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In Jogginghose zum Abitur +++ Mit LZplay-Video

mm Lüneburg. Einmal tief durchatmen! Abiturientin Eva Lotte Boller hat körperlich unversehrt das Klassenzimmer verlassen, die 17-Jährige muss nach einem fünfeinhalbstündigen Schreibmarathon aber erstmal noch ihre Gedanken ordnen. Hinter der Schülerin des Johanneums liegt die Abitur-Klausur im Fach Deutsch. Lüneburger Schüler erlebten gestern die erste länderübergreifende Prüfung des neuen Zentralabiturs. Auf dem Schulhof berichteten sie von ihren Erfahrungen.

Die erhofften Erwartungen von Joschka Suckau wurden erfüllt. Foto: mm
Die erhofften Erwartungen von Joschka Suckau wurden erfüllt. Foto: mm

Eva hat schon ihre zweite Abitur-Prüfung bewältigt, ihre erste absolvierte sie in Biologie. Deutsch sei schwieriger gewesen, „da kann man sich nicht so gut vorbereiten wie in einem reinen Lernfach“, sagt Eva. Dennoch sei es für sie gut gelaufen, auch wenn sie sich bei der ersten Aufgabe „ein bisschen verzettelt“ habe.

Eva Lotte Boller fand Bio leichter als Deutsch. Foto: mm
Eva Lotte Boller fand Bio leichter als Deutsch. Foto: mm

Die Schüler konnten für ihre Prüfung einen von drei Themenblöcken auswählen, jeder umfasste zwei Aufgaben. Sandra Kurz entschied sich für die Interpretation eines Romanauszug m Vergleich von Franz Kafkas „Die Verwandlung“, die 17-Jährige erzählt, sie sei mit der Aufgabenstellung gut klar gekommen. Für die Vorbereitung auf ihre Prüfung nutzte sie Mitschriften aus dem Unterricht und hangelte sich so nochmal durch die Epochen der Literaturgeschichte. Das tat auch Marika Schultz. Sie kam zur Deutsch-Klausur wie viele ihrer Mitschüler in Jogginghose der Gemütlichkeit wegen. In der Klausur wählte Marika den zweiten Lösungsvorschlag, sie interpretierte ein Gedicht von Hans-Magnus Enzensberger von 1957, als Transferleistung gab die 18-Jährige eine Einordnung in die heutige Zeit.

Eine von vielen, die Kafka interpretierte, war Sandra Kurz. Foto:mm
Eine von vielen, die Kafka interpretierte, war Sandra Kurz. Foto:mm

Zur Vorbereitung auf die Deutsch-Klausur studierte auch Joschka Suckau die Pflichttexte, seine Aufgabenwahl fiel ebenfalls auf Franz Kafka. Die Erwartungen des 19-Jährigen an die Deutsch-Klausur wurden erfüllt, er hatte sich vorher berichten lassen, dass das Deutsch-Abi im letzten Jahr einfach gewesen sei. „Genauso war es dieses Jahr auch“, sagt Joschka. Eigentlich habe er nun ein gutes Gefühl, „aber man weiß ja nie, was am Ende dann rauskommt“. Joschkas Blick ist nun wie der von Eva und den anderen auf Freitag gerichtet, da steht Englisch auf dem Prüfungsplan.