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Wirtschaftlich besser punkten wollen Stadt und Landkreis Lüneburg künftig mit der Lüneburger Hafen GmbH. Der Kreis will als Gesellschafter einsteigen. Foto: boldt
Wirtschaftlich besser punkten wollen Stadt und Landkreis Lüneburg künftig mit der Lüneburger Hafen GmbH. Der Kreis will als Gesellschafter einsteigen. Foto: boldt

Neue Struktur für Hafen

pet Lüneburg. Der Landkreis Lüneburg wird Gesellschafter an der Hafen Lüneburg GmbH und gewährt der Gesellschaft außerdem für ,,längstens vier Jahre“ für den laufenden Betrieb einen Zuschuss von bis zu 100 000 Euro. Für die Beteiligung werden 25,1 Prozent am Stammkapital der Hafen Lüneburg GmbH angestrebt. Das haben der Wirtschafts- und der Finanzausschuss des Kreistags in ihren jüngsten Sitzungen mehrheitlich empfohlen, den Beschlüssen müssen auch noch Kreisausschuss und Kreistag zustimmen.

Rainer Müller, Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH, stellte dem Wirtschaftsausschuss das Unternehmen ausführlich vor, das mit einem Jahresumschlag von rund 200 000 Tonnen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sei. Um den Hafen zukunftsfähig zu machen, haben die bisherigen Gesellschafter der Hafen Lüneburg GmbH bereits die Umgestaltung des Hafenbetriebs beschlossen. Vorgesehen sei ein Geschäftsmodell ,,Hafen aus einer Hand“, insbesondere sollen die Umschlagsdienstleistungen des Hafens im Sinne eines ,,trimodalen“ Standorts, der Wasser, Schiene und Straße bedient, ausgebaut werden.

Da zwei bisherige Gesellschafter, die Deutag GmbH&Co. KG und Holger Fietz, ihre Bereitschaft signalisiert haben, ihre Anteile an den Landkreis Lüneburg zu verkaufen, soll diese Gelegenheit genutzt werden. Bereits Ende 2011 hatte der Kreistag beschlossen, Rückstellungen für eine spätere Beteiligung an der Hafen Lüneburg GmbH zu bilden.

Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und beratendes Mitglied im Ausschuss, empfahl dringend die Beteiligung des Landkreises an der Hafen Lüneburg GmbH: ,,Sie tun sich einen Gefallen, wenn Sie als Landkreis Gesellschafter werden.“ Für die Beteiligung sprach auch Dr. Niels Kämpny (FDP): ,,Die Stärke des Landkreises sollte sich am Gesellschafteranteil widerspiegeln.“ Wilhelm Kastens (CDU) stand der Beteiligung ,,aufgeschlossen“ gegenüber, will darüber aber auch noch einmal in der Fraktion beraten.

Die EU-Verordnung 1370/2007 macht es notwendig – die Entwicklung des Nahverkehrsplans 2014 bis 2019 für den Landkreis Lüneburg wird erheblich aufwendiger und langwieriger, als das in der Vergangenheit der Falle war. In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses stellte 1. Kreisrat Jürgen Krumböhmer die Vorarbeiten der Verwaltung vor.

Einstimmig stimmte der Ausschuss der vorgeschlagenen Projektstruktur, die unter anderem die Einrichtung von Projektleitung, Arbeitsgruppe, Lenkungsgruppe und Projektgruppen vorsieht, zu. Die Verkehrsgesellschaft Nordostniedersachsen (VNO) soll die Aufstellung des Plans gutachterlich begleiten. In einem ,,Brainstorming“ seien bereits zahlreiche Themen für die Projektgruppen benannt worden, etwa Haltestellenabstände, touristische Verkehre, Barrierefreiheit, Bürgerbeteiligung, Tarifstruktur, Schülerverkehr oder Elektromobilität.

Mehrheitlich stimmte der Wirtschaftsausschuss des Lüneburger Kreistags auch der Teilnahme an einer gemeinsamen „Regionalen Handlungsstrategie“ für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 zu. Insgesamt elf Landkreise, von Cuxhaven bis Celle, erstellen in Zusammenarbeit mit dem Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg eine gemeinsame Handlungsstrategie im sogenannten Übergangsgebiet Lüneburg. Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg wird die Hälfte der Kosten von rund 60 000 Euro übernehmen, knapp 6000 Euro soll der Landkreis Lüneburg beisteuern.