die Fans von technischen Miniaturen bauen aber nicht nur maritime Vorbilder nach, sondern auch Modelle von Treckern, Lastwagen, Militär- und Rettungsfahrzeugen. Henning Schlusnus und seine Mitstreiter nutzen den Tag im Freibad gerne, um ihr Hobby zu präsentieren. Er erzählt, dass sich die Gruppe regelmäßig zum Fachsimpeln trifft: „Da geben wir uns gegenseitig Tipps.“ Interessierte seien eingeladen vorbeizuschauen etwa sonnabendnachmittags, wenn sich die Süßwassermatrosen in Ochtmissen nahe der Bahn Am Wiesenhof treffen, um dort ihre Modelle in ein Becken zu setzen und auszuprobieren. Mehr Informationen im Internet unter www.smc-lueneburg.de.

Aus Bad Schwartau nahe Lübeck waren zwei Modellbauer gekommen. Uwe Heitmann und Knud Hildebrand hatten zwei Nachbauten historischer Schiffe mitgebracht: Die Sir Lancelot kreuzte von 1942 bis Kriegsende als Küstenwachboot in britischen Gewässern, danach war sie als ziviles Schiff im Einsatz. Kyle Rhea, 1929 gebaut, hatte ihren Heimathafen auf der Ilse of Man. „Sie war vor Schottland unterwegs“, sagt Heitmann. Warum hat er sich für diese Modellen entschieden? Er zuckt mit den Schultern: „Ich mag einfach alte Schiffe.“

Bis zu einem Jahr baut er an den kleinen Wunderwerken, aus deren Schornsteinen Rauch quillt und das Rattern von Maschinen zu hören ist. Er lacht und sagt: „Aber fragen Sie lieber meine Frau, wie oft ich im Keller in der Werkstatt sitze. Die weiß das besser.“

Im Maßstab 1:32 baue er die Boote, sagt der 63-Jährige. Vier besitze er bereits, einige sollen noch folgen bis zu seinem Lebensabend. Er lächelt und zeigt zum Himmel: „Wie viele, das weiß nur der da oben.“